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Die "Zehn kleinen Negerlein" - Zur Rassendiskrimierung in einem globalisierten Kinderbuch

30.05.2011 - (idw) Georg-Eckert-Institut

Zehn kleine Negerlein was haben das Kinderbuch, Reime und Melodie mit uns heute zu tun? Die Produktion der Negerlein ist eingestellt, die dahinter stehenden Inhalte sind längst als rassistisch enttarnt und scheinen nur mehr ein Relikt früherer Zeit zu sein. Und wir fühlen uns wohl auch ausreichend aufgeklärt. Worin besteht dann die nach wie vor hohe Anziehungskraft rassistischer Pamphlete wie der Kleinen Negerlein? Über einen besonderen Reiz müssen die Negerlein wohl verfügen, meint Wulf Schmidt-Wulffen, Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Hannover, wenn ein Kinderbuch sich über 100 Jahre hartnäckig hält und sich zudem über 14 Länder ausgebreitet hat von Island bis China! Und wenn es von den einen angefeindet, von anderen mit Klauen und Zähnen verteidigt wird. Und was hat es eigentlich mit den Mohren auf sich, sind das keine Neger? Ungeniert tragen noch Hunderte von Apotheken, Gaststätten und Hotels diesen Namen.

Seine Befunde hat Schmidt-Wulffen kürzlich in einem Buch publiziert, das er anlässlich eines Vortrags am 15. Juni, um 18 Uhr, in der Bibliothek des Georg-Eckert-Insstituts in Braunschweig vorstellen wird. Es will einen Beitrag zur Wissensvermittlung über einen weitgehend unbekannten Themenbereich leisten, räumt dabei gleich noch mit etlichen wissenschaftlichen Mythen auf und hält Anregungen und Material für Profis bereit, also für Erzieherinnen und Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten und Altersgruppen. Aber auch wissenschaftlich an (Neo-)Kolonialismus und Rassendiskriminierung sowie der Vermittlung von Stereotypen und Vorurteilen Interessierte kommen auf ihre Kosten. Wulf Schmidt-Wulffen nimmt sie mit auf den langen Weg rassistischer Stereotype im Gewand eines Kinderbuches, das sich in unseren Köpfen verewigt hat.

Der Vortrag wird begleitet von einer Ausstellung mit Exponaten aus der umfangreichen Sammlung Wulf Schmidt-Wulffens u.a. 160 Buchausgaben, viele Spiele, Medien und Alltagsgegenstände. Der Referent wird die Besucher persönlich durch die Ausstellung führen.

V.i.S.d.P. Verena Radkau radkau@gei.de
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