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Frauen haben ein geringeres Macht-Motiv

02.09.2011 - (idw) Nordakademie - Hochschule der Wirtschaft

Neuer Online-Studienbewerbertest der NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft in Elsmhorn bei Hamburg / 1.474 Tests ausgewertet / Bewerberinnen schneiden jedoch sehr gut in Englisch und Mathematik ab und haben bei den Intelligenztests die besten Werte Elmshorn/Hamburg, September 2011. Junge Frauen, die sich auf einen dualen Studienplatz im Wirtschaftsingenieurwesen bewerben, sind objektiv Überfliegerinnen. Sie haben nicht nur bessere Schulnoten in allen Hauptfächern als männliche Bewerber, sie schneiden auch am besten in Englisch- und Mathematiktests ab, sie haben die besten Werte im Intelligenztest, inklusive technische und figurale Intelligenz, resümiert Professor Dr. David Scheffer, Dozent für Personalmanagement und Eignungsdiagnostik an der NORDAKADEMIE, nach Auswertung von 1.474 Online-Studienbewerbertests. Die Hochschule in Elmshorn hat für das Studienjahr 2012 diesen Test als ersten Filter für Studienbewerber verbindlich eingeführt. Wer den Test besteht, kann sich bei einem Kooperationsunternehmen der Hochschule für einen dualen Studienplatz bewerben.

Bei den angehenden Wirtschaftsingenieuren haben im Online-Test die weiblichen Bewerber auch in der Gesamtnote eine um ein Drittel bessere Schulnote erreicht. Bei diesen Ergebnissen, so Prof. Scheffer, könne man glauben, dass Frauen in besonderem Maße Führungspositionen anstreben. Interessanterweise weist aber gerade diese Gruppe ein signifikant geringeres Macht-Motiv auf. Das bedeutet, die Studienbewerberinnen möchten Einflussnahme und Streben nach einer hierarchisch übergeordneten Position möglichst vermeiden, sagt Psychologe Scheffer. Für ihn resultiert daraus die Frage, ob sich dieses Verhalten, wenn es sich generalisieren ließe, gesellschaftlich auswirkt, und ob es durch Trainings im Rahmen des Seminarwesens abgeschwächt werden kann?

Die guten Werte der weiblichen Bewerber im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen werden besonders deutlich beim Blick auf die Hauptfächer. So erreichen die Frauen im Englischtest 55 Prozent, während die männlichen Bewerber mit nur 50 Prozentpunkten abschneiden (bezogen auf die Prozentränge in der Norm der Abiturienten). Bei dem Mathematiknotentest, der nach Punkten bewertet wird, kommen die Frauen im Durchschnitt auf 11 von 15 möglichen Punkten, die Männer auf knapp 10 Punkte. Selbst im technischen Intelligenztest, der bisher als eine eher männliche Domäne angesehen wurde, drängen sich die Frauen mit 74 Prozentpunkten an die Spitze. Lediglich im Test Macht-Motivation liegen die männlichen Bewerber mit 47 Prozentpunkten vor den Frauen, die gerade mal 43 Prozentpunkte erreichen.

Bei den Bewerbungen sind die Frauen insgesamt in der Minderzahl: Bisher haben
sich 598 Frauen und 875 Männer auf einen Studienplatz für die Studiengänge
Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik beworben. Lediglich im Studienfach Betriebswirtschaft nehmen Frauen eine Spitzenposition ein. Hier liegen die Frauen mit 421 Bewerbungen vorn. Bei den Männern gibt es 346 Interessenten. In der Gesamtbenotung erreichen im Fach Betriebswirtschaft Frauen wie Männer im Auswahlverfahren 90 Prozent der Bewertungspunkte. Bei den Wirtschaftsinformatikern sind dagegen die männlichen Bewerber klar im Vorteil: Das Verhältnis steht hier insgesamt 89 zu 87 Prozent.

Von den 1.474 Bewerbern haben 1.099 den Test bis zum Schluss durchgestanden. Davon haben 102 Personen den Test nicht bestanden. Das ergibt eine Durchfallquote von 9,28 Prozent. Wer an der NORDAKADEMIE Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen studieren möchte, kann sich noch bis Oktober 2011 registrieren lassen und den Test machen, der rund zweieinhalb Stunden dauert. Kein einzelner Test bzw. keine einzelne Aufgabe führt dazu, dass das Auswahlverfahren nicht bestanden wird.

Wir wollen mit diesem Test nicht die Besten finden, denn das machen hinterher sowieso die Unternehmen, sondern wir versuchen, weniger geeignete junge Menschen vor einer fehlerhaften Studienwahl zu bewahren, erläutert Jörg Meier, Kanzler der NORDAKADEMIE, den Sinn des neuen Online-Auswahltests. Bei wem die Misserfolgswahrscheinlichkeit sehr hoch ist so der Kanzler weiter, der bekommt durch den neuen Test rechtzeitig einen wichtigen Hinweis darauf und scheitert nicht erst nach drei oder vier Semestern im Studium. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

Weitere Informationen: http://www.nordakademie.de
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