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Mit Interdisziplinarität gegen Infektionen

13.04.2011 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Marc Thilo Figge ist neuer Professor für Angewandte Systembiologie der Universität Jena Es tobt ein täglicher Kampf in uns ohne dass wir davon etwas bemerken. Denn in aller Regel geht die Sache für uns gut aus: Dringen Krankheitserreger aus der Umwelt in unseren Körper ein, werden sie von der Immunabwehr erkannt und sofort unschädlich gemacht, ohne dass wir krank werden. Dennoch passiert es immer wieder, dass bestimmte Keime der Immunattacke entgehen, sagt Prof. Dr. Marc Thilo Figge von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Warum das manchen Krankheitserregern besser gelingt als anderen etwa Schimmel- und Hefepilzen das will der gerade ernannte Professor für Angewandte Systembiologie herausfinden.

Dem Ruf der Friedrich-Schiller-Universität folgte der 41-Jährige vom Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) der Goethe-Universität. In Jena leitet er jetzt die Forschergruppe Angewandte Systembiologie am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Hans-Knöll-Institut (HKI). Im Bereich der Forschung zu Pilzinfektionen gehört das HKI zu den renommiertesten Instituten, unterstreicht Prof. Figge, der in seinem neuen Jenaer Umfeld vielfältige Anknüpfungspunkte für gemeinsame Projekte findet. So ist er u. a. Mitglied in der Exzellenz-Graduiertenschule Jena School for Microbial Communication (JSMC) und der International Leibniz Research School for Microbial and Biomolecular Interactions (ILRS).

Doch anders als die meisten seiner Kollegen am HKI hat Prof. Figge seine wissenschaftlichen Wurzeln nicht in den Lebenswissenschaften, sondern in der Physik. Interdisziplinarität, so sagt der Wissenschaftler von sich, sei sein Markenzeichen. Mein Fach die Systembiologie existiert praktisch nur in der Interdisziplinarität. Mit mathematisch-physikalischen Methoden analysiert Prof. Figge biologische Systeme. Ausgehend von experimentellen Daten erstellen wir theoretische Modelle, um biologische Infektionsprozesse zeitlich und räumlich am Computer zu simulieren. Diese Modelle wiederum können den experimentell arbeitenden Kollegen Anhaltspunkte für weiterführende Untersuchungen liefern.

Nach dem Physik-Studium an der Uni Dortmund hatte sich Marc Thilo Figge zunächst der Festkörperphysik verschrieben. In diesem Fach fertigte er seine Dissertation an, mit der er im Jahr 2000 an der Universität Groningen in den Niederlanden promoviert wurde. Ein Krankheitsfall in der Familie weckte damals schlagartig sein Interesse an der Immunologie. Schnell stellte der Physiker dabei fest, dass sich im Bereich der Lebenswissenschaften vielfältige Anwendungsmöglichkeiten seiner physikalischen Grundlagenforschung finden lassen. Dem Thema Immunologie ist der aus Hagen in Nordrhein-Westfalen stammende Forscher bis heute treu geblieben.

Davon können nun auch die Studierenden der Jenaer Universität profitieren. Mit seiner Vorlesung Systems Biology of Immunology wird sich Prof. Figge explizit an ein interdisziplinäres Publikum richten. Idealerweise hören diese sowohl Biologen, die dabei die mathematische Modellierung kennenlernen, als auch Physiker und Bioinformatiker, die ich so für die Immunologie begeistern möchte.

Nach dem gelungenen Start in Forschung und Lehre wartet auf den Neu-Jenaer in den kommenden Monaten nun eine weitere Herausforderung: Der Vater von vier Kindern im Alter zwischen 13 Jahren und einem Jahr wird mit der ganzen Familie vom Main an die Saale ziehen.

Kontakt:
Prof. Dr. Marc Thilo Figge
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Hans-Knöll-Institut
Beutenbergstraße 11a, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 5321416
E-Mail: thilo.figge[at]hki-jena.de Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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