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Deutsches Studentenwerk fordert Beitrag der Wirtschaft

31.05.2002 - (idw) Deutsches Studentenwerk

(Berlin, 31. Mai 2002) "Reden wir doch endlich einmal Tacheles: Wer Studiengebühren fordert, muss sich auch im Klaren darüber sein, wie sie bezahlt werden können," sagte der Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW), Prof. Dr. Hans-Dieter Rinkens, anlässlich der andauernden Diskussion über Studiengebühren, Studienkontenmodelle und neuerdings in Nordrhein-Westfalen diskutierten so genannten "Verwaltungsgebühren". "Mein Vorschlag ist einfach und klar: Wer aus Kreisen der Wirtschaft oder der Stiftungen Studiengebühren fordert, sollte zugleich einen Stipendien-Fonds für gut ein Drittel der Studierenden bereitstellen, so dass die Möglichkeit zu studieren nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig ist." Rinkens berechnete, dass sich bei einer Studiengebühr von 1.000 Euro der hierfür erforderliche Betrag auf etwa 600 Millionen Euro pro Jahr belaufe. Statt die Belastbarkeit der nächsten Generation einzufordern, sollte vorab die Generation des gebührenfreien Studiums ihren Beitrag leisten, forderte der Präsident.

"Die Einführung von Studiengebühren führt weder zu einer Verbesserung der Qualität der Lehre noch zu einer Beschleunigung des Studiums, und ob sie letztendlich den Hochschulen mehr Geld bringt, darf angesichts von Äußerungen der Finanzminister bezweifelt werden", so Rinkens weiter. Studiengebühren würden noch mehr junge Menschen aus einkommensschwächeren Familien vom Studium abschrecken, als dies laut 16. Sozialerhebung schon jetzt der Fall ist, warnte der Präsident. Er verwies noch einmal auf den OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick", in dem nachgewiesen wurde, dass Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Mitgliedsstaaten bei den Studienanfängerzahlen weit abgeschlagen ist.

Rinkens forderte die Befürworter von Studiengebühren auf, sich Österreich, Großbritannien und Australien - Länder, die Studiengebühren bereits eingeführt haben - einmal genauer anzuschauen. Das Ergebnis sei abschreckend und eindeutig:
- Rückgang der Studienanfängerzahlen in Österreich um 15 Prozent
- Verschuldung von britischen Studierenden aus einkommensschwachen Familien
- Vorzeigemodell mit nachlaufenden Studiengebühren in Australien gescheitert

Die von der Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn am 20. Februar 2002 in das Bundeskabinett eingebrachte Studiengebührenfreiheit im Erststudium schaffe Planungssicherheit für die Familien. Es gelte nunmehr, nicht noch weitere Verunsicherung zu schaffen, sondern die Diskussion um Studiengebühren ein für alle Mal zu beenden und stattdessen nach Lösungen zu suchen, weitere Bildungspotenziale zu erschließen, so der Präsident. "Hier zu investieren lohnt sich, denn Investitionen in Bildung sichern die Innovationsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft und damit zugleich die Zukunftschancen der nachwachsenden Generation", sagte Rinkens abschließend.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Marijke Lass, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon 0 30/28 49 71 22, E-Mail: lass@studentenwerke.de
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