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Grünland und GAP-Reform - Wege aus der Sackgasse und Aufbruch zu neuen Horizonten

06.10.2011 - (idw) Bundesamt für Naturschutz

Grünland und GAP-Reform Wege aus der Sackgasse und Auf-bruch zu neuen Horizonten?!

Bonn/Vilm 06.10.2011: Angesichts der erwarteten Legislativvorschläge zur neuen Gemein-samen Agrarpolitik (GAP) ab dem Jahr 2014 hat die BfN-Tagung Grünland und GAP-Reform Wege aus der Sackgasse und Aufbruch zu neuen Horizonten?! eine besonders aktuelle Thematik im Fokus. Ziel ist es, vor dem Hintergrund des teilweise dramatischen Grünlandverlustes der letzten Jahre und der Reform der GAP, im Dialog mit Verwaltung, Wissenschaft, Verbänden und Praxis tragfähige Strategien zur Erhaltung und zum Schutz des artenreichen Grünlandes zu erarbeiten. Die Fachtagung findet vom 04.-07.10.2011 an der Internationalen Naturschutzakademie Vilm des Bundesamtes für Naturschutz im Rah-men der Reihe Naturschutz und Landwirtschaft im Dialog statt.

Grünlandflächen sind prägende Elemente in der Agrarlandschaft mit hohem ästhetischem Naturwert. Angesichts des teilweise dramatischen Verlusts an Grünland und seinem Pflan-zen- und Tierartenreichtum ist die Ausgestaltung des Grünlandschutzes innerhalb der GAP von großer Bedeutung: Grünland spielt für den Schutz von Biodiversität, aber auch für die Ressourcen Wasser, Boden und Klima eine zentrale Rolle. Nur wenn es uns gelingt, das Grünland in Umfang und Qualität zu sichern und zu entwickeln, können wir unserer Verant-wortung gerecht werden und die bis 2020 vereinbarten Biodiversitätsziele auf europäischer und bundesdeutscher Ebene erreichen, so die Präsidentin des Bundesamts für Natur-schutz, Prof. Beate Jessel.

Hierzu sei es deshalb unabdingbar mit dem Instrumentarium der GAP den Erhalt von Dau-ergrünland auf Betriebsebene grundsätzlich zu verankern und Nutzungssysteme, die dem Erhalt der Biodiversität besonders dienen, für die Landwirte auch attraktiv und rentabel aus-zugestalten. Neben den traditionellen Nutzungen als Wiesen und Weiden sollten hierbei auch neuartige Nutzungen wie Agroforstsysteme oder großflächige Weidelandschaften stär-ker berücksichtigt werden.

Die BfN-Präsidentin begrüßte in diesem Zusammenhang die Absicht der EU-Kommission in der GAP dem Schutz des Grünlandes ab 2014 eine stärkere Bedeutung als bisher beizumessen. Jessel: Um den notwendigen Grünlandschutz zum Erfolg zu machen und einem vorsorglichen Umbruch durch Betriebe vorzubeugen, sollte allerdings das Referenz-jahr für die Ermittlung der zu erhaltenden Dauergrünlandfläche unbedingt in der Vergangen-heit liegen. Erste Erkenntnisse, ob analog zum Tagungstitel ein Weg aus der Sackgasse gefunden wird, der den Aufbruch zu neuen Horizonten ermöglicht, werden die mit Spannung erwarteten Legislativvorschläge der EU-Kommission in der nächsten Woche bringen.

Veröffentlichungshinweis
Berger, G & Pfeffer, H (2011); Praxishandbuch Naturschutzbrachen im Ackerbau. Anlage und optimierte Bewirtschaftung kleinflächiger Lebensräume für die biologische Vielfalt. Das Projekt wurde vom Bundesumweltministerium im Rahmen des Erprobungs- und Entwick-lungsvorhaben Schlaginterne Segregation- Modell zur besseren Integration von Natur-schutzzielen in gering strukturierten Agrarlandschaften gefördert, fachlich vom Bundesamt für Naturschutz betreut und am Leibnitz-Zentrum für Agrarforschung (ZALF) e.V. in Koope-ration mit dem Deutschen Bauernverband durchgeführt. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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