Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 24. Mai 2013 

Ausgezeichnetes über die Kulturgeschichte der Hybridität und zur Funktion des Humors

03.06.2011 - (idw) Universität Augsburg

Der Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien 2011 geht an den Bremer Kulturwissenschaftler Kien Nghi Ha / Förderpreisträgerin ist die Frankfurter Soziologin Darja Klingenberg / Preisverleihung am 7. Juni 2011 im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses / Begleitprogramm am 6. und am 8. Juni an der Universität Augsburg/KPP - Der Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien 2011 geht an den Bremer Kulturwissenschaftler Dr. Kien Nghi Ha. Als die beste von diesmal 16 Bewerbungen ausgezeichnet und mit 5000 Euro honoriert wird seine Dissertationsschrift "In the Mix. Postkoloniale Streifzüge durch die Kulturgeschichte der Hybridität", mit der er an der Universität Bremen promoviert hat. Der mit 1.500 Euro dotierte Förderpreis geht an die von Darja Klingenberg an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt vorgelegte Magisterarbeit "Humor in der Migration. Phänomene der Grenzüberschreitung", die sich am Beispiel russisch-jüdischer Migrantinnen und Migranten mit der "Funktion und Bedeutung humoristischer Narrative in Alltagskommunikation von Migrantinnen und Migranten" auseinandersetzt. Der im Jahr 1998 begründete Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien wird am 7. Juni 2011 um 19.00 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses zum dreizehnten Mal verliehen - eingebettet in zwei Begleitveranstaltungen am 6. und am 8. Juni, von denen sich die eine speziell an Studierende, die andere insbesondere an die zahlreichen russischsprachigen Migrantinnen und Migranten in der Nachbarschaft des Augsburger Universitätscampus richtet.

Der Hauptpreisträger: Dr. Kien Hghi Ha

Dr. Kien Nghi Ha, 1972 in Hanoi geboren, ist bereits durch eine Reihe von Publikationen hervorgetreten, die ihn als einen der intellektuell reflektiertesten sowie theoretisch versiertesten Nachwuchswissenschaftler im Bereich "Postcolonial Studies" proflilieren. In seiner Dissertation liefert Ha erstmalig eine umfassende Analyse der Kulturgeschichte dieses Begriffs "Hybridität". Ausgehend von einer Kritik der deutschsprachigen Rezeption und aus einer postkolonialen Perspektive heraus arbeitet Kien Nghi Ha die unterschiedlichen historischen Phasen und gesellschaftlichen Kontexte von der europäischen Antike über die koloniale Moderne bis zur Gegenwart auf. Gestützt auf eine breite Materiallage kann er zeigen, dass Hybridität als gesellschaftsdefinierende Frage der sozio-kulturellen Grenzüberschreitung und 'Rassenvermischung' stets mit ambivalenten Formen der Rassifizierung, Hierarchisierung und Verwertung verbunden ist. (Mehr zur Arbeit in den Auszügen aus der Begründung des Jury-Vorsitzenden im Anhang)

Kien Nghi Ha wurde 1972 in Hanoi geboren. Seine chinesisch-vietnamesische Familie gehörte zu den "Boat-People, die im Anschluss an den Vietnamkrieg 1979 über Hong Kong nach Deutschland flohen. Ha wurde in Berlin eingeschult, dort hat er 1991 auch sein Abitur abgelegt. Seit 1988 ist er deutscher Staatsbürger. Sein Studium der Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin (1991 bis 1998) schloss er mit einer Diplomarbeit zum Thema " Kulturelle Identitäten von MigrantInnen und die Multikulturalismus-Debatte ab. Parallel zum Politologie-Studium studierte er in den Jahren 1994 bis 1996 Vietnamistik an der Humboldt Universität zu Berlin. Seine Doktorarbeit, die jetzt mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien ausgezeichnet wird, schrieb er bei Prof. Sabine Broeck am Institut für postkoloniale und transkulturelle Studien der Universität Bremen. Ko-Betreuerin war Prof. Dr. Sara Lennox von der University of Massachusetts. Seit dem 1. April 2011 vertritt Dr. Ha eine Professur am Seminar für Sinologie und Koreanistik des Asien-Orient-Institut der Universität Tübingen.

