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MHH-Forscher: Todesfälle durch Arzneimittel werden unterschätzt

15.08.2003 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

Professor Frölich bewertet aktuelle Daten auf einer Pressekonferenz am 25. August

Die Zahl der Todesfälle durch Arzneimittel liegt in Deutschland deutlich höher als bislang angenommen - diesen Schluss zieht Professor Dr. Jürgen Frölich, Direktor der Abteilung Klinische Pharmakologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), aus einer auswärtigen repräsentativen Studie. Dort waren in einer großen Klinik über zwei Jahre lang alle Todesfälle durch Arzneimittel von stationär behandelten, internistischen Patienten erfasst worden - erstmals mit Hilfe von Autopsien und Messungen der Arzneimittel-Konzentrationen. Statt der bislang angenommenen 8.000 bis 16.000 Todesfälle pro Jahr errechnete Professor Frölich nun eine deutlich höhere Zahl, die wir interessierten Journalistinnen und Journalisten vorstellen möchten in einer

Pressekonferenz

am Montag, 25. August 2003,
um 11 Uhr
im Konferenzraum in der Ladenpassage des Zentralklinikums der MHH, Carl-Neuberg-Straße 1, in Hannover.

Als Beispiel wird Professor Frölich eine weitere Studie vorstellen, in der 44 Patienten mit einer Herzschwäche untersucht wurden und bei denen es zu einer Interaktion zweier Medikamente gekommen war. Die Nierenfunktion fiel aus und die Patienten mussten an die Dialyse. Zwei von ihnen starben, bei sechs Betroffenen ist eine lebenslange Blutwäsche notwendig. Für Professor Frölich bedeutet diese Beobachtung aus einem einzigen Dialysezentrum ein Vielfaches an Todesfällen für die gesamte Bundesrepublik.

Der Wissenschaftler wird auf der Pressekonferenz Ursachen für die unerwünschten Arzneimittel-Wirkungen aufzeigen und Verbesserungsmöglichkeiten vorstellen. "Bei der Anwendung des vorhandenen klinisch-pharmakologischen Wissens wäre die Hälfte der Todesfälle vermeidbar", sagt Professor Frölich.
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