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BIBB empfiehlt bundesweite Einführung seines innovativen Ausbildungskonzepts zum Beruf Altenpfleger

17.09.2003 - (idw) Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

"Mit dem am 1. August 2003 in Kraft getretenen bundeseinheitlichen Altenpflegegesetz ist ein entscheidender Schritt getan, um den seit Jahren beklagten Mangel an qualifizierten Altenpflegekräften zu beheben. Es gilt nun, dieses Gesetz in der Praxis mit Leben zu erfüllen!
Die Intention des Gesetzes, die Attraktivität des Berufs "Altenpfleger/-in" zu steigern und mehr junge Menschen für ihn zu gewinnen, setzt eine inhaltliche Neukonzeption der Ausbildung voraus. Im Mittelpunkt muss dabei die Entwicklung der beruflichen Handlungskompetenz der Fachkräfte stehen. Das vom Bundesinstitut für Berufsbildung entwickelte Curriculum für die Ausbildung zum Altenpfleger/zur Altenpflegerin zeigt, wie dieses Ziel bei der Gestaltung der praktischen wie der schulischen Ausbildungsabschnitte erreicht werden kann. Im Saarland wird das BIBB-Ausbildungskonzept bereits umgesetzt, Brandenburg führt es im Oktober ein und die Robert-Bosch-Stiftung zeichnete es im Rahmen des Ideenwettbewerbs 'Pflege neu denken - zukunftsfähige Ausbildungskonzepte' mit einem Preis aus. Weil in jedem Punkt vereinbar mit den neuen rechtlichen Bestimmungen des Altenpflegegesetzes, ist es an der Zeit, das BIBB- Ausbildungscurriculum zum Beruf "Altenpfleger/-in" zur bundesweiten Einführung zu empfehlen!"

Dies forderte der Generalsekretär des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Prof. Dr. Helmut Pütz, auf einer Pressekonferenz zum Thema "Für eine innovative Altenpflegeausbildung mit Zukunft: Das BIBB-Ausbildungskonzept zum Beruf "Altenpfleger/-in", die das Institut in Anwesenheit der Ministerin für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales des Saarlandes, Frau Dr. Regina Görner, am 16. September 2003 in Bonn durchführte. Unmittelbarer Anlass der Pressekonferenz ist die Übergabe des Preises der Robert-Bosch-Stiftung am 20.09.2003 in Köln an das BIBB bzw. den Leiter des BIBB-Arbeitsbereichs "Personenbezogene und soziale Dienstleistungsberufe", Herrn Dr. Wolfgang Becker, für das unter seiner Leitung entwickelte Ausbildungskonzept in der Altenpflege.

Die Situation der Pflegekräfte und ihre Ausbildung ist seit Jahren Forschungsgegenstand des BIBB. So führte das Institut als erste und bisher einzige Forschungseinrichtung u.a. bereits Mitte der 90er Jahre eine allseits beachtete Untersuchung über den Ausbildungsverlauf, die Arbeitserfahrungen und den Berufsverbleib von Altenpflegekräften durch, deren wichtigstes Ergebnis war: die schulisch organisierte Ausbildung der Altenpflegekräfte geht an der Realität des Berufs vorbei! Folge dieser praxisfernen Qualifizierung war, dass nach nur fünf Jahren ein kompletter Ausbildungsjahrgang den Beruf verlassen und sich eine andere Beschäftigung gesucht hatte.

Um die Probleme und Mängel im Altenpflegebereich grundsätzlich zu beheben, wurde das Saarland 2002 initiativ und erließ ein neues Gesetz über die Altenpflegeausbildung. Damit war es möglich, ein neuartiges Konzept für den Ausbildungsberuf "Altenpfleger/in" umzusetzen, das auf Anregung der saarländischen Ministerin für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales, Frau Dr. Regina Görner, vom BIBB zusammen mit Altenpflegeschulen des Saarlands entwickelt worden war. Im Mittelpunkt des Konzepts, das an den Anforderungen der Berufspraxis und den beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten ausgerichtet ist, steht ein nach Lernzielen und beruflichen Handlungskompetenzen gegliedertes "duales" Ausbildungscurriculum mit einer Aufgabenteilung zwischen ausbildender Schule und praktischer Ausbildung. Anders als in der schulisch dominierten Ausbildung wird "Praxis" dabei nicht als "Praktikum" verstanden sondern vielmehr als eigenständiger Ausbildungsteil, der in der Realität der Altenpflege durchgeführt wird.

Auch Brandenburg ist von der Qualität dieses Ausbildungskonzepts überzeugt und zieht in diesem Jahr nach: Hier wird das BIBB-Ausbildungscurriculum ab Oktober 2003 zur verbindlichen Ausbildungsgrundlage. Andere Bundesländer befinden sich noch in einem Entscheidungsprozeß; so hat die CDU-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalens einen Antrag eingebracht, das BIBB-Curriculum auch in NRW einzusetzen. Der Preis der Robert-Bosch-Stiftung tut ein übriges, die Qualität der Entwicklungsarbeiten des BIBB in der Altenpflegeausbildung zu unterstreichen.

Prof. Pütz stellte daher fest: "Die breite Zustimmung, die unser 'duales' Ausbildungskonzept für die Altenpflege erfahren hat, zeigt, dass sich das BIBB den Status eines nationalen Kompetenzzentrums für die berufliche Bildung auch in den Gesundheits- (und Sozial-) berufen erarbeitet hat. Besser als viele Hochschulen ist es gerüstet, curriculare Grundlagen und Ausbildungsmaterialien zu entwickeln, um die Ausbildungssituation im Pflege- und Sozialbereich handlungsorientiert zu gestalten und ihr eine neue, zukunftsorientierte Perspektive zu geben."

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