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Vertrauenskrise im Wirtschaftsaufschwung - Hans-Ulrich Jörges im Vortrag an der PFH in Göttingen

23.06.2011 - (idw) PFH Private Hochschule Göttingen

Göttingen. 'Fette Jahre' stehen der deutschen Wirtschaft bevor, doch der Pessimismus der Deutschen war selten größer und ihr Vertrauen in Politik und Institutionen selten kleiner als heute so beschreibt Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion des Stern, die aktuelle gesellschaftliche Stimmung. Unter dem Titel "Die große Krise des Vertrauens Vom Verlust unserer Leitbilder" diskutierte er am Mittwoch, dem 22. Juni, mit den Studierenden der PFH Private Hochschule Göttingen. Während die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland unter drei Millionen sinke und Wirtschaftsexperten Deutschland zur wettbewerbsfähigsten Nation Europas erklärten, beherrschten Pessimismus, Krisenangst und Furcht vor Veränderungen die öffentliche Debatte, so Jörges. Auch wirke sich wirtschaftlicher Aufschwung erstmals nicht positiv für die regierenden Parteien aus. In der Analyse des Journalisten hat die schlechte Stimmung langfristige Ursachen: "Wir befinden uns in einer großen Krise des Vertrauens und in einer großen Krise der repräsentativen Demokratie", erläuterte er.

Mit zahlreichen Umfragewerten belegte Jörges diese These. Er führte aus, wie Parteien und öffentliche Institutionen immer weiter an Vertrauen verlieren und die Wut auf das gesamte 'System', einschließlich Politik, Medien und Wirtschaft, wachse. "Rechnet man bei Lokal- und Landtagswahlen die Nichtwähler in das Wahlergebnis ein, so wird schnell deutlich, dass die Regierenden häufig nur noch von einer Minderheit gestützt werden", erklärte Jörges beispielhaft.

Doch er zeigte auch Auswege auf. Den Parteien empfiehlt er, Mitglieder und Bürger (wieder) stärker an ihren Entscheidungsprozessen teilhaben zu lassen. Ebenso sei die Gewinnbeteiligung von Arbeitnehmern in ihren Unternehmen ein Weg, um Vertrauen zu stärken. Große Hoffnungen setzt der Journalist außerdem auf Elemente der direkten Demokratie: "Wer gute Argumente bringt, kann Bürger auch bei komplexen Sachverhalten für Volksentscheide mobilisieren. Und die Entscheidung der Bürger findet fast immer allgemeine Akzeptanz und beendet die Debatte." In diesem Sinne betrachtet Jörges die gegenwärtige Vertrauenskrise als eine Umbruchsituation hin zu mehr Bürgerbeteiligung in allen Bereichen.

Der Besuch der medialen Leitfigur Hans-Ulrich Jörges an der PFH, den Prof. Dr. Hans-Christian Riekhof (BWL, insbesondere Internationales Marketing) initiiert hatte, endete mit einer intensiven Diskussion. Den Management-Studierenden der PFH bescheinigte Jörges zum Abschluss hervorragende berufliche Perspektiven vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Konjunktur. Weitere Informationen: http://www.pfh.de http://www.pfh.de/hochschule/veranstaltungen/vertrauenskrise-im-wirtschaftsaufsc...
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