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Meilenstein in der Lehrerbildung

15.04.2011 - (idw) Goethe-Universität Frankfurt am Main

Grundlegende Reform der Pädagogenausbildung an der Goethe-Universität FRANKFURT. Praxisorientierter, wissenschaftsnäher und besser verzahnt mit allen für Lehrerbildung relevanten Bereichen der Goethe-Universität: das sind die wesentlichen Attribute einer nach 40 Jahren grundlegenden Reform der Lehrerausbildung an der Goethe-Universität, die der Senat am Mittwoch ohne Gegenstimme bei vier Enthaltungen gebilligt hat.

Unter Federführung von Vizepräsident Prof. Lutz-Bachmann wurde in den letzten zwei Jahren ein eigenständiges Modell entwickelt, das in der deutschen Bildungslandschaft seinesgleichen sucht. Wir haben versucht, dabei auch gezielt Erfahrungen bereits erfolgreicher Modelle etwa in München oder Bochum einfließen zu lassen, aber auch von deren Problemen zu lernen, so Lutz-Bachmann.
Mit der nun auf den Weg gebrachten Reform hat das Präsidium der Goethe-Universität einen weiteren Meilenstein der universitären Weiterentwicklung erreicht: 2009 hatte Uni-Präsident Prof. Werner Müller-Esterl die Reform der Lehrerbildung als eine der großen Herausforderungen seiner Amtszeit bezeichnet: Mit der Reform schlagen wir eine neues Kapitel der Lehrerbildung an der Goethe-Universität auf, die mit 6000 Lehramtsstudierenden die größte lehrerbildende Hochschule in Hessen ist , so Müller-Esterl.

Wir haben bei dieser Reform einmal mehr die Möglichkeiten unserer institutionellen Autonomie als Universität ausgenutzt und unseren universitären und gesellschaftspolitischen Gestaltungsauftrag für eine nachhaltige Entwicklung der Lehrerbildung in Hessen mehr als erfüllt, kommentierte Lutz-Bachmann das neue Konzept. Mit einem neuen Konzept der Bildungswissenschaften richte die Goethe-Universität die Lehramtsbildung neu aus: Die Bildungswissenschaften werden an die Stelle der bisher sog. Grundwissenschaften für Lehramtsstudierende treten.

Mit der Reform ihrer Lehrerbildung reagiere die Goethe-Universität aber auch auf die von studentischer Seite immer wieder laut gewordene Kritik, die Lehrerbildung sei zu praxisfern organisiert und die Grundwissenschaften in den einzelnen Fachbereichen würden für Lehramtskandidaten viel zu unspezifisch angeboten. Das neue Modell zeichne sich daher insbesondere dadurch aus, dass es die Verankerung der Lehrerbildung in den Fachbereichen steigere und gleichzeitig didaktische Fragestellungen stärker in den Mittelpunkt rücke.

Eine Veränderung betrifft auch die studentische Beteiligung. An entscheidenden Schnittstellen finden sich studentische Vertreter in Leitungs- und Beratungsgremien: Sie stellen künftig im entsprechenden Gremium der Abteilung Lehrerbildung sechs Vertreter und im Leitungsgremium der Akademie für Lehrerbildung zwei. In der Berücksichtigung studentischer Interessen geht die Goethe-Universität damit weit über die Anforderungen hinaus, die sich aus dem Hessischen Hochschulgesetz ergeben (§ 55). Regelmäßige Umfragen zur Qualität und Quantität der Lehre und der Angebote für Lehramtsstudierende sollen zukünftig dabei helfen, die Studienbedingungen zu verbessern.

Besonders gewinnt neben einer besseren Vermittlung von wissenschaftlichen Grundlagen in den Fachbereichen die Fachdidaktik. Deren wissenschaftliche Bedeutung wird deutlich erhöht auch in enger Kooperation mit dem DIPF (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung), ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft sowie IDEA (Center for Research on Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk).

Die Qualität der Schulen von Morgen hängt entscheidend von der Qualität der Lehrerausbildung heute ab. Die Goethe-Universität stellt deshalb die Weichen neu für leistungsfähige Studiengänge auf hohem wissenschaftlichem Niveau, sagt Prof. Udo Rauin, Direktor am Zentrum für Lehrerbildung der Goethe Universität.

Informationen: Matthias Lutz-Bachmann, Vizepräsident, Campus Bockenheim, Tel. 069/798-32779; Lutz-Bachmann@em.uni-frankfurt.de
Udo Rauin, Institut für Pädagogik der Sekundarstufe, Tel. 069/798-23808; rauin@em.uni-frankfurt.de

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die Science City auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofes¬suren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.


Herausgeber Der Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Redaktion Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter Marketing und Kommunikation, Senckenberganlage 31, 60325 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-23935, Fax: (069) 798-28530, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de
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