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Auf dem Weg zu einem zeitgemäßen Fortpflanzungsmedizingesetz für Deutschland

25.06.2011 - (idw) Universität Augsburg

Mediziner, Theologen und Rechtswissenschaftler diskutierten bei einer Fachtagung des Augsburger IBGM die Inhalte eines allfälligen FortpflanzungMedG. Augsburg/HR/KPP - Deutschland braucht ein zeitgemäßes Fortpflanzungsmedizingesetz. Darüber bestand Einigkeit auf der jüngsten Fachtagung des Instituts für Bio-, Gesundheits- und Medizinrecht (IBGM) der Universität Augsburg, zu der Prof. Dr. Henning Rosenau namhafte Experten aus Medizin, Theologie und Jurisprudenz eingeladen hatte.

Äußere Anzeichen, die solch ein zeitgemäßes Fortpflanzungsmedizingesetz einfordern, seien unverkennbar, konstatiert Rosenau: "Der Bundestag wird, aufgeschreckt durch ein Urteil des BGH, wonach die Präimplantationsdiagnostik entgegen einer weit verbreiteten - freilich unrichtigen - Auffassung straflos ist, am 8. Juli 2011 über drei Gesetzesanträge zur PID debattieren. Und nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Österreich wegen des dort herrschenden Verbotes der Eizellspende verurteilt hat, wird sich auch in Deutschland dieses Verbot nicht lange halten lassen", ist der Augsburger Biorechtler überzeugt.

Ungewissheit über die Inhalte

Über die Inhalte eines modernen Fortpflanzungsmedizingesetzes für Deutschland bestehe freilich Ungewissheit. Deshalb habe das IBGM als einschlägige Fachleute ausgewiesene Mediziner, Theologen und Rechtswissenschaftler aus dem In- und Ausland zur Diskussion von Regelungsinhalten und Lösungsansätzen eingeladen. Deutlich sei geworden, dass die Arbeitsgruppe der Universität Augsburg und der LMU München, die derzeit einen Diskussionsentwurf eines FortpflanzungMedG erarbeite, vor schwierigen Aufgaben und Fragen stehe:

Komplexe Fragen

Soll, wofür sich die Referenten überwiegend ausgesprochen haben, die PID zugelassen werden? Sind dann aber auch die praktischen Bedürfnisse der modernen Medizin zu beachten, die heute als Stand der Technik bereits Verfahren heranziehen, die im Bundestag gar nicht zur Debatte stehen? Können bei der PID Begrenzungen auf schwere Erbkrankheiten auf Dauer durchgesetzt werden? Zudem zieht die Zulassung der Eizellspende eine Reihe familienrechtlicher Statusfragen nach sich, die ebenfalls schwierige Detailfragen aufwerfen.

Ein Schritt nach vorn

"Das ist nur ein Bruchteil der vielfältigen Punkte, die zwei Tage lang unsere dichte und intensive Diskussion gefüllt haben", berichtet Rosenau und ist sich zugleich sicher, dass die IBGM-Fachtagung das Augsburg-München-Projekt eines Fortpflanzungsmedizingesetzes deutlich vorangebracht hat.
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Ansprechpartner:

Prof. Dr. Henning Rosenau
Geschäftsführender Direktor des Instituts für Bio-, Gesundheits- und Medizinrecht
Juristische Fakultät der Universität Augsburg
Universitätsstraße 24
86159 Augsburg
Telefon 0821/598-4560
henning.rosenau@jura.uni-augsburg.de Weitere Informationen: http://www.jura.uni-augsburg.de/de/forschung/medizinrecht/ - IGBM-Homepage
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