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Krankenhaus-Fusionen: Öffentliche Träger scheitern häufiger

31.05.2002 - (idw) Bertelsmann Stiftung

Studie des Centrums für Krankenhausmanagement zieht Vergleich

Gütersloh/Münster, 31. Mai 2002. Fusionen von Krankenhäusern in öffentlicher und kirchlicher Trägerschaft scheitern häufiger als Übernahmen, an denen private Klinikgruppen beteiligt sind. Dies hat eine gemeinsame Studie des von der Bertelsmann Stiftung gegründeten Centrums für Krankenhausmanagement (CKM) an der Universität Münster und der Münsteraner Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft APB ergeben. Die Studie untersuchte 36 regionale Fusionen mit durchschnittlich drei beteiligten Krankenhäusern. Fast 70 Prozent der Fusionen von Krankenhäusern in öffentlicher oder kirchlicher Trägerschaft erreichen nicht die gesetzten Ziele, dagegen sind nur etwa 25 Prozent der privaten Zusammenschlüsse Misserfolge.

Professor Wilfried von Eiff, Leiter des CKM, stellt fest, dass die meisten Fusionen an den unverrückbaren Verhandlungspositionen der Partner scheitern: Öffentliche Krankenhausträger wie z. B. Städte, Landkreise oder Kirchengemeinden wollen Einfluss auf die operative Krankenhausführung behalten, ohne in ausreichendem Maß über die Besonderheiten des "Marktes Gesundheitswesen" informiert zu sein oder die nötigen Management-Fähigkeiten zu besitzen. Zukünftige Schlüsselpositionen in Geschäftsführung und Aufsichtsrat sollen mit Personen des "politischen Vertrauens" besetzt werden. Arbeitnehmervertreter verlangen Besitzstandswahrung und insbesondere die Garantie der BAT-Tarifstruktur des öffentlichen Dienstes. Gerade der BAT-Tarif steht in der Kritik der Krankenhaus-Manager: Seine Bezahlungsstruktur fördere weder Engagement noch Leistung und steigere außerdem die Kosten.

Management-Instrumente zur Planung und Steuerung von Fusionen wie z. B. die "Regionale Branchenstrukturanalyse" oder die "Balanced Scorecard" (ein Kennzahlen-Modell zur Steue-rung von Unternehmensaktivitäten) werden weder von privaten noch von öffentlichen Fusionspartnern systematisch angewendet. "Dies führt schon im Vorfeld zu einer mangelhaften Abstimmung der Strategien", weist von Eiff auf den wohl schwerwiegendsten Managementfehler hin. Die Konsequenzen einer sachfremden Fusionspolitik: Chancen zur regionalen Weiterentwicklung der medizinischen Qualität bleiben ungenutzt, Patiententourismus ist die Folge. Im schlimmsten Fall werden außerdem Arbeitsplätze in einer Region vernichtet.


Rückfragen an: Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Telefon: 0 251 / 83-314 40


Weitere Informationen unter: www.krankenhaus-management.de
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