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Wenn HelferInnen Hilfe brauchen

09.03.2011 - (idw) Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Aktuelle Publikation zum Thema "Burnout und Prävention" zeigt Hintergründe und Lösungsansätze für ÄrztInnen, Pflegepersonen und TherapeutInnen auf. Immer öfter entwickeln Menschen in helfenden Berufen ein Burnout-Syndrom. Zu den schwerwiegendsten Symptomen zählt dabei die emotionale Erschöpfung: Freude, Glück, Interesse und Wohlsein spielen keine Rolle mehr, Mitgefühl und Wertschätzung für andere gehen verloren. Diese Leere kann bis zum Suizid führen.

ÄrztInnen, Pflegepersonen und TherapeutInnen sind von dieser Gefahr besonders betroffen, wenn es ihnen nicht gelingt, die Ursachen des Burnouts zu erkennen und zu bewältigen. Diesen Hintergründen gehen die vier AutorInnen des Buchs "Burnout und Prävention. Ein Lesebuch für Ärzte, Pfleger und Therapeuten" (Springer Verlag) auf den Grund.

Jutta Menschik-Bendele (Psychologin und Psychotherapeutin, Institut für Psychologie an der Alpen-Adria-Universität) nimmt in ihrem Kapitel den Arztberuf in den Blick. Die Situation dieser Berufsgruppe ist besonders schwierig: Der Beruf wird idealisiert und Anforderungen sind oftmals überhöht. Ärztinnen und Ärzte fühlen sich häufig durch den Kontakt mit leidenden oder toten Menschen emotional stark belastet und arbeiten unter einem enormen Druck. Der Mythos der "Götter in Weiß" ist einem nüchternen Berufsbild gewichen, wie Menschik-Bendele anhand der Figuren in bekannten Fernsehserien analysiert.

Über diese Belastungen müsse bereits während des Studiums informiert werden, so die Autorin. Darüber hinaus sieht sie Lösungswege in der Inanspruchnahme von Supervision und in der veränderten Perspektive auf die eigene Tätigkeit. Dadurch lernen die Betroffenen sich wieder auf ihre Bedürfnisse und Ressourcen zu besinnen, um den Energieräubern Einhalt zu gebieten.

Das Autorenteam ist interdisziplinär zusammengesetzt: Jutta Menschik-Bendele ist Psychologin, Klaus Michael Ratheiser ist Organisationsberater, Ewald Krainz ist Gruppendynamiker und Michael Burger ist Arzt. Das Buch eignet sich als Wegbegleiter für Menschen in helfenden Berufen.
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