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30 Jahre Golfkooperationsrat: Schützt Mitgliedschaft vor Revolution?23.06.2011 - (idw) GIGA German Institute of Global and Area Studies
Am 10. Mai 2011, zwei Wochen vor dem 30. Jahrestag der Gründung des Golfkooperationsrates (GCC) am 25. Mai 1981, gab dessen Generalsekretär Abdullatif al-Zayani die Absicht bekannt, mit Jordanien und Marokko zwei weitere arabische Monarchien in den GCC aufzunehmen.
Sollte die Aufnahme der ressourcenarmen Nicht-Golfstaaten Jordanien und Marokko gelingen, würde sich der GCC zum einen als sicherheitspolitische Regionalorganisation gegenüber Iran aufwerten. Zum anderen könnte der GCC dadurch als exklusiver Zirkel konservativ-autoritärer Monarchien unter der Führung Saudi-Arabiens gegenüber einer sich neu konfigurierenden republikanischen Regionalpolitik an Einfluss gewinnen.
Die Gründung des GCC unter saudi-arabischer Hegemonie war seinerzeit eine sicherheitspolitisch motivierte Entscheidung vor dem Hintergrund massiver regionaler Umwälzungen (iranische Revolution und sowjetische Invasion in Afghanistan 1979, Beginn des Irak-Iran-Krieges 1980).
Nach dem irakischen Überfall auf Kuwait im August 1990, der die Sicherheitsdefizite der arabischen Golfstaaten offenbarte, verlegte der GCC seinen Tätigkeitsschwerpunkt vor allem auf eine Verstärkung der wirtschaftlichen Integration. Bei allen damit verbundenen Problemen kann der GCC in diesem Bereich dennoch eine Reihe von wesentlichen Erfolgen vorweisen.
Seit Ende 2010 sind erneut sicherheitspolitische Erwägungen zum Kernanliegen des GCC geworden. Vier Ereignisse zeugen davon: die intensiven Vermittlungsversuche im Jemen, die Unterstützung der NATO-Operation in Libyen, der Einmarsch von GCC-Truppen in Bahrain und das Angebot der Mitgliedschaft für Jordanien und Marokko.
Während die Wahrnehmung einer iranischen Bedrohung für die Golfmonarchien weiterhin bedeutsam ist, lässt sich das Aufnahmenangebot an Jordanien und Marokko vor allem im Kontext des arabischen Frühlings verstehen; der GCC soll in Zukunft eine neue Funktion als Garant eines monarchischen Status Quo in der Region erfüllen.
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