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"Burgruinenblues" und die Beziehungskiste Lyrik & Film

17.09.2003 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Germanist der Universität Jena erhält Lyrikdebütpreis 2003 des Literarischen Colloquiums Berlin


Jan Röhnert (Foto: Fotozentrum der Uni Jena) Jena (16.09.03) " ... an Autoren wie Robert Creeley, Frank O'Hara geschult, von Blaise Cendrars und Pierre Reverdy fasziniert, von Rolf Dieter Brinkmann als seinem wesentlichsten Impulsgeber bestärkt, gehört er zu jenen, die mit dem erklärten Schreib- und Formungswillen angetreten sind, ihrer Generation eine Stimme zu geben und dabei Poesie neu zu definieren, möglichst anti-poetisch", das sagt der Schriftsteller Wulf Kirsten über den jungen Autor Jan Röhnert. Der 26-jährige Germanist, der an der Friedrich-Schiller-Universität derzeit seine Doktorarbeit anfertigt, erhält für seinen Gedichtband "Burgruinenblues" den Lyrikdebütpreis 2003 des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB). Der Juror Wulf Kirsten hatte den gebürtigen Geraer für den mit 5.000 Euro dotierten Preis vorgeschlagen. Bei der Preisverleihung am 19. September in Berlin wird der Gedichtband vorgestellt, aus dem der Autor auch lesen wird.

Jan Röhnert hat bislang in diversen Literaturzeitschriften publiziert. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem Preis des Literaturforums Hessen-Thüringen ausgezeichnet. Der ehemalige Student der Universität Jena ist gerne auf beiden Seiten des Schreibtischs tätig. Als Wissenschaftler, also als Rezipient und Interpret moderner Lyrik des 20. Jahrhunderts beschäftigt er sich derzeit intensiv mit deren Beziehung zum Film. Im Rahmen seiner Doktorarbeit untersucht er einerseits, ob und wie Filme als Gedichtthema vorkommen, andererseits analysiert er sprachliche Bilder und ihre Verknüpfungen. "Gerade in der modernen Lyrik wechseln sich die Bilder oft ab, werden wiederholt hineingeschnitten oder zusammenmontiert, ähnlich wie bei Montagen im Film", erläutert Röhnert.

Der Lyriker Jan Röhnert greift in seinen eigenen Werken auch gerne zu dieser Technik. Auch bei ihm finden sich beispielsweise Gedichte, die Filme zitieren, zumindest anfänglich, um dann sogleich Front zu machen gegen das Oberflächliche und in eine eigene tiefere Bedeutungsebene abzutauchen. "Ich bin kein Purist", sagt Röhnert, "und schreibe nicht hermetisch abgeriegelt von der Welt, daher haben die modernen Autoren, mit denen ich mich wissenschaftlich beschäftige, aber auch die Medien Einfluss auf meine Lyrik." Das geschieht genauso über die Sprachgrenzen hinweg und so sind Wortkompositionen wie "Wolkenécriture" oder eben der im Titel auftauchende "Burgruinenblues" keine Masche, sondern eher Programm in seinen Gedichten. Der Gedichtband "Burgruinenblues" von Jan Röhnert ist in der Edition Muschelkalk im Wartburg-Verlag (2003) erschienen: 64 S., 8,60 Euro, ISBN: 3-86-160-312-8

Kontakt:
Jan Röhnert
Institut für Germanistische Literaturwissenschaft der Universität Jena
Fürstengraben 18, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944233
E-Mail: jan.roehnert@uni-jena.de
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