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Die Region Göttingen hilft Japan direkt

22.03.2011 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

In Anbetracht der Katastrophe in Japan möchte die Universität Göttingen den in Not geratenen japanischen Studierenden mit einer groß angelegten Spendenaktion helfen. Auch die Göttinger Partnerhochschule, die Universität Tohoku in Sendai, wurde von dem Erdbeben hart getroffen: Viele Gebäude der Universität sind beschädigt. Um die Hilfe gezielt zu organisieren, hat die Universität Göttingen den Verein Georgia Augusta International gegründet. An der Hilfsaktion beteiligen sich auch die Stadt Göttingen und zahlreiche Kooperationspartner aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Sport. Pressemitteilung Nr. 54/2011

Die Region Göttingen hilft Japan direkt
Wissenschaft, Wirtschaft, Stadt, Kultur und Sport unterstützen Studierende und junge Forscher

(pug) In Anbetracht der Katastrophe in Japan möchte die Universität Göttingen den in Not geratenen japanischen Studierenden mit einer groß angelegten Spendenaktion helfen. Auch die Göttinger Partnerhochschule, die Universität Tohoku in Sendai, wurde von dem Erdbeben hart getroffen: Viele Gebäude der Universität sind beschädigt, der Betrieb ist eingestellt, Studierende und Mitarbeiter haben Angehörige verloren oder sind derzeit ohne Zuhause. Auch die japanischen Studierenden in Deutschland sind betroffen: Ein japanischer Student an der Universität Göttingen bekommt beispielsweise keine finanzielle Unterstützung mehr aus Japan. Er benötigt umgehend ein Überbrückungsstipendium, um sein Studium fortsetzen zu können. Um die Hilfe gezielt zu organisieren, hat die Universität Göttingen den Verein Georgia Augusta International gegründet. An der Hilfsaktion beteiligen sich auch die Stadt Göttingen und zahlreiche Kooperationspartner aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Sport.

Die Universität Göttingen und die gesamte Region sind tief erschüttert angesichts der Katastrophe in Japan. Erdbeben und Tsunami haben viele Landstriche verwüstet und die Not ist groß. Unsere Anteilnahme gilt den betroffenen Menschen. Den Studierenden und jungen Forschern in Japan, insbesondere an unserer Partneruniversität Tohoku, wollen wir bei der Gestaltung ihrer Zukunft helfen, beispielsweise mit Überbrückungsstipendien. Außerdem möchten wir etwa 20 Studierende kostenfrei zu einer Summer School nach Göttingen einladen, wo sie sich fachlich fortbilden, aber auch von den Auswirkungen der Katastrophe erholen können, so Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin der Universität Göttingen für Forschung und Internationales.

Unter dem Motto Die Region Göttingen hilft Japan direkt werden in den kommenden Wochen und Monaten Veranstaltungen stattfinden, deren Erlös direkt den von der Katastrophe betroffenen jungen Menschen zu Gute kommt. Die Sparkasse Göttingen hat als erste Einrichtung zugesagt, die Aktion finanziell zu unterstützen. Auch die KWS Saat AG wird einen größeren Betrag spenden. Den Auftakt der Hilfsaktion bildet eine öffentliche Veranstaltung am Freitag, 25. März 2011, von 16 bis 18 Uhr in der Aula der Universität. Die Hochschule hat ausgewiesene Japan-Kenner sowie Augenzeugen eingeladen, die zum Zeitpunkt des Erdbebens in Sendai waren. Sie werden aktuell über die Situation in Japan berichten. Als Hauptredner ist Mario Schmidt eingeplant, Asien-Experte des Norddeutschen Rundfunks. Interessierte haben auch die Möglichkeit, persönliche Fragen zu stellen. Für den musikalischen Rahmen sorgt der Berliner Musiker Dietmar Herriger, der die traditionelle japanische Bambusflöte Shakuhachi spielt. Auf dieser Veranstaltung werden wir auch Spenden sammeln. Die Universität und ihre Kooperationspartner würden sich über eine rege Beteiligung sehr freuen. Jede Spende ist wichtig, und sei sie noch so klein, betont Dr. Uwe Muuss, Leiter der Stabsstelle Göttingen International der Universität. Im Laufe des Jahres sind weitere Aktivitäten geplant, um die in Not geratenen Studierenden wirksam und langfristig unterstützen zu können.

