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1. Deutscher Patientenkongress Depression - Viten und Abstracts der Sprecher

03.10.2011 - (idw) Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Viten der Protagonisten und Sprecher sowie Abstracts der Vorträge Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Kontakt: Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Leipzig
Semmelweisstraße 10, 04103 Leipzig
Tel: 0341 / 97-24530, Fax: 0341 / 97-24539
Ulrich.Hegerl@medizin.uni-leipzig.de

Vita
Geboren 1953 in München

1973-1978 Medizinstudium in Erlangen und Rennes, Frankreich
1998 C3-Professur für Psychiatrie an der Psychiatrischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München
seit 1999 Sprecher des bundesweiten Forschungsprojektes Kompetenznetz Depression, Suizidalität
seit 2003 Gründer und Vorsitzender des Deutschen Bündnisses gegen Depression e.V.
seit 2004 Leitung der European Alliance Against Depression (gefördert von der Europä¬ischen Kommission)
seit 2006 Direktor und Lehrstuhlinhaber der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psycho¬therapie am Universitätsklinikum Leipzig
seit 2008 Leiter des Europäischen Forschungsprojektes Optimizing Suicide Prevention Pro¬grams and their Implementation in Europe (OSPI, 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission)
seit 2008 Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe
seit 2011 Leiter des Europäischen Projektes Preventing Depression and Improving Aware¬ness through Networking in the EU (PREDI-NU, Förderung durch die European Agency for Health and Consumers)

Neben anderen Auszeichnungen erhielt Prof. Dr. Ulrich Hegerl 2003 den Hermann-Simon-Preis für das Projekt Nürnberger Bündnis gegen Depression und 2007 den European Health Award für die European Alliance Against Depression.


Die Behandlung der Depression aktueller Stand der Wissenschaft
Vortrag: 11.10-11.30 Uhr

Depression ist eine häufige, schwere, oft auch lebensbedrohliche Erkrankung, die mehr als andere Erkrankungen mit hohem Leidensdruck einhergeht. Obwohl sie durch Antidepressiva und bestimmte Formen der Psychotherapie behandelbar ist, kann nur eine Minderheit der Betroffenen diese in optimaler Weise nutzen. Hieran ist auch die Erkrankung selbst schuld, die mit Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühlen und gestörtem Antrieb einhergeht. Dargestellt werden die psychischen und körperlichen Ursachen der Depression, die wichtigsten aktuellen Behand¬lungsmöglichkeiten sowie weitere Empfehlungen für einen Weg heraus aus der Depression.


John P. Kummer
Kontakt: Florastraße 1
CH-6314 Unterägeri
johnp.kummer@gmail.com

Vita
Geboren 1927 in Bern

1946-1950 Studium der Elektrotechnik
seit 1950 Tätigkeit für verschiedene Firmen in der Schweiz und währenddessen 10 Jahren in Kanada
1972 Mit einem Berufskollegen Gründung einer europäischen Marketingfirma für Beratung, Lieferung und Kundendienst von Mess- und Prozess-Systemen, wie sie in der Produktion von Mikroelektronik-Elementen angewandt werden. Gründung von Tochtergesellschaften in Deutschland, Frankreich und England.
seit 1993 zusammen mit Betroffenen Gründung von Selbsthilfegruppen
sowie Gründung des Vereins EQUILIBRIUM (Gründerpräsident)
seit 1994 Vizepräsident des Stiftungsrates in der schweizerischen Werner Alfred Selo Stif¬tung für Depressionsforschung
seit 1994 Einsatz für die Popularisierung des Gedankens einer nationalen Informations- und Aufklärungs-Kampagne in den Bereichen Ärzteschaft, Bundesverwaltung und -politik nach dem Muster der schottischen See-me Campaign

Depressionen waren bei John P. Kummer von Zeit zu Zeit ein Thema. Die längste Krankheit dauerte neun Monate. Jegliche berufliche Arbeit war unmöglich.

Selbsthilfegruppen Depression Durchführung, Chancen und Risiken
Vortrag: 12.00-12.20 Uhr

Aufbau, Betrieb und Unterstützung von Selbsthilfegruppen Depression (SHGD) mit Hilfe der Zentrale werden vorgestellt. Die Vorteile sind mannigfach, aber auch Schwierigkeiten im Wirken der SHGD sind vorhanden und werden offen dargestellt. Dazu kommt eine kürzlich vorgenommene Datenerhebung, deren Ergebnisse die SHGD-Mitglieder charakterisieren.

