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Changing Positions? Sociology in Perspective

31.05.2002 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Fünfte Gemeinschaftsveranstaltung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Einstein Forums
in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Einstein Forum
laden ein zu einer Veranstaltung der Reihe "Blickwechsel"


Richard Sennett
Professor of History and Sociology, New York University,
Chair of Cities Programme, London School of Economics

Jens Beckert
Professor für Soziologie, International University Bremen,
z. Zt. John F. Kennedy Fellow,
Minda de Gunzburg Center for European Studies, Harvard University

Changing Positions?
Sociology in Perspective

Lebensgeschichten spielen immer schon eine bedeutende Rolle in Richard Sennetts Büchern. In Der flexible Mensch analysiert er den Verlust an kohärenten Erzählungen vom eigenen Leben im Zeitalter globalisierter Karrieren. In Sennetts Arbeiten zur Stadtsoziologie und zur Kulturgeschichte des Selbst hat er darüber hinaus neben historischen Analysen und empirischen Erhebungen immer auch persönliche Erfahrungen mit einbezogen. Im Herbst wird sein neues Buch erscheinen, das nicht zuletzt auch den politischen Kämpfen seiner Eltern und seiner eigenen intellektuellen Geschichte gewidmet ist. Auch Jens Beckert hat die "sozialen Grundlagen der wirtschaftlichen Effizienz" untersucht. Er arbeitet an der Schnittstelle von soziologischer Theorie und Wirtschaftssoziologie. In dieser Veranstaltung der Reihe Blickwechsel werden Richard Sennett und Jens Beckert nun gemeinsam den Zustand ihrer Disziplin, der Soziologie, vor dem Hintergrund ihres unterschiedlichen Werdegangs betrachten.

Gesprächsleitung: Prof. Dr. Erhard Stölting, Potsdam

Mittwoch, 5. Juni 2002, 19 Uhr
Otto-Braun-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin
Berlin-Tiergarten, Potsdamer Str. 33

***
Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Einstein Forums
in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin

Die Referenten

Richard Sennett
Geboren 1943 in Chicago. Sennett studierte zunächst Musikwissenschaften und Violoncello an der New Yorker Juilliard School. Anschließend begann er ein Soziologie-Studium an der Harvard University. Nach seinem Abschluss in Urbanistik gründete er in Cambridge, Mass., das Cambridge Institute, ein soziologisches Forschungszentrum. Seit 1973 lehrt Sennett Geschichte und Soziologie an der New York University, wo er seit 1975 das New York Institute for Humanities betreut. Seit 1999 ist er außerdem Professor of Cities Programme an der London School of Economics. Bis 1993 saß er dem International Committee on Urban Studies vor, das in seiner Arbeit sozialwissenschaftliche Themen mit Fragen der Architektur und des Städtedesigns zu verbinden sucht. Im Frühjahr 2002 war er Distinguished Visitor an der American Academy in Berlin. Sennett ist Berater der UNESCO im Bereich der Städteplanung.
Publikationen u.a.:
- Families against the City. Middle Class Homes of Industrial Chicago, 1970
- The Uses of Disorder, 1970
- (mit Jonathan Cobb): The Hidden Injuries of Class, 1972
- The Fall of Public Man, New York 1977 (dtsch.: Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität, Frankfurt/M. 1983)
- Authority, New York 1980 (dtsch.: Autorität, Frankfurt/M. 1985)
- The Conscience of the Eye. The Design and Social Life of Cities, New York 1990 (dtsch.: Civitas. Die Großstadt und die Kultur des Unterschieds, Frankfurt/M. 1990)
- Flesh and Stone, 1986 (dtsch.: Fleisch und Stein, Berlin 1995)
- The Corrosion of Character, New York 1998 (dtsch.: Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus, Berlin 1998).

Jens Beckert
Geboren 1967. Nach dem Grundstudium der Betriebswirtschaftslehre und Soziologie an der Freien Universität Berlin schloss Jens Beckert 1991 die Soziologieausbildung an der New School for Social Research in New York mit dem Master of Arts ab und beendete anschließend das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin. Von 1993 bis 1999 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie an der Freien Universität Berlin - unterbrochen von einem Forschungsaufenthalt 1994/95 in Princeton. In seinem von der DFG finanzierten Habilitationsprojekt befasste sich Beckert mit der Entwicklung von Diskursen über das Erbrecht in Deutschland, Frankreich und den USA. Seit Herbst 2001 ist er für ein Jahr Kennedy Memorial Fellow am Center for European Studies der Harvard University. Im Herbst 2002 wird er seine Professur für Soziologie an der International University Bremen antreten. Er ist Mitglied der Jungen Akademie.
Publikationen u.a.: Grenzen des Marktes. Die sozialen Grundlagen wirtschaftlicher Effizienz, Frankfurt, New York 1997.

Die Reihe Blickwechsel
Wissenschaft ist nicht einfach ein abstraktes Subjekt, sie ist auch geprägt von den Erfahrungen der Wissenschaftler. In der Reihe Blickwechsel werden die jeweiligen Fächer daher aus der Perspektive unterschiedlicher Generationen betrachtet. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass der Blick auf das Fach sich von Generation zu Generation entscheidend ändern kann. Dieser "Blickwechsel" resultiert aus unterschiedlichen Prägungen während des Studiums, sich verändernden Problemlagen in der Forschung oder auch aus einer wechselnden historischen Grunderfahrung zwischen den Generationen. Indem zwei verschiedene Blicke auf ein Gebiet der Wissenschaft geworfen werden, erhoffen wir uns tiefere Einblicke in die Dynamik der jeweiligen Disziplinen. Indem die unterschiedlichen Generationen miteinander Blicke wechseln, soll auch eine Art neuer Selbstreflexion der Fächer entstehen.

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