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WHZ: Studiengänge Textil- und Ledertechnik sowie Architektur am besten in Zwickau fortführen

04.07.2011 - (idw) Westsächsische Hochschule Zwickau

Mit dem Entwurf der Sächsischen Hochschulentwicklungsplanung kommt auch auf die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) eine Reihe neuer Herausforderungen und Entwicklungsziele zu. Das betrifft vor allem die geplante Schließung des Hochschulstandortes Reichenbach, die in der öffentlichen Diskussion stark wahrgenommen wird. Natürlich fühlt sich die WHZ für die dortigen Studiengänge Textil- und Ledertechnik (TLT) und Architektur verantwortlich und setzt sich intensiv für den Erhalt dieser Studiengänge an der WHZ ein sowie dafür, beide am Standort Zwickau fortzuführen. Die von der Landesregierung angestrebte Verlagerung des Studiengangs Textil- und Ledertechnik an den Hauptstandort Zwickau, wo ohnehin schon die ersten beiden Semester stattfinden, bietet auch die Chance einer inhaltlichen Modernisierung und noch stärkeren Nutzung der Potentiale der Hochschule, um auch zukünftig eine innovative, wettbewerbsfähige Ausbildung im Textilbereich anzubieten - und damit auch die Chance, künftig mehr junge Menschen als bisher für ein Studium der TLT zu gewinnen. Aus den besonderen Kompetenzen unserer Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg mit ihren Richtungen Mode- und Textil-kunst/Textildesign ergeben sich beispielsweise attraktive Anknüpfungspunkte.

Derzeit werden verschiedene Varianten der Fortführung geprüft. Die WHZ befindet sich in intensiver Diskussion mit der Wirtschaft und mit Forschungseinrichtungen, um den Studiengang TLT zukunftsträchtig zu gestalten und die Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft nach hoch qualifizierten Fachkräften angemessen zu berücksichtigen. Kernanliegen ist eine Neuausrichtung auf die sich wandelnden Anforderungen der Textilbranche in Verbindung mit einer Modernisierung der Labor- und Praktikumsausstattung.

Ein Fakt, den man konstatieren muss: Große Teile der Ausstattung des Instituts für Textil- und Ledertechnik in Reichenbach passen nicht mehr zu modernen Produktionsverfahren und zur zukunftsträchtigen Entwicklung insbesondere im Bereich der Technischen Textilien. Die Hochschule und das SMWK gehen gegenwärtig davon aus, dass bei einem Umzug an den Standort Zwickau auch die Ausstattung zu modernisieren ist und sich ein verringerter Flächenbedarf ergibt. Die Unterbringungskosten für einen modernisierten Studiengang Textil- und Ledertechnik werden zurzeit ermittelt, ebenso die Kosten für die Modernisierung der Laborausrüstung, wobei bereits eine konkrete räumliche Lösung in Zwickau in Sicht ist. Ziel der Hochschule wie auch des Staatsministeriums ist es, einen auch von den Praxispartnern geschätzten Textilstudiengang zu betreiben.

Sehr viel schwieriger gestaltet sich die Situation beim Studiengang Architektur. Dieser soll gemäß des Entwurfs des Sächsischen Hochschulentwicklungsplans in Zwickau und in Zittau eingestellt und an den Hochschulstandorten Leipzig und Dresden konzentriert werden. Bei den Studienabschlüssen, die eine Eintragung in die Architektenkammer Sachsen insgesamt ermöglichen (Diplom und Master), würde dies bedeuten, dass von derzeit 30 Diplom-Studienplätzen und 85 Masterstudienplätzen (35 in Leipzig, 30 in Reichenbach und 20 in Dresden) nur noch 55 Masterstudienplätze (in Leipzig und Dresden) übrig blieben, was einen Rückgang von 52 % bedeuten würde.
Derzeit laufen dazu intensive Beratungen zwischen den Dekanen der betroffenen Architekturfakultäten. Diese haben gezeigt, dass die Verlagerung von Reichenbach nach Leipzig wegen der dortigen kritischen Raumsituation in den Medien wurde jüngst die Anmietung eigener Flächen durch die Studenten beschrieben auf ganz erhebliche Schwierigkeiten stößt. Das in Reichenbach entwickelte und von der Fachwelt als sehr erfolgreich anerkannte Studio-Modell könnte nicht fortgeführt werden und auch bei der Einordnung der Professuren würden sich in den nächsten Jahren keine Vorteile ergeben.

Um die Kontinuität und nachgewiesene Qualität der Architekturausbildung zu sichern bekennt sich die WHZ zu diesem Studiengang und erklärt ihr Interesse, diesen selbst am Hauptstandort in Zwickau fortzuführen. Verantwortung wahrzunehmen bedeutet, so Rektor Prof. Dr. Gunter Krautheim, einerseits vor den Fakten und Vorgaben des SMWK nicht die Augen zu verschließen, andererseits aber auch eigenständig handelnd nach vorn zu blicken und nach besseren Alternativen zu suchen. Weitere Informationen: http://www.fh-zwickau.de
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