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Am Anfang war das Chaos

27.06.2011 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Udo Tworuschka von der Universität Jena erklärt Schöpfungsmythen in neuem Buch Physiker sind sich heute weitgehend einig: Am Anfang war der Urknall. Mit ihm entstanden Materie, Sterne, Planeten und Leben. Was genau damals vor sich ging, kann bisher niemand genau erklären. Doch beschäftigten sich die Menschen schon immer mit der Frage nach dem Anfang von allem. Dabei entstanden ungezählte Schöpfungs-, Weltwerdungs- und Ursprungsmythen auf der Welt, die auch heute noch in vielen Kulturen lebendig sind.

Einige hat Prof. Dr. Udo Tworuschka von der Friedrich-Schiller-Universität Jena gemeinsam mit seiner Frau Dr. Monika Tworuschka in dem neuen Buch Schöpfungsmythen zusammengetragen. Die Autoren gehen dabei systematisch vor: Zunächst widmen sie sich der Frage nach dem Zeitpunkt der Schöpfung. In vielen Mythen werden Zeitangaben wie ,damals oder ,im Anfang genannt, aber dabei geht es um etwas Grundlegendes, Prinzipielles, bei dem der Zeitpunkt als solcher keine besondere Rolle spielt, erklärt Prof. Tworuschka. Das Schöpfungsgeschehen muss sich nicht zwangsläufig am Anfang der Zeit abspielen.

Auch der eigentliche Akt kann auf vielfältige Weise vonstatten gehen. So besiegt der babylonische Gott Marduk mit dem Drachen Tiamat das Chaos und teilt den Leichnam in zwei Hälften Himmel und Erde. In anderen Religionen erfüllen ein Zeugungs- und Gebärakt, ein Schöpfungswort oder ein kosmischer Tanz diesen Zweck. Und auch Handwerker gestalten die Erde mit. So erzählen die kolumbianischen Guayabero-Indianer von einem Gott Wamek, der Wachs wie einen Maisfladen knetete, auf das Wasser legte und anzündete. Daraus entstand die Erde.

Den größten Teil des Buches widmen die Autoren den unterschiedlichen Kulturkreisen und verschiedenen Schöpfungsmythen, die darin existieren. Diese werden kurz zusammengefasst und genauer erläutert. Am Anfang steht Ägypten mit drei Mythen über die Entstehung der Welt. So wurde der Gott Amon aus einem Ei geboren, das der große Schnatterer auf den Hügel des Uranfangs im Urmeer Nun gelegt hatte. Amon besiegte daraufhin die Finsternis und wurde damit Herrscher über Licht und Dunkelheit.

Besonders die weniger vertrauten mythischen Welten aus Japan, China, Afrika oder Ozeanien zeigen eine erstaunliche Vielfalt von Schöpfungsideen, die sich jedoch bestimmten Mustern und Typen zuordnen lassen. Chinesische Überlie-ferungen erzählen von einem Ur-Ei, aus dem der Kosmos hervorging. Von einem Schöpfer ist nicht die Rede. Die Maori in Neuseeland glauben an den Schöpfergott Io, der allein durch Worte Finsternis und Licht trennte und damit Tag und Nacht erschuf.

Bibliographische Angaben:
Monika und Udo Tworuschka: Schöpfungsmythen, Primus Verlag, Darmstadt 2011, 96 Seiten, Preis: 14,95 Euro, ISBN 978-3-89678-736-1 Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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