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Algorithmen für die Raumstation

21.03.2011 - (idw) DFG Forschungszentrum MATHEON Mathematik für Schlüsseltechnologien

Vielleicht dürfen Berliner Schülerinnen und Schüler bald kleine Roboter an Bord der Internationalen Raumstation ISS testen. MATHEON und Berliner Schulen nehmen an einem Wettbewerb von NASA, MIT und ESA teil. Vielleicht dürfen Berliner Schülerinnen und Schüler bald kleine Roboter an Bord der Internationalen Raumstation ISS testen! Bis dahin ist zwar noch ein weiter Weg, aber die ersten Schritte in diese Richtung werden gerade vom DFG-Forschungszentrum MATHEON gemeinsam mit Katja Wundermann, Fachleiterin Informatik an der Käthe Kollwitz Oberschule und André Trotzke vom Heinrich-Hertz-Gymnasium unternommen. Hintergrund ist der ZERO-Robotics/SPHERES-Wettbwerb, den das Massachusetts Institute of Technology (MIT), die NASA und die Europäische Weltraumorganisation ESA ausgeschrieben haben. Bei dem Wettbewerb für Schülerteams geht es um die Programmierung von Bewegungsabläufen in 2D und 3D von Mini-Satelliten in annähernder Schwerelosigkeit. SPHERES (Synchronized Position Hold, Engage, Reorient, Experimental Satellites) sind fußball-große kugelförmige Satelliten, die als Test-Infrastruktur für autonome Rendezvous- und Andock-Manöver für Raumfahrzeuge bzw. Raumflugkörper dienen. In den USA findet dieser Wettbewerb schon seit 2009 statt, ausgewählte europäische Teams können dieses Jahr erstmals teilnehmen.

In Berlin wollen unter der wissenschaftlichen Begleitung des MATHEON die beiden Gymnasien ein gemeinsames Team ins Rennen schicken. Bereits am Mittwoch wird daher Katja Wundermann nach Turin fliegen, wo sich die vier europäischen Teams zu einem gemeinsamen Informationsaustausch mit den Veranstaltern treffen. Neben dem MATHEON sind noch die RWTH Aachen und aus Italien das Politecnico Torino und die Universität von Padua beteiligt. In Turin sollen konkrete Fragen der Teilnehmer geklärt werden. Wir haben schon sehr gezielte Fragen erarbeitet, die ich in Turin stellen will, sagt Katja Wundermann. Nach ihrer Rückkehr werden dann die beteiligten Schülerinnen und Schüler ausgewählt und zu einem ersten gemeinsamen Treffen Anfang April im MATHEON zusammen kommen. Diese Kooperation mit den beiden Schulen passt hervorragend in die Bemühungen des MATHEON um die Förderung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Nachwuchses, erklärt Dr. Theo Roelofs, der im Forschungszentrum den Wettbewerb betreut.

Im Juni fahren die beiden Lehrer zu einem zweiwöchigen Arbeitsaufenthalt ans MIT nach Boston, um vor Ort die SPHERES-Plattform und ihre Programmierung kennen zu lernen und zu trainieren. Im September schließlich wird es für die Teams richtig ernst. Dann ist der offizielle Start und die detaillierten Bewegungsabläufe, welche es zu realisieren gilt, werden bekannt gegeben. Dann ist lediglich noch bis Dezember Zeit, um einen wettbewerbsfähigen Algorithmus zu entwickeln. Antreten müssen die Europäer gegen bis zu 30 Teams aus den USA, die besten zehn Teams werden nach Boston eingeladen um am MIT ihre Algorithmen zu testen. Die Gewinner dieser letzten Ausscheidung dürfen dann live Ihre Codes an Bord der Raumstation ISS in Aktion verfolgen.

Das DFG-Forschungszentrum MATHEON ist seit seiner Gründung 2002 neben der Forschungsarbeit bemüht, Schülerinnen und Schüler ein breites und attraktives Bildungsangebot zu unterbreiten. Dazu gehört auch eine enge Kooperation mit Schulen und Lehrerinnen und Lehrer. So arbeitete André Trotzke ein Jahr lang als abgeordneter Lehrer am MATHEON, Katja Wundermann ist derzeit bei MATHEON-Vorstandsmitglied Prof. Jürg Kramer im Projekt ProMINT eingebunden. Beide beteiligten Schulen sind Netzwerkschulen des MATHEON, haben eine mathematisch-naturwissenschaftliche Ausrichtung und gehören regelmäßig zu den Gewinnern vieler Wettbewerbe in diesen Fachrichtungen.


Weitere Auskünfte erteilen Ihnen gerne:
Dr. Theo Roelofs, DFG-Forschungszentrum MATHEON, Tel.: 030 / 314 28043, Email: transfer@matheon.de
Katja Wundermann, Fachleiterin Informatik, Käthe Kollwitz Oberschule, Tel.: 030 / 444-7671, mobil: 0172 9160612, Email: wundermann@kkos.net
André Trotzke, Heinrich-Hertz-Gymnasium, Tel.: 030 42262080, Email: andre@trotzke.de Weitere Informationen: http://www.matheon.de
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