Schließlich werden die Anstrengungen des Vereins Equilibrium und der Werner Alfred Selo Stiftung im Bereich der Entstigmatisierung der psychischen Krankheiten, die für die Vereinsmitglieder und auch für die Stiftung von großer Bedeutung sind, kurz beleuchtet. Ebenfalls wird die Bedeutung der Peer Ausbildung durch die FHS Bern erwähnt.

Thomas Müller-Rörich
Kontakt: tmr@depressionsliga.de

Vita
Geboren 1954 in Braunschweig

1973 Abitur in Heilbronn
1978 Gründung einer Firma für Entwicklung und Produktion elektronischer Steuerungen in Stuttgart
1994 Erste Erkrankung an einer Depression
2009 Übernahme des Vorsitzes der Deutschen DepressionsLiga

Die Erkrankung Depression aus Sicht eines Betroffenen
Vortrag: 10.30-10.50 Uhr

Als Betroffene einer internalen und somit nicht ohne Weiteres von außen objektiv zu beurteilen¬den Störung haben depressive Menschen meist ein anderes Erleben ihrer Krankheit als Behand¬ler sich das vorstellen können. Besonders die sekundären Krankheitsfolgen durch Verlust wich¬tiger Stützen wie Beruf und soziales Netzwerk werden nicht ausreichend berücksichtigt mit der Folge, dass ein Wiederauftreten der Erkrankung begünstigt wird.

Um eine optimale Behandlung dieser Volkskrankheit zu gewährleisten, ist die Einbeziehung der Betroffenen in die Entwicklung von Medikamenten und Therapiemöglichkeiten nicht nur ratsam, sondern sogar unerlässlich.

Obwohl die genauen Entstehungsursachen der Depression nach wie vor unklar und multi¬faktoriell sind, können Betroffene durch Selbsterforschung wichtige Anhaltspunkte dafür liefern, welche Lebensumstände Depressionen begünstigen bzw. wie sich Resilienz erwerben lässt. Die¬ser Aspekt ist im Hinblick auf die Erforschung gesellschaftlicher Hintergründe, insbesondere der Entwicklungen im Berufsleben, von zunehmender Bedeutung.


Dr. med. Nico Niedermeier

Vita

1983-1990 Studium der Humanmedizin an der LMU München
1990-1998 Tätigkeit als Arzt im Praktikum und Assistenzarzt (Städt. Krankenhaus München Neuperlach, Psychosomatische Klinik Windach am Ammersee und Psychiatrische Klinik der LMU München)
seit 1998 Niedergelassener Facharzt für Psychotherapeutische Medizin
seit 2000 Gründung und Moderation des Online-Diskussionsforums für depressive Stö¬rungen im Rahmen des Kompetenznetzes Depression, Suizidalität mit Förderung durch das BMBF sowie den vdek, seit 2008 Alleinförderung durch die BarmerGEK
seit 2006 Anerkennung als Supervisor und Lehrtherapeut durch die BLÄK, die DVT, die DGVT sowie die Ausbildungsinstitute VFKV und IFT
2008 Gründungsmitglied des Münchner Depressionsnetzes
2009 Gründungsmitglied der Deutschen DepressionsLiga und Benennung als Ehrenmitglied durch selbige

Das Online-Diskussionsforum Depression Hilfe zur Selbsthilfe
Vortrag: 12.20-12.40 Uhr

Dargestellt wird das Online-Diskussionsforum des Kompetenznetzes Depression, das mittlerweile in die Stiftung Deutsche Depressionshilfe integriert wurde. Das Diskussionsforum ist ein seit 2001 bestehendes und seitdem stetig anwachsendes Online-Selbsthilfeangebot für depressiv erkrankte Menschen. Durch die Möglichkeit einer anonymen Nutzung zu jeder Tageszeit und von jedem Ort bietet es eine optimale niedrigschwellige Möglichkeit, sich mit anderen Betroffe¬nen auszutauschen. Das Forum, das von einer Soziologin und einem Facharzt moderiert wird, wurde mehrfach ausgezeichnet. Die Vorstellung des Forums am 1. Deutschen Patientenkongress erfolgt durch eine langjährige Userin und einen der Moderatoren.


Prof. Dr. med. Dr. phil. Helmut Remsch
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