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Etatkrise der Bayerischen Staatsbibliothek entspannt sich

01.06.2011 - (idw) Bayerische Staatsbibliothek

Haushaltskürzungen können weitgehend ausgeglichen werden - aber dringende Investitionen sind derzeit nicht realisierbar.

Die Etatkürzungen in Höhe von 1,4 Millionen Euro bei der Bayerischen Staatsbibliothek, die Ende September 2010 zu einer bedrohlichen Finanzkrise geführt hatten, sind weitgehend ausgeglichen worden. Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der Bayerische Landtag haben Mittel in Höhe von insgesamt 1,2 Millionen Euro bereitgestellt. Die Bayerische Staatsbibliothek hatte in einer Pressekonferenz am 28. Oktober 2010 die gravierenden Auswirkungen der Etatkürzungen auf die Literatur- und Informationsversorgung des Wissenschaftsstandortes Bayern dargestellt. Dies hatte in den bayerischen Medien ebenso wie in überregionalen Zeitungen außergewöhnlich breite und nachhaltige Resonanz gefunden.

Durch die nun zur Verfügung stehenden Mittel ist es der Bayerischen Staatsbibliothek auch wieder möglich, Aufträge in nennenswertem Umfang an die bayerischen Buchbinderei-Betriebe, von denen viele durch die Etatkürzung in ihrer Existenz bedroht waren, zu vergeben. Mit einem Einband-Etat von nun rund 650.000 Euro kann die Bibliothek ihrem Auftrag zur Bestandssicherung zumindest ansatzweise wieder gerecht werden.

Mit Blick auf ihr Aufgabenspektrum als zentrale Landes- und Archivbibliothek des Freistaates hat die Bayerische Staatsbibliothek jedoch auch weiterhin mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. So können die Preissteigerungen insbesondere im Bereich der elektronischen und gedruckten Zeitschriften im Rahmen des stagnierenden Etats finanziell nicht abgedeckt werden. Der Etatrahmen schließt daneben vor allem die dringend erforderlichen Investitionen in die Infrastruktur in den Bereichen Digitalisierung und Langzeitarchivierung aus. Der Ankauf von Handschriften und alten Drucken ein Kernauftrag der Bibliothek ist weiterhin nahezu komplett eingestellt. Die Bayerische Staatsbibliothek benötigt deshalb weitere Unterstützung von staatlicher Seite, um ihren Auftrag als Informationsdienstleister und Innovationszentrum für digitale Services angemessen erfüllen zu können.

Mit dem weitgehenden Ausgleich der September-Kürzungen ist ein wesentliches Etappenziel erreicht, so Generaldirektor Rolf Griebel. Wir sind dankbar und erleichtert, dass das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie der Hochschul- und Haushaltsausschuss die objektiven Schwierigkeiten und Probleme der Bayerischen Staatsbibliothek erkannt und im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten einen deutlichen finanziellen Ausgleich der Kürzungen realisiert haben. Das ist eine gute Nachricht auch und gerade für das bayerische Buchbinderhandwerk, das auf Aufträge aus der Bayerischen Staatsbibliothek angewiesen ist. Die finanziellen Defizite aufgrund weiter stark steigender Zeitschriftenpreise und zwingender struktureller Investitionen im Feld digitaler Angebote sind durch das nun Erreichte jedoch leider noch nicht gelöst.

Über die Bayerische Staatsbibliothek:
Die Bayerische Staatsbibliothek, gegründet 1558 durch Herzog Albrecht V., ist eine der bedeutendsten europäischen Universalbibliotheken und genießt als internationale Forschungsbibliothek Weltrang. Gemeinsam mit anderen Bibliotheken bildet sie die virtuelle Nationalbibliothek Deutschlands. Mit knapp 10 Millionen Bänden, rund 57.500 laufenden Zeitschriften in gedruckter und elektronischer Form und annähernd 94.000 Handschriften gehört die Bibliothek zu den bedeutendsten Wissenszentren der Welt. Weitere Informationen: http://www.bsb-muenchen.de
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