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Zielgenau treffen

04.05.2011 - (idw) Philipps-Universität Marburg

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert mit 1,4 Millionen Euro eine neue Emmy Noether-Nachwuchsgruppe an der Philipps-Universität, die von dem Biochemiker Dr. Peter Kolb geleitet wird. Das junge Team untersucht in den kommenden fünf Jahren mit Hilfe computergestützter Methoden, wie Wirkstoffe und deren Zielproteine interagieren. Die Einrichtung der neuen Emmy Noether-Gruppe zeigt zum wiederholten Mal, dass herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Philipps-Universität ein exzellentes Forschungsumfeld finden, aber auch selber mit prägen können, sagt Uni-Vizepräsident Professor Dr. Frank Bremmer. Das Emmy Noether-Programm bietet promovierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nach einem Auslandsaufenthalt die Möglichkeit, durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe die Befähigung für eine Laufbahn als Hochschullehrerin oder Hochschullehrer zu erwerben.

Peter Kolb studierte Biochemie und Theoretische Chemie an der Universität Wien und am Karolinska Institut in Stockholm und wurde im Jahr 2006 an der Universität Zürich promoviert. Vor seinem Wechsel nach Marburg hielt sich der gebürtige Österreicher dreieinhalb Jahre lang zu Forschungszwecken im US-amerikanischen San Francisco auf. Hierbei unterstützte ihn der Schweizerische Nationalfonds mit einem Stipendium für Angehende Forschende. Seit 2010 betätigt er sich auch als Herausgeber beim Journal of Postdoctoral Affairs.
Der Titel der neuen Emmy Noether-Gruppe lautet: Untersuchungen zum besseren Verständnis und zur Vorhersage der Wechselwirkungen von kleinen Molekülen und Proteinen. In unserer Arbeitsgruppe dreht sich alles um die Interaktionen, die Eiweißverbindungen mit ihren Bindungspartnern eingehen, erläutert der Nachwuchsgruppenleiter.

Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Selektivität der Interaktion gelegt, führt Kolb weiter aus, also darauf, wie zielgenau ein Protein getroffen wird. Die Bindung eines kleinen Moleküls an mehrere Proteine kann zu großer Wirksamkeit führen, wenn es sich um eine Interaktion mit krankheitsrelevanten Proteinen handelt; es kann aber auch zu schweren Nebenwirkungen kommen, falls die Bindungspartner an die falschen Proteine koppeln. Ziel der Forschung sei es, Moleküle mit ganz bestimmten Interaktionsmustern vorherzusagen und bestehende Wirkstoffe zu verbessern, erklärt Kolb. Solche Moleküle könnten später auch als Werkzeuge eingesetzt werden, um Wechselwirkungen von Proteinen mit anderen Proteinen zu erforschen, erwartet der Biochemiker.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Dr. Peter Kolb,
Emmy Noether-Nachwuchsgruppe "Untersuchungen zum besseren Verständnis und zur Vorhersage der Wechselwirkungen von kleinen Molekülen und Proteinen"
Institut für Pharmazeutische Chemie
Tel.: 06421 28-25908
E-Mail: peter.kolb@uni-marburg.de
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