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Physik lehren lernen - 20 Jahre Physikdidaktik in Erlangen

31.05.2002 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Die deutsche Physik genießt international einen hervorragenden Ruf. In den letzten vier Jahren kamen allein drei Physiknobelpreisträger - Wolfgang Ketterle, Herbert Kroemer, Horst L. Störmer - aus Deutschland. Dennoch kämpft das Fach hier zu Lande sowohl in der Schule als auch an der Universität mit verschiedenen Problemen. An der Schnittstelle steht die Physikdidaktik, die mit einem Festakt am Dienstag, 4. Juni 2002, 16.30 Uhr (Physikum, Hörsaal H, Staudtstr. 5, Erlangen) ihr 20jähriges Bestehen in Erlangen feiert. Den Festvortrag hält Prof. em. Dr. Max Liedtke über "Fachdidaktik - Visionen und Realität".

Als relativ junges Fach wurde die Fachdidaktik Physik im Rahmen einer Neustrukturierung der verschiedenen Lehramtsstudiengänge Anfang der 80er Jahre eingeführt. In ihrer Mittlerfunktion zwischen Schule und Universität sucht das Fach nach einer wissenschaftlich fundierten Umsetzung des physikalischen Lehrstoffes in der Schule. Wie wichtig eine entsprechende wissenschaftliche didaktische Begleitung ist, macht Prof. Dr. Werner Schneider, Professor für Didaktik der Physik in Erlangen, deutlich: "Die eigenen schulischen Erfahrungen prägen maßgeblich die lebenslange Einstellung zur Physik. Aus ökonomischen, ökologischen und kulturellen Gründen können wir es uns eigentlich nicht leisten, die Leitwissenschaft Physik in der Schule nicht adäquat zu präsentieren und Frustration hervorzurufen."

In diesem Bereich setzen die Forschungsaktivitäten der Physikdidaktik an. "Der Physikunterricht darf nicht von der Nabelschnur der Wissenschaft abgeschnitten sein", mahnt Schneider. In Erlangen liegt der Schwerpunkt der Forschungs-tätigkeit daher zum Beispiel auf der Entwicklung von interessanten und einprägsamen Experimenten und Computerprogrammen ebenso wie auf der Untersuchung typischer Lernschwierigkeiten im Physikunterricht oder dem Einfluss von Schülervorwissen. Die Angliederung an die Universität ist für den Erlanger Professor eine wichtige Voraussetzung: "Gerade der universitäre Freiraum ist notwendig, um neue Ideen und Konzepte zu entwickeln und Unterricht neu zu denken." Im Gespräch mit den Praktikern in den Schulen, zum Beispiel in Fortbildungsseminaren und öffentlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, werden die Forschungsergebnisse dann vorgestellt, weiterentwickelt und verbessert.

Dass gerade im Bereich des naturwissenschaftlichen Unterrichts Handlungsbedarf besteht, zeigen nach der Überzeugung von Schneider die Ergebnisse von TIMSS und PISA. Er fordert von der Universität, die Ausbildung von Lehramtsstudenten als wichtige Aufgabe zu begreifen. Nach seinen Vorstellungen sollte die pädagogische Dimension der Physik stärker als bisher neben die theoretische und experimentelle Säule treten.
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