Zu den Veranstaltungen der Kooperationspartner gehört unter anderem ein Solidaritätskonzert des Göttinger Symphonie Orchesters (GSO) und des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen am Sonntag, 3. April. Gemeinsam mit der Stadtkantorei Göttingen wird das GSO unter der Leitung von Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller ein Mozart-Requiem spielen. Das Konzert beginnt um 18 Uhr in der Göttinger Johanniskirche. Der Geschäftsführer des Restaurants Bullerjahn, Olaf Feuerstein, wird ein Charity Dinner für bis zu 250 Personen organisieren. Die BG Göttingen wird bei Heimspielen zu Spenden aufrufen. Das Studentenwerk Göttingen wird in der Zentralmensa japanisches Essen anbieten und ab der kommenden Woche an seinen Kassen ebenfalls für die Hilfsaktion sammeln. Das Messtechnikunternehmen Mahr, das auch in Japan aktiv ist, wird voraussichtlich eine Patenschaft für einen japanischen Studierenden übernehmen. Die japanische Studierendenvereinigung For Japan plant zur Unterstützung der Initiative Aktionen in der Göttinger Innenstadt, und auch die Katholische Hochschulgemeinde wird sich mit einer Benefizaktion beteiligen. Weitere Kooperationspartner sind neben der Stadt Göttingen, der Sparkasse Göttingen und der KWS Saat AG bislang die Industrie- und Handelskammer Hannover/Geschäftsstelle Göttingen, die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen, die Firma Novelis Deutschland, die Firmengruppe THIMM, der Verein Alumni Göttingen, die Wissenschaftseinrichtungen am Göttingen Research Campus und die Göttinger Fachhochschulen.

Helmut Takahiro Uchida, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Materialphysik der Universität Göttingen und ehemaliger Student der Universität Tohoku, erlebte das Erdbeben direkt in Sendai mit. Die Situation in der Region Tohoku rund um Sendai ist sehr schwierig, berichtet er. Die Landstriche an der Küste sind durch den Tsunami zerstört. Das Erdbeben hat im Inland am stärksten gewütet: Eisenbahnlinien und Straßen müssen mühsam wieder hergerichtet werden, der Wiederaufbau der Häuser wird Monate dauern. Die Versorgung mit dem Notwendigsten ist schwierig. Am Dienstag hat ein Schiff mit Nahrungsmitteln im Hafen von Sendai festgemacht, so dass die Versorgung wenigstens in den nächsten Tagen sichergestellt ist. Da Leitungen und Sendemasten zerstört sind, ist es sehr schwierig, zu kommunizieren und Informationen zu erhalten. In vielen Regionen Japans kann nicht per Handy telefoniert werden, für den E-Mail-Verkehr fehlt oft der Strom und der Zugang zu Computern.

Der Verein Georgia Augusta International wird dafür Sorge tragen, dass alle Spenden direkt den Betroffenen zu Gute kommen. Über die konkrete Verwendung des Geldes entscheidet ein Komitee aus Experten der an der Hilfsaktion beteiligten Einrichtungen. Die Stadt Göttingen wird die Arbeit des Vereins durch eine aktive Mitgliedschaft nach Kräften unterstützen, so Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer. Ich freue mich über so viel Hilfsbereitschaft, vor allem den japanischen Studierenden in unserer Stadt in dieser schweren Zeit zur Seite zu stehen. Spenden können unter dem Stichwort Japan 2011 auch direkt auf ein Spendenkonto bei der Sparkasse Göttingen eingezahlt werden, Kontonummer 15 1000 19, Bankleitzahl 260 500 01. Weitere Informationen sind erhältlich bei Dr. Tanja Falkowsky, Stabsstelle Göttingen International, Telefon (0551) 39-12482, sowie im Internet unter http://www.uni-goettingen.de/direkthilfejapan.

Darüber hinaus bieten Wissenschaftseinrichtungen bundesweit japanischen Wissenschaftlern Forschungsaufenthalte an. Daran beteiligt sind auch die Universität Göttingen, die Universitätsmedizin Göttingen, das Göttinger Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin und das Deutsche Primatenzentrum. Weitere Informationen sind unter http://www.nipponsciencesupport.net zu finden.


Kontaktadresse:
Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne
Vizepräsidentin der Georg-August-Universität Göttingen
Wilhelmsplatz 1, 37073 Göttingen
Telefon (0551) 39-4320, Fax (0551) 39-4520
E-Mail: hiltraud.casper-hehne@zvw.uni-goettingen.de
Internet: http://w
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