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UNESCO erklärt Dokumente zum Bau und Fall der Berliner Mauer und "2+4"-Vertrag zum Welterbe

27.05.2011 - (idw) Zentrum für Zeithistorische Forschung

Die gemeinsame Nominierung der Deutschen UNESCO-Kommission und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) war erfolgreich.
Die Generaldirektorin der UN-Kulturorganisation UNESCO,Irina Bokowa, hat am gestrigen Mittwoch 14 Dokumente zum Bau und Fall der Berliner Mauer und den Zwei-Plus-Vier-Vertrag in das Register des Weltdokumenten-erbes aufgenommen. Damit folgte sie der Empfehlung des Internationalen Komitees "Memory of the World", das vom 22. bis 25. Mai in Manchester tagte. Zu den Dokumenten zählen unter anderem das Foto Sprung in die Freiheit des flüchtenden DDR-Grenzpolizisten Conrad Schuhmann und die Rede von US-Präsident John F. Kennedy 1963 in West-Berlin. Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Deutschen UNESCO-Kommission und dem ZZF waren zunächst Bild-, Film-, Ton- und Schriftdokumente ermittelt und eine Vorauswahl getroffen worden, die den Kriterien der Einzigartigkeit und der Authentizität gerecht werden und denen weltweite Bedeutung zukommt. Die im März vergangenen Jahres vom Nominierungskomitee der Deutschen UNESCO-Kommission und dem ZZF schließlich eingereichten 15 Dokumente sind nun in das UNESCO-Register aufgenommen worden. Ziel ist es, diese dokumentarischen Zeugnisse von außergewöhnlichem Wert für die Öffentlichkeit zu sichern und soweit möglich auf neuen informationstechnischen Wegen zugänglich zu machen. Vom 1990 unterzeichneten Zwei-Plus-Vier-Vertrag gibt es nur eine Ausfertigung mit den Originalunterschriften, die im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes in Berlin aufbewahrt wird.

Der Bau der Berliner Mauer steht weltweit als Symbol für die Teilung Deutschlands, Europas und der Welt; der Mauerfall war einer der Höhepunkte der europäischen Revolutionen des Jahres 1989, die zum Ende des Kalten Krieges führten. Die in das Weltdokumentenerbe aufgenommenen Bilder und Dokumente über ihre Geschichte sind deshalb von welthistorischer Bedeutung und werden global verstanden, begrüßte ZZF-Wissenschaftler und Experte für die Geschichte der Berliner Mauer Dr. Hans-Hermann Hertle die Entscheidung der UNESCO.

Bei den 15 Dokumenten handelt es sich neben dem Zwei-Plus-Vier-Vertrag unter anderem um Originalfilmaufnahmen von den ersten Tagen des Mauerbaus aus dem Berliner Landesarchiv und dem RBB, Filmmitschnitte der Reden der US-Präsidenten John F. Kennedy und Ronald Reagan 1961 bzw. 1987 in West-Berlin, Filmaufnahmen der Pressekonferenzen von Walter Ulbricht (15. Juni 1961) und Günter Schabowski (9. November 1989), Aufnahmen von Spiegel TV vom Mauerdurchbruch an der Bornholmer Straße in der Nacht des 9. November 1989, Fotos vom flüchtenden DDR-Grenzpolizisten Conrad Schuhmann und vom sterbenden Peter Fechter an der Mauer und schließlich um Filmauf-nahmen des Todesstreifens und der Sperranlagen von Anfang 1990. Auch Schabowskis Zettel, der im Bundesarchiv in Berlin aufbewahrt wird und dessen Verlesen den nächtlichen Sturm auf die Mauer mit auslöste, wurde in das Weltdokumentenerbe aufgenommen.

Der Zwei-plus-Vier-Vertrag gilt als Meisterwerk der Diplomatie und legte den Grundstein für die Wiedervereinigung Deutschlands. Unterzeichnet wurde der Vertrag am 12. September 1990 von der DDR und der Bundesrepublik Deutschland und den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs. Der Vertrag bekräftigte die bestehenden Grenzen und die Friedfertigkeit eines wiedervereinigten Deutschlands, legte Obergrenzen der Truppenstärke fest und garantierte die freie Wahl der Bündniszugehörigkeit. 45 Jahre nach Kriegsende erhielt Deutschland damit seine volle Souveränität zurück.

Die nun eingetragenen Zeitdokumente stehen für das kollektive Gedächtnis der Menschheit", unterstrich Walter Hirche, Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission die Bedeutung der Dokumente.

Das UNESCO-Weltregister Memory of the World umfasste bislang 238 Dokumente aus aller Welt, darunter die 21 Thesen der Solidarnosc, die Kolonialarchive Benins, Senegals und Tansanias, der Azteken-Codex in Mexiko, die Archive des Warschauer Ghettos, das älteste noch erhaltene Manuskript des Korans "Mushaf von Othman" aus Usbekistan sowie als erste Zeugnisse des Buchdrucks die Göttinger Gutenberg-Bibel und den koreanischen Frühdruck Jikji (Anthologie der Zen-Lehre).

Ansprechpartner :

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Dr. Hans-Hermann Hertle
Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 331 28991 31
E-Mail: hertle@zzf-pdm.de
http://www.zzf-pdm.de

Deutsche UNESCO-Kommission e.V.

Farid Gardizi, Stellv. Pressesprecher
Telefon: 0228-60497-0
E-Mail: gardizi@unesco.de
http://www.weltdokumentenerbe.de Weitere Informationen: http://Informationen zum Kooperationsprojekt des ZZF Potsdam und dem Deutschen Nominierungskommitee der UNESCO http://www.zzf-pdm.de/site/792/Default.aspx http://Informationen der Deutschen UNESCO-Kommission http://www.unesco.de/mow
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