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Unterrichtskonzept für mehr Interesse am Fach Chemie entwickelt

21.07.2011 - (idw) Universität Leipzig

Wissenschaftlerinnen des Bereichs Chemiedidaktik der Universität Leipzig haben ein fächerübergreifendes Unterrichtskonzept ausgearbeitet, mit dem Schüler mehr Interesse am Schulfach Chemie entwickeln sollen. Speziell geht es dabei um die Einführung in das Thema Säuren. Dazu wurden im vergangenen Jahr mit 177 Achtklässlern aus drei Leipziger Gymnasien Schülerexperimentiervormittage an der Universität Leipzig veranstaltet, bei denen sie durch eigenständiges Experimentieren die große Bedeutung von Säuren in der belebten Natur entdecken konnten. Die Ergebnisse wurden in den Folgemonaten ausgewertet. Prof. Dr. Rebekka Heimann und Ina Geyer haben ihr Konzept und die Ergebnisse der Experimentiervormittage vor wenigen Tagen unter dem Titel: "Chemische Begriffe im biologischen Kontext. Eine fächerübergreifende Einführung in das Thema Säuren" in dem renommierten Fachblatt "Chemkon" veröffentlicht.Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Schüler mit großen Erwartungen in den Chemieanfangsunterricht kommen, dass ihr Interesse am Chemieunterricht aber mit zunehmender Dauer stark abnimmt. Dies trifft in besonderem Maße auf die Mädchen zu. Was kann man tun, um dem entgegenzuwirken? Als eine von mehreren Maßnahmen werden im Bereich Chemiedidaktik der Universität Leipzig fächerübergreifende Unterrichtskonzepte entwickelt und erprobt, die chemische Inhalte in einen biologischen Zusammenhang stellen und damit interessante Fragestellungen aus Natur und Umwelt aufgreifen. So wird deutlich, dass chemisches Wissen für ein Verständnis biologisch orientierter Fragestellungen hilfreich ist. Die Unterrichtsgestaltung erfolgt auf der Basis lerntheoretischer Erkenntnisse. Anhand einfacher Versuche erhalten die Schüler Gelegenheit zu einer möglichst eigenständigen Gewinnung neuen Wissens.

Bei den Experimentiervormittagen an der Universität Leipzig haben die Gymnasiasten in Experimenten zum Thema Säuren in Natur und Umwelt unter anderem untersucht, wie Brennnesseln sich mit Säure vor Feinden schützen, wie Säuren Pflanzen bei der Nährsalzaufnahme helfen, welche Rolle Magensäure bei der Verdauung spielt und welche Folgen saurer Regen hat. Sie lösten biologischer Fragestellungen und lernten dabei grundlegende chemische Eigenschaften der Säuren wie zum Beispiel ihren Nachweis mit Indikatoren und die Reaktion mit Carbonaten kennen. 88 Prozent der Schüler fanden den Experimentiertag sehr interessant oder interessant. Ihnen gefiel beispielsweise, dass sie in kleinen Gruppen experimentieren und vieles selbst erproben durften, wodurch sie viele Sachverhalte besser verstehen konnten. Selbst Schüler mit wenig ausgeprägtem Chemieinteresse konnten angesprochen werden, wie folgende Schüleräußerung zeigt: "Ich persönlich mag Chemie einfach nicht, aber das hat nichts mit der Uni zu tun. Im Gegenteil: Mich haben die Experimente eher wieder motiviert."

Die Bearbeitung der Auswertungsaufgaben durch die Teilnehmer des Experimentiertages zeigte einen erkennbaren Lerneffekt. Die zu Beginn festgestellten, oft einseitig negativen Vorstellungen zu Säuren konnten relativiert werden. Das Konzept eröffnet somit Perspektiven für die Entwicklung eines gesteigerten Interesses an chemischen Inhalten und eines besseren Verständnisses naturwissenschaftlicher Inhalte. Es wird auf weitere Themen übertragen.


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Weitere Informationen:
Prof. Dr. Rebekka Heimann und Ina Geyer
Telefon: +49 341 97-36339
E-Mail: heimare@uni-leipzig.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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