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MHMK gibt Ergebnisse der Studie Kreative fordern Technik bekannt

08.09.2011 - (idw) Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation

Die MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, präsentierte am heutigen Donnerstag auf der Popkomm in Berlin im Rahmen eines Diskussionspanels die Ergebnisse einer Untersuchung zu 13 Musikportalen. München/Berlin, (8.9.2011) Matthias Gülzow, Professor für Musikmanagement an der MHMK stellte heute Vormittag auf der Popkomm die Ergebnisse der von ihm geleiteten und vom VUT initiierten Untersuchung Kreative fordern Technik Musikplattformen im Stresstest zu 13 Musikportalen vor. Im Zentrum des Interesses stand dabei der langfristige Nutzen der Plattformen für die Künstler. Durchgeführt und unabhängig konzipiert wurde die Studie von insgesamt sieben Wissenschaftlern der MHMK: Prof. Matthias Gülzow vom MHMK-Campus Berlin, Prof. Dr. Tobias Debuch aus Hamburg, Prof. Dr. Martin Lücke aus München, Prof. Dr. Michael Oehler aus Köln sowie den wissenschaftlichen Mitarbeitern Judith Lehninger aus Berlin, Kerstin Ullrich aus Köln und Stefan Schulte-Holthaus aus München. Die Plattformen wurden in den 8 Kategorien Künstlerpräsentation, Promotion, Social Media, Design, Finanzen, Verfügbarkeit, Funktionalität, Fairness und Transparenz nach 45 Einzelkriterien untersucht und bewertet:

Musikvertriebsplattformen:
bandcamp 2,1
recordJet 2,5
restorm 1,5
SoundCloud 2,5
music beta o.W.
vimeo 2,7
sellaround 1,5

Crowdfunding-Plattformen:
Pledgemusic 1,7
Sellaband 1,5

Klassische Musikportale:
simfy 2,1
Spotify 2,1
tape.tv 1,7
wahwah 1,8

Insgesamt bewerteten die Wissenschaftler die Vertriebsplattformen sellaround und restorm für Bands mit der Note 1,5 als am Besten geeignet, um eigene Songs zu promoten, sofern noch kein Vertrag mit einem großem Label unterschrieben wurde. Jedoch könne dies nicht als generelle Aussage verstanden werden, da jede Band Ihr individuelles Setup brauche. Die untersuchten Crowdfunding-Plattformen unterscheiden sich weniger in ihrer Qualität als in ihrer Ausrichtung und sollten daher im Einzelfall entsprechend den Marketingzielen ausgewählt werden, so die Studienautoren. Die Studie kommt weiterhin zum Schluss, dass die untersuchten klassischen Musikportale für Bands und kleinere unabhängige Musikunternehmen weniger interessant sind, da man dort nur wenig Einfluss auf die Aufnahme in die Portale habe. So führe der Weg zum kommerziellen Erfolg nicht über eines der klassischen Portale, sondern über ein großes Label in diese Portale.

Insgesamt evaluiert die Studie das große Angebot an Portalen für Musikfans, Bands und Labels, kann aufgrund der Vielzahl der Angebote und der rasanten technischen Fortentwicklung aber selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und langfristige Aktualität gewährleisten. Dies ändert jedoch nichts an den grundsätzlichen Schlussfolgerungen der Untersuchung.

1. Wie in fast allen Geschäftsbereichen ist das Internet Chance und Risiko zugleich.

Für bisher unbekannte Bands und auch kleinere Musikunternehmen überwiegen in der Summe die Chancen. Die Entwicklung der Portale ermöglicht ihnen eine leichtere Promotion von Songs. Erlöse in größerem Umfang werden allerdings auf diesem Weg auf absehbare Zeit nur in Einzelfällen zu erzielen sein.

2. Das in Praxis und Theorie allgemein entwickelte moderne Verständnis von Marketing gilt auch für die Musikbranche.

Das Idealbild des kreativen Musikers, von dem ein Management alle Widrigkeiten des Lebens fernhält, damit er sich dem Schaffensprozess in seiner reinen Form hingeben kann, scheint zwar noch in vielen Musikerköpfen zu existieren. In der Realität aber beschäftigt sich, auch durch die vorgestellten Plattformen, inzwischen eine so breite Masse von Bands selbst mit Marketing, dass nur sehr wenige Musiker auf der Welt umhinkommen werden, sich einem modernen Marketingverständnis zu stellen. Ebenso wie Songwriting, Performance und Produktion kreative Prozesse sind, an denen unterschiedliche Akteure mit ihren besonderen Kompetenzen beteiligt sind und die ineinander greifen müssen, braucht auch das Marketing für jeden Song neuen kreativen Input.

