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»Grünes Licht«: Jacobs University setzt auf umweltfreundliche LED-Leuchten

21.06.2011 - (idw) Jacobs University Bremen

Als erste Universität Deutschlands testet die Jacobs University derzeit in einem wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekt den Einsatz von LED-Lampen zur Beleuchtung von Hörsälen, Labors und Büros im Alltagsbetrieb. In einem gut 4000 m² großen Gebäude mit allen universitätstypischen Raumnutzungen wurden die herkömmlichen Leuchtstoffröhren durch neuartige LED-Röhren ersetzt, die ein Drittel weniger Strom verbrauchen und zudem ohne die potenziell gesundheitsschädlichen Leuchtgase von Energiesparlampen auskommen. Sollte die siebenmonatige Testphase in Bezug auf Energieeinsparung und Praxisanforderungen erfolgreich sein, ist eine Umstellung auf LED-Licht für den gesamten Jacobs Campus geplant. Energiesparen ist wieder in aller Munde und dies nicht nur wegen des jüngst geplanten Ausstiegs aus der Atomenergie in Deutschland. Schon lange gilt als Konsens, dass die Energieprobleme, die sich für die kommenden Jahrzenten abzeichnen, nur zu lösen sind, wenn vor allem in den Industrieländern deutlich Strom gespart wird. Insbesondere die Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden, Industrie und Privathaushalten birgt ein hohes Potenzial an Einsparmöglichkeiten. In vielen Bereichen werden daher Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren eingesetzt. Dass diese sogenannten Gasentladungslampen nicht nur wegen des enthaltenen Quecksilbers bei der Entsorgung Probleme bereiten, sondern auch wegen der Ausgasungen selbst von intakten Lampen alles andere als umweltfreundlich sind, ist dagegen weniger bekannt.

Bei der Jacobs University ist man bereits einen Schritt weiter und setzt auf eine noch sparsamere und vor allem gesündere Alternative: LED-Lampen. Bisher wurden die sogenannten Light Emitting Diodes (LED) oder auch Leuchtdioden vor allem als Miniaturleuchten in Hifi-Anlagen oder Fernsehgeräten zur Stand-by-Anzeige verwendet. Seit knapp einem Jahr werden LED, die als elektronische Halbleiter-Bauelemente bei der Lichterzeugung vollkommen ohne giftige Leuchtgase auskommen, jedoch in normaler Lampenform gebaut und sind somit in der Raumbeleuchtung einsetzbar.

Um die Praxistauglichkeit und den tatsächlichen Energiespareffekt der neuartigen Leuchten zu testen, wurden jetzt zu Anfang Juni in den Hörsälen, Labors und Büros des Research I-Gebäudes auf dem Jacobs Campus alle dort verbauten herkömmliche Leuchtstoffröhren, insgesamt 114, durch LED-Lampen ersetzt. Das Pilotprojekt, das von Jacobs PhD Fellow Claudius Hardt im Rahmen seiner Doktorarbeit wissenschaftlich begleitet wird, soll noch bis Ende Dezember laufen. Bewährt sich das zunächst auf ein Gebäude beschränkte grüne Licht, ist geplant, die Umstellung auf LED-Technik, wo immer möglich, campusweit auf den Weg zu bringen.

Bis zu eine Million Kilowattstunden Strom kann die Jacobs University jährlich einsparen, wenn alle Leuchtstoffröhren auf dem Campus gegen LED-Röhren ausgetauscht werden, schätzt Claudius Hardt, der seit Anfang 2011 im Fach Environmental- and Energy Management Systems an der Jacobs University promoviert. Das entspricht einem Jahresverbrauch von 200 Privathaushalten, so der 27-jährige weiter. Er und sein Doktorvater Werner Bergholz, Professor of Electrical Engineering an der Jacobs University, sehen in dem Praxistest der neuen Technologie einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um den Energiekonsens: Wir alle wissen, dass wir im Rahmen des Umstiegs auf erneuerbare Energien Wege finden müssen, Energie nachhaltig einzusparen. Das Potential der LED-Technik ist hierbei enorm hoch, so Bergholz. Im Vergleich zu normalen Glühbirnen wird zehn Mal weniger Energie verbraucht. Das lohnt sich nicht nur für eine Institution wie die Jacobs University, sondern auch für jeden privaten Haushalt und ist damit ein Beitrag zur Reduzierung des Stromverbrauchs, den jeder (sich) leisten kann.


Fragen zum LED-Pilotprojekt an der Jacobs University beantwortet:

Claudius Hardt | PhD Fellow Environmental- and Energy Management Systems
Email: c.hardt@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-3116
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