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Islamic Newthinking In Honor of Nasr Abu Zayd

31.05.2011 - (idw) Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)

Internationale wissenschaftliche Tagung über Ansätze innerislamische Reform und das Verhältnis von Staat und Religion Über den Islam wird in Deutschland und Europa viel diskutiert. Dass es aber auch in der islamischen Welt selbst eine reflektierte und kritische Auseinandersetzung über Reformansätze und das Verhältnis von Staat und Religion gibt, ist in der öffentlichen Debatte meist nur eine Fußnote. Vom 26. bis 28. Juni findet im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) die internationale Tagung Islamic Newthinking In Honor of Nasr Abu Zayd statt. Unter der Leitung von Katajun Amirpur (Universität Zürich) und Navid Kermani (Senior Fellow am KWI) treffen sich religiöse Denker, Intellektuelle und Theologen der islamischen Welt. Erstmals kommen weltweit führende Gelehrte der islamischen Welt zu einer innerislamischen Auseinandersetzung in Deutschland zusammen. Eingeladen sind auch deutsche Islamwissenschaftler sowie Vertreter der neu entstehenden islamischen Theologie in Deutschland. Die Tagung findet im Andenken an den Koranwissenschaftler Nasr Abu Zayd statt, der am 5. Juli 2010 in Kairo verstarb.

Am Sonntag, den 26. Juni, beginnt die Tagung mit dem Eröffnungsvortrag des iranischen Theologen Mohammad Mojtahed Shabestari über Nasr Abu Zayds Vermächtnis: Perspektiven des Islamic Newthinking. Am 27. und 28. Juni folgen jeweils Kurzvorträge und Diskussionen etwa über Muslime und Demokratie, über den islamischen Feminismus oder über die Kritik des religiösen Diskurses. Die Tagung ist eine Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) in Kooperation mit dem Universitären Forschungsschwerpunkt Asien und Europa der Universität Zürich. Die Tagungssprache ist Englisch, der Eröffnungsvortrag wird auf Deutsch gehalten.

ReferentInnen:
Sadik al-Azm (University of Damascus), Aziz al-Azmeh (Ruhr-Universität Bochum), Asma Barlas (Ithaca College, New York), Almut Çoruh Bruckstein (Käte Hamburger Kolleg, Bonn), Farid Esack (Centre for Study of Progressive Islam, Kapstadt), Abdou Filali-Ansary (Aga Khan University Institute for the Study of Muslim Civilisation, London), Ali Mabruk (Cairo University), Osman Tastan (Universität Ankara), Mohammad Mojtahed Shabestari (Center for the Great Islamic Encyclopedia, Teheran), Abdulkader Tayob (University of Cape Town), Amina Wadud (Virginia Commonwealth University Richmond), Stefan Wild (Universität Bonn), Ibtihal Younis (Cairo University) u.a.
Leitung: Katajun Amirpur (Universität Zürich) und Navid Kermani (Senior Fellow am KWI)

Datum: Sonntag, 26. Juni bis Dienstag, 28. Juni 2011
Ort: Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestraße 31, 45128 Essen
Eine Teilnahme an der Tagung ist nur auf Einladung möglich. Der Eröffnungsvortrag ist öffentlich (Anmeldung bis zum 20. Juni bei Maria Klauwer: maria.klauwer@kwi-nrw.de, 0201 7204 153).

Presse und Akkreditierung:
Pressevertreter, die sich für die Tagung akkreditieren möchten oder Interviews wünschen, wenden sich an: Viola Noll, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Tel. 0201/7204-152, viola.noll@kwi-nrw.de.

Hintergrund
Der Namensgeber der Tagung, Nasr Abu Zayd, war Koranwissenschaftler und einer der führenden zeitgenössischen muslimischen Denker. Er setzte sich insbesondere für eine humanistische Hermeneutik des Korans ein. Als der promovierte Islamwissenschaftler 1995 an der Universität Kairo zum ordentlichen Professor ernannt werden sollte, stand er zugleich vor Gericht: Abu Zayd wurde wegen Abfalls vom Islam verurteilt und verlor so nicht nur seine Anstellung, auch die Ehe mit seiner Frau Ibtihal Younis wurde annuliert. Beide wanderten in der Folge zunächst nach Spanien und schließlich in die Niederlande aus, wo Abu Zayd als Professor für Islamwissenschaft in Utrecht und Leiden tätig war. Für seine Arbeit in einem Forschungsprojekt über jüdische und islamische Hermeneutik am Wissenschaftskolleg zu Berlin wurde er 2005 mit dem Ibn Rushd Preis für Freies Denken ausgezeichnet. Am 5. Juli 2010 verstarb er überraschend in Kairo.

Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist das Forschungskolleg der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR), zu der sich die Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben. Seine Aufgabe ist die Förderung hervorragender interdisziplinärer Forschung in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern. Das KWI erforscht die Grundlagen der modernen Kultur praxisnah und mit Blick auf aktuelle relevante gesellschaftliche Fragen. Derzeit stehen die Themenfelder kollektive Erinnerung, kulturelle Vielfalt der Weltgesellschaft, soziale Verantwortung und kulturelle Aspekte des Klimawandels im Mittelpunkt. Mit seinen Veranstaltungen sucht das KWI den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit, es unterhält enge Partnerschaften mit Kultureinrichtungen und Medien.

TAGUNGSPROGRAMM

SONNTAG, 26. Juni 2011, 18:00 Uhr

Eröffnungsvortrag: Mohammad Mojtahed Shabestari (Teheran)
Nasr Abu Zayds Vermächtnis: Perspektiven des Islamic Newthinking
Auf Deutsch, öffentliche Veranstaltung

MONTAG, 27. Juni 2011

Roundtable-Diskussion (auf Englisch)
9:30 10:00
Eröffnung der Konferenz: Claus Leggewie, Katajun Amirpur, Ebtihal Younis

10:00 11:30
Entangled Theologies
Kurzes Inputreferat: Osman Tastan (Ankara)

11:30 12:00 Kaffeepause

12:00 13:30
Jews in the Quran
Kurzes Inputreferat: Farid Esack (Kapstadt)

13:30 15:00 Mittagspause (Buffet im KWI)


15:00 16:30
The Duty of the Intellectuals
Kurzes Inputreferat: Sadik al-Azm (Beirut)

16:30 17:00 Kaffeepause

17:00 18:30
The Critique of the Religious Discourse
Kurzes Inputreferat: Aziz al-Azmeh (London)

18:30 21:00 Pause zur freien Verfügung
ab 21:00 Empfang im KWI (Lounge)

DIENSTAG, 28. Juni 2011

09:00 10:30
Muslims and Liberal Democracy
Kurzes Inputreferat: Filali Ansary (London)

10:30 10:45 Kaffeepause

10:45 12:15
Islamic Feminism
Kurzes Inputreferat: Asma Barlas (New York)

Ende der Tagung
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