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Neue Substanzen im Kampf gegen den Lungenkrebs

05.08.2011 - (idw) Universitätsklinikum Ulm

Rund 32.000 Männer und 13.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich an Lungenkrebs, der als die bösartigste Krebsform gilt. Die besten Chancen die Krankheit zu besiegen haben Patienten in frühen Tumorstadien. Typische Beschwerden wie Luftnot, Husten mit anhaltendem Infekt oder gar Bluthusten treten häufig erst später auf wenn der Lungenkrebs bereits fortgeschritten ist. Die Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin II (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Rottbauer) setzt bereits seit vielen Jahren hochmoderne Substanzen in der Behandlung des Lungenkrebs ein. Wie aktuelle Zahlen belegen, ist das Studienzentrum der Pneumologie in Ulm eines der erfolgreichsten Prüfzentren in Deutschland. Dies zeigt sich z.B. bei der gezielten Testung des EGFR-Mutationsstatus (EGFR ist der Rezeptor des wichtigsten Wachstumsfaktors von Lungenkrebszellen), der im Rahmen der so genannten REASON-Studie untersucht wurde. In Deutschland kam bereits bei 4.300 Patienten diese Testung zur Anwendung. Sollte dabei eine genetische ,Schwachstelle im Tumor gefunden werden, steht uns eine zielgerichtete Behandlung mit Tabletten anstelle einer Chemotherapie zur Verfügung, so PD Dr. Schumann, Leiter der Sektion Pneumologie in der Klinik für Innere Medizin II. Auf einen weiteren wichtigen Aspekt im Zusammenhang mit der Tablettentherapie weist Dr. Cornelia Kropf, ebenfalls aus der Klinik für Innere Medizin II, Sektion Pneumologie, hin: Patienten müssen in aller Regel keine Angst vor einer typischen Nebenwirkung, dem Hautauschlag, haben. Im Gegenteil: Dieser ist häufig ein Zeichen für ein Ansprechen auf diese Form der Therapie, so der Arzt Stefan Rüdiger (Klinik für Innere Medizin II, Sektion Pneumologie). Die Mediziner merken an, dass der Zusammenhang mit Hautausschlag zurzeit intensiv erforscht wird, um in Zukunft noch genauere Vorhersagen zu den Erfolgsaussichten einer derartigen Behandlung geben zu können.

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass gerade jüngere Patienten mehrheitlich Nichtraucher und Frauen von einer derart zielgerichteten Therapie besonders profitieren. Untersuchungen im Tumorgewebe ergaben hier besonders häufig EGFR-Mutationen, die eine Behandlung mit so genannten Tyrosinkinase Inhibitoren (TKI) ermöglichen. Über diese neuesten Behandlungskonzepte berichtete Dr. Schumann erst kürzlich auf dem nationalen Kongress der Lungenfachärzte und betonte die Wichtigkeit der dazu veröffentlichten Studie (N Engl J Med. 2009; 361:947-57).
Das Studienzentrum der Pneumologie in Ulm kooperiert seit Jahren eng mit führenden Lungenkrebszentren wie Heidelberg oder Essen, um innovative Studienkonzepte anbieten zu können.

An Lungenkrebs erkranken nicht nur Raucher oder ehemalige Raucher, sondern auch Menschen, die in ihrem Leben niemals eine Zigarette in der Hand gehabt haben, unterstreicht Dr. Schumann. Als ein Freibrief für Raucher sei diese Erkenntnis jedoch keinesfalls zu sehen. Als Hauptursache für Lungenkrebs gilt nach wie vor das inhalative Tabakrauchen. Rund vier Jahrzehnte nach Beginn des Rauchens ist das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken etwa sechzig Mal höher ist als bei Nichtrauchern.
Wir behandeln jeden Patienten möglichst individuell, sagt Dr. Christian Schumann. Dabei gehen wir vor allem auf die Bedürfnisse unserer Patienten ein und stellen die Lebensqualität während der Tumorbehandlung in den Vordergrund. Insgesamt betrachtet können wir mit unseren Partnern Dr. Johannes Merk, Leiter der Sektion Thoraxchirurgie in der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Andreas Liebold), Prof. Dr. Wiegel (Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie), Prof. Dr. Reske (Klinik für Nuklearmedizin) und dem Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) hochmoderne Therapiekonzepte für jede Form des Lungenkrebses anbieten, die den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand garantieren.

Die Lungenexperten betonen einhellig, dass sie ihren Patienten umfassende Behandlungskonzepte anbieten können. Die rechtzeitige Entdeckung von Tumorzellen bleibe ein ganz wesentlicher Faktor. Wenn sich beispielsweise ein Husten über Wochen halte, könne grundsätzlich mehr dahinter stecken. Hier wird zu einer ärztlichen Abklärung geraten.


Nähere Informationen gibt Ihnen gerne Frau Kristina Rudy, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Universitätsklinikum Ulm, unter der Rufnummer 0731 500-43046. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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