3. Auch in der kleinteiligen Musikbranche müssen die Aufwendungen für das Marketing in eine vernünftige Relation zu den Aufwendungen für die Produktion der Musik gebracht werden.

Dies gilt insbesondere im semiprofessionellen Bereich. Die übliche Faustformel pro Euro Investition in das Produkt ein Euro Investition in das Marketing wird auch hier Gültigkeit haben. Auf dem Weg zum wirtschaftlichen Erfolg werden auch Newcomerbands nicht umhinkommen, Marketing- und Produktionskosten zu synchronisieren.


Die Studie in all ihrer Nüchternheit soll Kreative ermutigen, aktiv zu sein und zu bleiben und die Vielfalt der Marketingmöglichkeiten zu nutzen. Bei genauer Kenntnis des Marktes ergeben sich für Musiker durch die untersuchte Musikportallandschaft mehr Chancen, um sich einem Publikum zu präsentieren.

Wir sind glücklich, dass erstmals eine wissenschaftliche Betrachtung der Musikvermarktungsmöglichkeiten im Internet aus Künstlersicht stattgefunden hat und so die Plattformen nach klar definierten Kriterien vergleichbar macht, zugleich aber auch die Komplexität der Materie aufzeigt, so VUT-Pressesprecher Reimut van Bonn. Wir wünschen uns, dass die MHMK die Arbeit an dieser Untersuchung fortsetzt und damit den Künstlern eine wertvolle Orientierungshilfe im Dickicht der Onlineplattformen bietet.

Herunterladen können Sie sich die Studie unter http://www.mhmk.de/uploads/media/studie-kreative-fordern-technik.pdf

Medienkontakte:
MHMK, Sarah Ines Struck, Referentin Hochschulkommunikation, s.struck@macromedia.de, Tel. 089 9616080- 431
VUT, Reimut van Bonn, Presssprecher, vanbonn@vut-online.de, Tel: 030 530658-59

Über die MHMK

Die MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, ist mit etwa 1.800 Studierenden und über 70 Professoren an fünf Standorten in den deutschen Medienstädten München, Stuttgart, Köln, Hamburg und Berlin vertreten. Die Bachelor- und Masterstudiengänge decken die gesamte Bandbreite der Konzeption, Gestaltung, Produktion und des Managements von Medien ab. In den vier 7-semestrigen Bachelorstudiengängen Film und Fernsehen, Journalistik, Medien- und Kommunikationsdesign sowie Medienmanagement wählen die Studierenden aus einem breiten Spektrum an Vertiefungsrichtungen. Ergänzend wird der englischsprachige Bachelor Media and Communication Management angeboten. Die Medienmanager und Medien- und Kommunikationsdesigner absolvieren sechs Semester an einem Campus in Deutschland und ein Auslandssemester an einer der MHMK-Partnerhochschulen weltweit. Die Master School der MHMK ist komplett englischsprachig und bietet mit den Studiengängen Media and Design sowie Media and Communication Management den direkten Einstieg in eine internationale Karriere. Alle MHMK-Studiengänge sind durch die Akkreditierungsagentur FIBAA zertifiziert. Im Bachelor- und im Masterprogramm ist das Studieren auch berufsbegleitend möglich.
Mehr Infos unter http://www.mhmk.de

Über den VUT

Der VUT, Verband unabhängiger Musikunternehmen, vertritt die Interessen der deutschen Kreativwirtschaft im Bereich Musik. Zu seinen Mitgliedern zählen rund 1.300 Labels, Verleger, Produzenten, Vertriebe sowie eine zunehmende Anzahl von Künstlern, die sich selbst vermarkten. Unabhängige Unternehmen erzielen mehr als 60 Prozent der Unternehmensumsätze in der deutschen Musikwirtschaft. Als Verband engagiert sich der VUT auf deutscher, europäischer und internationaler Ebene für die Interessen der Musikwirtschaft, deren Kern die Musiker und Autoren bilden. Als Dienstleister bietet der VUT seinen Mitgliedern ein breites Spektrum an Beratungs-, Informations- und Serviceleistungen wie Mitgliederberatung, regelmäßige Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen, Abschluss von Rahmenverträgen, Branchennewsletter. Darüber hinaus leistet der VUT durch seine praxisbezogene Beratung einen

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