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Infektionen mit multiresistenten Keimen nach OPs verhindern

27.04.2011 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e. V.

München Infizieren sich Patienten nach chirurgischen Eingriffen mit multiresistenten Bakterien, erhöhen sich Therapiedauer, Therapiekosten und das Risiko, an der Infektion zu sterben. Angesichts der schweren Folgen und der wachsenden Anzahl solcher Keime in Krankenhäusern, sind notwendige Präventionsmaßnahmen und erfolgreiche Therapiekonzepte Themen beim 128. Chirurgenkongress vom 3. bis 6. Mai 2011 in München. Methicillin-resistente Staphylokokkus aureus (MRSA), Vancomycin-resistente Enterobakterien (VRE) oder multiresistente gram-negative Bakterien (MRGN) gelangen meistens mit infizierten Patienten in Krankenhäuser. Intensivpatienten, Patienten mit großflächigen Wunden, Diabetiker und Patienten aus Alters- oder Pflegeheimen sind besonders häufig betroffen. Ihre Behandlung kann sehr problematisch verlaufen: Nur noch wenige, neue Antibiotika wirken gegen diese Keime. Eine kürzlich publizierte Studie mit 119 699 Patienten von 537 europäischen Intensivstationen konnte nachweisen, dass intensivpflichtige Patienten mit Infektionen durch multiresistente Keime eine deutlich erhöhte Mortalität aufweisen, meint Professor Dr. med. Markus W. Büchler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Viszeralchirurgie, im Vorfeld des Chirurgenkongresses.

Lückenlose Hygienemaßnahmen sind die einzige Möglichkeit, die Ausbreitung der Keime auf einem niedrigen Niveau zu halten. Nur wenige Länder führen diese bisher durch: Kliniken in den Niederlanden untersuchen Patienten bereits vor der Aufnahme auf solche Keime und isolieren diese bei Bedarf. Solche Screeningprogramme verhindern auch, dass sich zukünftig weitere, bei uns noch unbekannte multiresistente Keime ausbreiten, betont Professor Büchler. Eine weitere Maßnahme ist, dass Antibiotika nur noch bei Bedarf eingesetzt werden.

Welche Medikamente heute noch MRSA-, VRE- und MRGN-Infektionen bekämpfen können und welche Hygienemaßnahmen in der Chirurgie bundesweit notwendig sind, berichten Experten aus allen chirurgischen Fachrichtungen beim Thementag Chirurgische Infektionen zum Auftakt des diesjährigen Chirurgenkongresses am 3. Mai 2011.

Die Thementage mit insgesamt vier Schwerpunkten sind neu im wissenschaftlichen Programm des 128. Chirurgenkongresses. Zu den Themen Chirurgische Infektionen, Transplantation von Zellen, Geweben und Organen, Chirurgische Intensivmedizin sowie Notfallmedizin/Katastrophenmanagement gibt es ganztägig Vortragsveranstaltungen mit abschließender Podiumsdiskussion. Das Programm gestaltet die DGCH gemeinsam mit den zehn Fachgesellschaften der Viszeral-, Unfall-, Gefäß-, Kinder-, Herz-, Thorax-, Neuro-, Kiefer- und plastischen Chirurgie sowie den Orthopäden. Posterpräsentationen, eine Industrieausstellung und Fortbildungskurse ergänzen das Fortbildungsangebot für Chirurgen aller Fachrichtungen.

Terminhinweise:
Pressekonferenz
Chirurgische Infektionen
Dienstag, 3. Mai 2011, 11.30-12.30 Uhr, Raum 22b, ICM München

Thementage
Chirurgische Infektionen
Dienstag, 3. Mai 2011, 9.00-17.30 Uhr, Saal 14b, ICM München
Transplantation von Zellen, Geweben und Organen
Mittwoch, 4. Mai 2011, 8.30-17.30 Uhr, Saal 14b, ICM München

Chirurgische Intensivmedizin
Donnerstag, 5. Mai 2011, 8.30-17.30 Uhr, Saal 14b, ICM München
Notfallversorgung / Katastrophenmanagement
Freitag, 6. Mai 2011, 8.30-14.30 Uhr, Saal 14b, ICM München

Kontakt für Journalisten:
Beate Schweizer, Christine Schoner
Pressestelle DGCH, Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-295 /-573, Fax: 0711 8931-167
E-Mail: Schweizer@medizinkommunikation.org, schoner@medizinkommunikation.org Weitere Informationen: http://www.chirurgie2011.de 128. Chirurgenkongress, 3. bis 6. Mai 2011, ICM München
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