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Elektromobilität große Chance für die Universitäten

12.05.2011 - (idw) Technische Universität Clausthal

Clausthal-Zellerfeld. Der Wechsel von Autos mit Verbrennungsmotor zu Hybrid- und Elektrofahrzeugen erfolgt nicht abrupt, sondern sukzessive über Jahrzehnte. Dies hat Dr. Rudolf Krebs, Konzernbeauftragter für Elektrotraktion bei Volkswagen, im Vortrag Elektromobilität als Chance im Audimax der TU Clausthal deutlich gemacht. Die Veranstaltung fand vor rund 100 Professoren, Ingenieuren und Studierenden im Rahmen der Reihe Kluge Köpfe denken heute schon an übermorgen statt, die vom Niedersächsischen Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik (NFF) organisiert wird. Drei Megatrends charakterisieren nach Krebs Worten die Situation: der drohende Klimawandel, Smog und Lärm in den Megastädten sowie die Endlichkeit fossiler Brennstoffe. Um diesen globalen Herausforderungen zu begegnen, reichten konventionelle Antriebssysteme auf Dauer nicht aus. Der Bedarf an neuen Mobilitätstechnologien bedeute auch für die Universitäten eine große Chance, so der promovierte Ingenieur.

Zum Anforderungsprofil künftiger Elektrofahrzeuge sagte Krebs: Das Auto muss weiter Spaß machen, es muss alltagstauglich sein und rund 15 Jahre halten. Da die Reichweite eines batteriebetriebenen Wagens derzeit bei nur 80 bis 200 Kilometern liegt, führten die ersten Schritte der Elektrifizierung über sogenannte Hybride. Gemeint sind Fahrzeuge, die einen Elektroantrieb mit einem Verbrennungsmotor kombinieren und somit kein Reichweitenproblem haben. Moderne Plug-in-Hybride könnten mit einem Liter Kraftstoff 100 Kilometer zurücklegen.

Dr. Krebs, der über seine Arbeit direkt dem Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG, Martin Winterkorn, berichtet, betonte aber auch: Elektromobilität geht über Batterie und Elektromotor hinaus. Sämtliche Technologien im Fahrzeug, selbst die Klimaanlage, müssten vor dem Hintergrund eines neuen Antriebssystems überdacht werden. Um die Reichweite der E-Fahrzeuge zu steigern, nehmen die Forscher deshalb neben der Batterietechnologie noch sind die Akkus zu teuer und zu schwer Aspekte wie Rollwiderstand, Aerodynamik, Gewicht und Wirkungsgrad mechanischer Komponenten ins Visier.

Elektromobilität ist nicht nur eine Angelegenheit der Automobilkonzerne, sie ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die viele Mitstreiter benötigt, sagte Krebs mit Blick auf die Forschung, Politik, Netzbetreiber, Zulieferindustrie und Kommunen. Grundsätzlich machten ihm die neuen Herausforderungen und der Wandel zu erneuerbaren Energien aber keine Angst. Als Beleg nannte er einen Vergleich: In nur sechs Stunden empfangen alle Wüsten der Erde so viel Sonnenenergie, um die gesamte Erdbevölkerung ein Jahr lang mit Energie zu versorgen.

Neben dem Niedersächsischen Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik hatte sich auch dessen Clausthaler Mitgliedsinstitut, das Institut für Informatik, in die Organisation der Veranstaltung eingebracht. Professor Andreas Rausch, Vizepräsident der TU Clausthal und Vorstandsmitglied im NFF, verwies auf die Verbindung von Elektromobilität und Informatik. So seien in modernen Oberklasse-Fahrzeugen rund 80 Mikrocomputer mit entsprechender Software im Einsatz. Mit dem VW-Konzern laufe derzeit ein gemeinsames Forschungsprojekt zur Weiterentwicklung solcher Aggregate.
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