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Rechtsstreit zu Restitutionsansprüchen bezüglich der Steindorff-Sammlung vertagt

07.04.2011 - (idw) Universität Leipzig

Das Verfahren um die Rückgabe der Steindorff-Sammlung des Ägyptischen Museums der Universität Leipzig ist am Donnerstag, dem 7.4.2011, vor dem Berliner Verwaltungsgericht vertagt worden. Eine Entscheidung über den Verbleib dieser altägyptischen Objekte, die aus der einstigen Privatsammlung des Ägyptologen, Professor Georg Steindorffs (1861-1951), stammen, wurde damit noch nicht getroffen. Die Verhandlung wird am 26.5., 11:15 Uhr, am Verwaltungsgericht Berlin fortgesetzt. Das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen hatte im Jahr 2009 auf einen Restitutionsantrag der Jewish Claim Conference (JCC) hin durch Bescheid entschieden, dass die Objekte der ehemaligen Sammlung-Steindorff zurück zu übertragen sind. Da sich der Sachverhalt der Universität Leipzig anders darstellt, klagte diese vor dem Berliner Verwaltungsgericht gegen diesen Bescheid.

Prof. Dr. Georg Steindorff war ab 1904 Inhaber des Ägyptologischen Lehrstuhls an der Universität Leipzig.
Zwischen 1903 und 1931 unternahm er eigenverantwortlich und im Auftrag der Universität Leipzig Grabungen in Ägypten.
Dabei erwarb er darüber hinaus aus privaten Mitteln antike Objekte, um damit die Sammlung der Leipziger Universität für seine Lehrtätigkeit zu ergänzen. Die meisten seiner Objekte wurden von Anfang an in die öffentliche Sammlung integriert.

Georg Steindorff erreichte 1930 sein Emeritierungsalter, blieb aber weiterhin im Amt und wurde nochmals im Mai 1933 von der Universität gebeten, nicht in den Ruhestand zu gehen, da die Nachfolge noch nicht geklärt war. Nach seiner offiziellen Emeritierung wurde ihm 1934 wegen seiner jüdischen Herkunft jede weitere Vorlesungstätigkeit untersagt und ein Nachfolger, Prof. Walther Wolf, berufen.
In einem Schreiben vom 05.08.1936 bot Steindorff seine "Sammlung ägyptischer Altertümer, die zum Teil im ägyptischen Museum der Universität als Leihgabe ausgestellt sind, zum Teil sich in meiner Wohnung befinden, dem ägyptischen Museum zum Kauf an".

Er bezifferte den von ihm gewünschten Kaufpreis mit dem von ihm ursprünglich verauslagten Ankaufspreis von 8.000,00 Reichsmark (RM), wobei er selbst von einem aktuellen Verkehrswert in Höhe von 10.260,00 RM ausging. Ihm lag zu diesem Zeitpunkt ein Alternativangebot des Kestner Museums Hannover vor, dass er aber nicht mehr weiter verfolgen wollte, als sich das Leipziger Interesse konkretisierte.
Am 04.03.1937 erhielt Prof. Steindorff dann die Nachricht, dass der Ankauf seiner Sammlung vom Ministerium zum vorgeschlagenen Kaufpreis von 8.000,00 RM in mehreren Raten genehmigt worden war.

Am 30.03.1939 ist Prof. Steindorff mit seiner Familie über Bremen in die USA emigriert. Nach dem Krieg äußerte sich Prof. Steindorff in mehreren an die Universität Leipzig gerichteten Briefen zufrieden über die Wiederaufstellung der nach dem Krieg noch erhaltenen Teile der Sammlung in der Universität Leipzig. Dies entsprach seinem Wunsch, die Sammlung in der Universität Leipzig zu zeigen.

Die ca. 150 Objekte der ehemaligen privaten Sammlung-Steindorff sind Bestandteil der Ausstellung und des akademischen Unterrichtsmaterials des Ägyptischen Museums "Georg Steindorff" der Universität Leipzig.



A C H T U N G - kurzfristiger Pressetermin!

Der Kustos des Ägyptischen Museums, Dr. Dietrich Raue, steht Ihnen am (morgigen) Freitag, 8.4.2011, um 10:00 Uhr im Rahmen eines Pressegesprächs für Fragen zur Verfügung. Wir laden Sie dazu herzlich in die Räume des Ägyptischen Museums, Goethestraße 2, 04109 Leipzig ein.

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Weitere Informationen:
Pressestelle der Universität
Telefon: +49 341 97-35020
E-Mail: presse@uni-leipzig.de

Kustos
Dr. Dietrich Raue
Ägyptisches Museum/Ägyptologisches Institut - Georg Steindorff -
Telefon: +49 341 97-37013
E-Mail: dietrich.raue@uni-leipzig.de
http://www.uni-leipzig.de/~egypt/

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