Die Förderpreisträgerin: Darja Klingenberg

Ihre mit dem Förderpreis des diesjährigen Augsburger Wissenschaftspreises für Interkulturelle Studien bedachte Magisterarbeit "Humor in der Migration. Phänomene der Grenzüberschreitung" hat Darja Klingenberg auf der Grundlage lebensnaher Studien zu humoristischen Selbstaussagen jüdisch-russischer Migrantinnen und Migranten erarbeitet, von denen aus sie Schlüsse auf die Funktion und Bedeutung solch humoristischer Narrative in der Alltagskommunikation dieser Gruppe zieht. (Mehr zur Arbeit in den Auszügen aus der Begründung des Jury-Vorsitzenden im Anhang)

Darja Klingenberg wurde 1981 in Tadschikistan in der ehemaligen UdSSR geboren. Ihre schulische Ausbildung absolvierte sie am Goethe-Gymnasium in Weimar und am Gutenberg-Gymnasium in Mainz, wo sie 2001 in Mainz, um anschließend zunächst in Mainz, dann an der Freien Universität Berlin und - nach einem Auslandssemester an der University of Glasgow schließlich ab 2004 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main die Fächer Neuere Deutsche Literatur, Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaft zu studieren. In Klingenbergs Studienzeit, die sie im Juli 2009 mit dem Magister Artium in Frankfurt abschloss fallen nicht nur ein Auslandssemester an der University of Glasgow und ein im Zusammenhang mit ihrer Magisterarbeit stehender Forschungsaufenthalt am Center for Independent Social Research (CISR) in Sankt Petersburg, sondern auch zahlreiche Tätigkeiten als Tutorin, Praktikanitin und studentische Hilfskraft. Seit September 2010 ist Klingenberg wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kultur und Kommunikation bei Prof. Dr. Kira Kosnick am Institut für Grundlagen der Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität.

Feierliche Preisverleihung am 7. Juni im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses

Darja Klingenberg und Dr. Kien Nghi Ha werden ihre Auszeichnungen am 7. Juni 2011 bei einem Festakt im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses entgegennehmen. Nach Grußworten von Repräsentanten der Stadt und der Universität Augsburg sowie des Forums Interkulturelles Leben und Lernen e. V. und nach der Würdigung des Preisträgers und der Preisträgerin durch den Jury-Vorsitzenden Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Eckhardt Nagel steht im Mittelpunkt des Programms eine Podiumsdiskussion zum Thema "Kulturelle Hybridität als neues Leitbild für die deutsche Gesellschaft?". An dem von Angela Bachmair, Kultur-Redakteurin der Augsburger Allgemeinen", moderierten Podium werden neben dem Preisträger und der Preisträgerin beteiligt sein: Philippa Ebéné (Werkstatt der Kulturen, Berlin), und Hans-Joachim Ruile (Interkulturelle Akademie Augsburg) sowie der Jury-Vorsitzende Nagel. Für die musikalische Umrahmung sorgt die Klezmer-Gruppe "Feygele". Im Anschluss an den Festakt sind alle Gäste von der Stadt und der Stadtsparkasse Augsburg zu einem Empfang im Oberen Fletz des Rathauses eingeladen.

Intensiv zur Sache: Vortrags und Diskussionsveranstaltung mit dem Hauptpreisträger am 6. Juni

Speziell - aber nicht nur - für interessierte Augsburger Student/inn/en und Wissenschaftler/innen hat Prof. Dr. Susanne Popp, Inhaberin des Augsburger Lehrstuhls für Didaktik der Geschichte und Angehörige der Wissenschaftspreis-Jury, den Hauptpreisträger Dr. Kien Hghi Ha für den 6. Juni bereits zu einer öffentlichen Abendveranstaltung eingeladen: In Vortrag und Diskussion soll dieser Abend Gelegenheit zu einer intensiven inhaltlichen Auseinandersetzung mit Has Analysen zur Kulturgeschichte der Hybridität bieten. Beginn ist um 19.15 Uhr im Hörsaal 2001 der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg, Universitätsstraße 24, 86159 Augsburg.

Humor: zunächst wissenschaftlich, dann ganz praktisch und insgesamt speziell für die zahlreiche russischsprachige Campus-Nachbarschaft

Speziell - aber nicht nur - die zahlreichen russisch-sprachigen Mirgrantinnen und Migranten, die im Augsburger Universitätsviertel leben, sind am 8. Juni zu einem russisch-deutschen Abend beim Nachbarn Universität eingeladen. Zunächst wird die Förderpreisträgerin Darja Klingenberg mit dem Publikum über das Thema ihrer Studie sprechen

uniprotokolle > Nachrichten > Ausgezeichnetes über die Kulturgeschichte der Hybridität und zur Funktion des Humors
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/218206/">Ausgezeichnetes über die Kulturgeschichte der Hybridität und zur Funktion des Humors </a>