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Nationales Netzwerk zur Diagnose, Prävention und Therapie von Rückenbeschwerden an der Uni Potsdam

18.05.2011 - (idw) Universität Potsdam

Die Sportmediziner der Universität Potsdam haben sich in den vergangenen Monaten erfolgreich um ein 5-Millionen-Euro-Drittmittelprojekt beworben. In den nächsten gut drei Jahren erforschen die Wissenschaftler der Hochschulambulanz nun gemeinsam mit Medizinern aus Berlin, Heidelberg, Dresden, München, Hamburg und Frankfurt/Main Möglichkeiten der Minimierung des Risikos von Rückschmerzen und der Abmilderung von Beschwerden. Schätzungsweise 90 Prozent der Westeuropäer leiden im Verlauf ihres Lebens unter Rückenschmerzen. Längst sind Rückenbeschwerden die Volkskrankheit Nummer 1 in den westlichen Industrieländern. Rückenbeschwerden sind zudem einer der häufigsten Gründe für krankheitsbedingte Arbeitsausfälle. Der volkswirtschaftliche Schaden ist dadurch enorm. Die Befunde reichen vom Hexenschuss, über den Bandscheibenvorfall bis zu chronisch unspezifischen Beschwerden. Laut Statistik klagen 20 Millionen Deutsche regelmäßig über Kreuzschmerzen. Zum Kreis der Betroffenen gehören dabei nicht nur Personen mit unzureichend trainierter Rückenmuskulatur, sondern auch Nachwuchs- und Spitzensportler.
Bei der Suche nach den Ursachen machen die Mediziner neben strukturellen Schäden wie beispielsweise Gelenkdegenerationen häufig eine unzureichende Stabilisation und Funktion der Wirbelsäule bedingt durch Defizite im Zusammenspiel zwischen Nerv und Muskel aus. Immer wieder aber liegen die Gründe für das Entstehen von Rückenschmerzen und die Verfestigung des Krankheitsbildes auch im psychischen und psychosozialen Bereich, insbesondere im Umgang mit Stress und Schmerz. Ein gezieltes Training sowohl zur Vorbeugung von Beschwerden als auch in der Rehabilitation erweist sich in der Regel als wirksam. Allerdings bleibt im Einzelfall oft unklar, welche Intervention letztendlich zur Risiko- und Beschwerdeminderung geführt hat. Verfahren der Differentialdiagnostik sind weder im Spitzensport noch in der Allgemeinmedizin ausreichend auf ihren Effekt hin untersucht, sodass so die Meinung der Spezialisten die Beurteilung einer spezifischen und gezielten Prävention und Therapie derzeit nicht abschließend möglich ist. Genau an diesem Punkt setzen die Sportmediziner in Kooperation mit Sport- und Gesundheitssoziologen, Sportwissenschaftlern und Sportpsychologen mit dem neuen Projekt an. Es sollen gesicherte Erkenntnisse zur Wirksamkeit spezifischer Interventionsmöglichkeiten durch körperliche Aktivität erforscht werden. Ziel ist schließlich die Übertragung der Ergebnisse aus dem Sport auf die Gesamtgesellschaft. Das Projekt wird in den nächsten 3,5 Jahren mit einer Summe von fast fünf Millionen Euro durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaften gefördert.

Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) hat die Aufgabe, Forschungsvorhaben auf dem Gebiet des Sports zu initiieren, zu fördern und zu koordinieren, die Forschungsergebnisse auszuwerten und den Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis in Zusammenarbeit mit dem Sport zielgruppenorientiert vorzunehmen. Dies gilt insbesondere für die Bereiche Spitzensport, einschließlich der Nachwuchsförderung und Talentsuche, Sportgeräteentwicklung und Dopinganalytik. Fragestellungen zur Sportentwicklung, die für die Bundesrepublik Deutschland als Ganzes von Bedeutung sind und durch ein Bundesland allein nicht wirksam gefördert werden können, stehen außerdem im Fokus des Interesses.

Hinweis an die Redaktionen:

Kontakt: Prof. Dr. med. Frank Mayer (Projektleitung), Telefon: 0331/977-1768,
E-Mail: fmayer@uni-potsdam.de
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