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Die liebsten Tierchen: Kongreß der deutschsprachigen Milben- und Zeckenforscher

12.09.2003 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

PM 117/2003

Vom 26. bis zum 28. September 2003 treffen sich etwa 50 Spezialisten im Institut für Zoologie, um über ihre Lieblingstiere zu sprechen: Milben und Zecken. Greifswald ist für das 4. Treffen der deutschsprachigen Acarologen nach Görlitz (1997), Bremen (1999), Graz (2001) gut vorbereitet. In der Arbeitsgruppe von Prof. Gerd Alberti geht es um Ökologie ("Zukunftsorientierte Waldwirtschaft") und vergleichende Ultrastrukturforschung. In der Arbeitsgruppe von Prof. Jan-Peter Hildebrandt (Physiologie und Biochemie der Tiere) entwickelt sich seit einiger Zeit eine auf molekularbiologische Methodik gestützte Zeckenforschung (im Hinblick auf Borrelien u. a.).

Der wissenschaftliche Begriff Acari bezeichnet Milben und Zecken als Teilgruppen der Spinnentiere. Weltweit sind etwa 40000 Acariarten wissenschaftlich bekannt, das entspricht etwa der Artenzahl von Webspinnen, Krebsen oder Wirbeltieren (Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel, Säugetiere). Die Mehrzahl der Arten gehört in die umgangssprachliche Gruppe der Milben. Von Zecken gibt weltweit nur etwa 800 Arten. In Deutschland dominiert eine Zeckenart, der Holzbock, Ixodes ricinus, mit über 90% der Freilandfunde.

Die viel vielfältigere Gruppe der Milben ist ungleich weniger bekannt. Zu dieser Gruppe gehören allerdings mit die häufigsten terrestrischen Tiere. Auf einem Quadratmeter Waldboden finden die Spinnentierforscher mehrere 100000 Individuen. Auch im Süß- und Meerwasser sind Acari vertreten. Sie repräsentieren mit Abstand eine der ökologisch und morphologisch diversesten Tiergruppen und haben Bedeutung als Räuber, Humusbereiter, Tier- und Pflanzenparasiten.

60% der Menschen sind von Milben besiedelt (Haarbalgmilben). Zu ihnen gehören die ökonomisch wichtigsten tierischen Pflanzenschädlinge (Spinnmilben, Gallmilben). Sie sind gefürchtet als Allergenproduzenten (Hausstaubmilben), Fell- und Gefiederparasiten, Krätze- und Räudeerreger, manche fungieren als Zwischenwirte von in Haustieren lebenden Bandwürmern.

Zu dem Treffen kommen Menschen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden., die die verschiedenen Forschungsaspekte repräsentieren (Taxonomen, Morphologen, Süßwasser- u. Bodenökologen, Parasitologen, Vertreter aus dem Pflanzenschutz). Auch nicht deutschsprachige Teilnehmer werden kommen, aus Argentinien, Italien, Polen und den USA; meist sind sie dem Zoologischen Institut seit Jahren intensiv wissenschaftlich verbunden und haben zum Teil schon mehrfach in Greifswald gearbeitet oder waren Gastgeber für hiesige Forscher.

Interessenten sind herzlich eingeladen. Détails zum Programm und weitere Information können Sie auf der Internetseite einsehen.
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