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Europa am Bosporus

30.06.2011 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Politikwissenschaftler diskutieren an der Uni Jena über den Weg der Türkei in die EU Die Deutschen haben ein gespaltenes Verhältnis zur Türkei. Einerseits ist es ein beliebtes Urlaubsziel, andererseits verbinden viele Deutsche mit dem Land am Bosporus die Angst vor Überfremdung und ein Erstarken des Islam in Deutschland. Nicht selten sind es die Türkeiurlauber, die gleichzeitig Bedenken hegen, sagt PD Dr. Olaf Leiße von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Doch bin ich der Meinung, das Land wäre nach einem EU-Beitritt eine kulturelle und wirtschaftliche Bereicherung für Europa. Schließlich habe das Land auch eine jahrhundertealte europäische Geschichte.

Während eines öffentlichen Workshops am 2. Juli von 14 bis 20 Uhr im Senatssaal des Universitätshauptgebäudes (Fürstengraben 1) will der Politikwissenschaftler deshalb intensiv darüber sprechen, was sich derzeit alles bewegt und verändert am Bosporus. Der Titel der englischsprachigen Veranstaltung lautet The social and political change in Turkey and its impact on domestic and foreign policy of Turkey. Der Workshop ist Teil des Projektes EU and Turkey challenges and opportunities der Universität Jena, der Freien Universität Amsterdam und der Gediz Universität Izmir, das sich mit dem Weg der Türkei in die EU auseinandersetzt.

In den vergangenen Jahren hat ein großer Europäisierungsprozess in der Türkei eingesetzt, sagt Leiße. Das Land hat sich etwa innerhalb der Verwaltung an Europa angeglichen, ist wirtschaftlich unheimlich erfolgreich und die Gesellschaft öffnet sich zunehmend. Besonders gegenüber Minderheiten habe sich das Klima gewandelt. Während noch vor wenigen Jahren Staatsdoktrin war, dass in der Türkei nur Türken lebten und Minderheiten praktisch nicht existierten, hat man jetzt auch von offizieller Seite etwa Griechen, Aleviten oder Armenier als Minderheiten akzeptiert. Gerade über den Stand dieser Bevölkerungsgruppen möchten wir während des Workshops sprechen, sagt der Jenaer Politikwissenschaftler. Dazu haben wir auch türkische Gäste von den Universitäten in Istanbul und Izmir eingeladen. Kontroversen sollen nicht gescheut werden, schließlich sei der Prozess der Minderheitenanerkennung lange noch nicht abgeschlossen. Vor allem politische Vertretungen anderer Ethnien wie etwa der Kurden hätten es schwer. Parteien würden streckenweise willkürlich verboten.

Die öffentliche Veranstaltung beginnt am 2. Juli um 14 Uhr im Senatssaal des Universitätshauptgebäudes (Fürstengraben 1).

Kontakt:
PD Dr. Olaf Leiße
Institut für Politikwissenschaft der Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945454
E-Mail: Olaf.Leisse[at]uni-jena.de Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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