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Agrarökologe der Universität Göttingen beklagt Rückgang der Artenvielfalt

25.03.2011 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Im Jahr 2008 hat die Europäische Union die verpflichtende Stilllegung von Ackerflächen abgeschafft. Daraufhin wurden viele Brachflächen wieder bewirtschaftet mit negativen Auswirkungen für die Artenviel-falt. Prof. Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie an der Universität Göttingen, warnt nun vor den Auswirkungen dieser Regelung. Pressemitteilung Nr. 57/2011

Erhalt der Biodiversität durch mehr Ackerbrachen
Agrarökologe der Universität Göttingen beklagt Rückgang der Artenvielfalt

(pug) Im Jahr 2008 hat die Europäische Union die verpflichtende Stilllegung von Ackerflächen abgeschafft. Daraufhin wurden viele Brachflächen wieder bewirtschaftet mit negativen Auswirkungen für die Artenviel-falt. Prof. Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie an der Universität Göttingen, warnt nun vor den Auswirkungen dieser Regelung. In der Onlineausgabe der Zeitschrift Agriculture, Ecosystems and Envi-ronment hat er gemeinsam mit Kollegen Vorschläge zum biodiversitäts-freundlichen Management von Brachflächen vorgelegt.

Der zunehmende Rückgang der Ackerbrachen führt zu einer Monotonie in der Kulturlandschaft, so Prof. Tscharntke. Für die Förderung der Artenvielfalt in der Landschaft ist es nach Ansicht der Autoren am besten, die Ackerbrachen sich selbst begrünen zu lassen und auch Brachen unterschiedlichen Alters nebeneinander zu erhalten. In manchen ausgeräumten Landschaften gibt es allerdings nicht mehr genug artenreiche Wild-krautgesellschaften für eine bunte Selbstbegrünung, erläutert Prof. Tscharntke. Hier ist es sinnvoll, arten-reiche Saatmischungen anzusäen. Da solche Saatmischungen jedoch leicht von einigen dominanten Un-kräutern bestimmt werden, ist es nach Ansicht der Wissenschaftler wichtig, konkurrenzschwache Arten in kleinen Gruppen auszubringen und sie so vor Verdrängung zu schützen.

Für eine nachhaltige Förderung der Artenvielfalt und der dazugehörenden Funktionen wie Bestäubung und biologische Schädlingsbekämpfung gelten allgemein rund 20 Prozent naturnaher Lebensräume in einer Landschaft als notwendig. Mit einer gut gemanagten Flächenstilllegung sollte dieser Wert aber deutlich reduzierbar sein, so Prof. Tscharntke. Die EU-Politik hat das Instrument der Flächenstilllegung leider auf-gegeben, ohne wirksame Alternativen zur Förderung der Biodiversiät in Kulturlandschaften zu schaffen.

Originalpublikation:
Teja Tscharntke et al. Set-aside management: How do succession, sowing patterns and landscape context affect biodiversity? Agriculture, Ecosystems and Environment. DOI: 10.1016/j.agee.2010.11.025.

Hinweis an die Redaktionen:
Ein Foto zum Thema haben wir unter http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=3809 zum Download bereit-gestellt.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Teja Tscharntke
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Agrarwissenschaften Abteilung Agrarökologie
Grisebachstraße 6, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-9209, Fax (0551) 39-8806
E-Mail: ttschar@gwdg.de
Internet: http://www.agroecology.uni-goettingen.de Weitere Informationen: http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=3809
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