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Ein Lastwagen voll Messgeräte für Tschernobyl

18.09.2003 - (idw) Universität Hannover

Hilfslieferung wissenschaftlicher Geräte kommt Studierenden der Universität für Agrikultur und Ökologie in Zhitomir (Ukraine) zugute

Das Zentrum für Strahlenschutz und Radioökologie (ZSR) der Universität Hannover hat eine Hilfslieferung wissenschaftlicher Geräte in die Ukraine organisiert. Die Hilfslieferung geht an die Universität für Agrikultur und Ökologie in Zhitomir (Ukraine). Mit Hilfe dieser Geräte soll die Qualität des radiologischen Monitorings an der Universität verbessert werden. Die Studierenden in Zhitomir werden nach ihrer Ausbildung in den Gebieten der nördlichen Ukraine arbeiten, die durch den Unfall von Tschernobyl hoch mit radioaktiven Stoffen kontaminiert wurden. Bei der Hilfssendung handelt sich um gebrauchte, aber funktionsfähige Geräte, die nach einem Aufruf des ZSR von verschiedenen Strahlenschutzorganisationen in Deutschland gespendet wurden. So kam ein komplettes radiologisches Labor für die Messung der ionisierenden Strahlung zusammen. Die Hilfsgüter wiegen etwa 1000 kg und werden mit in einem Fahrzeug, das die Volkswagen AG zur Verfügung stellt, in die Ukraine transportiert.

Das ZSR der Universität Hannover arbeitet seit mehreren Jahren mit der ukrainischen Universität an gemeinsamen Forschungsprojekten. Hierbei geht es zum Beispiel um die Strahlendosis, der illegale, aber geduldeter Rückwanderer in die nach dem Unfall evakuierten Gebiete ausgesetzt sind oder die Rekonstruktion der Strahlenexposition durch Iod-131 direkt nach dem Unfall. Auch das radioökologischen Verhalten langlebiger Spaltprodukte in der Umwelt wird untersucht.

Mangels geeigneter Ausstattung und aufgrund fehlender Finanzmittel findet die Ausbildung in Zhitomir ohne praktische Übungen statt. Mit den Hilfsgütern wird ein messtechnisches Praktikum eingerichtet werden, dass eine realitätsnahe Ausbildung der Studenten ermöglicht. Außerdem sind die Geräte zur Durchführung von Forschungsvorhaben geeignet, die sich mit der Strahlenbelastung der Menschen in den hoch-kontaminierten Gebieten um Tschernobyl befassen. Mit Geräten für die Messung der externen Strahlenexposition und mit Geräten zur Messung von Radionukliden in Lebensmitteln, Boden, Pflanzen und anderen Umweltproben können die Wege der Radionuklide aus dem Tschernobyl-Fallout bis in die Nahrungskette und zum Menschen untersucht und die Strahlenexposition bestimmt werden.

Hinweis an die Redaktion:
Für nähere Informationen steht Ihnen der Leiter des Zentrums für Strahlenschutz und Radioökologie Prof. Dr. Rolf Michel unter 0171-644 2719 gern zur Verfügung.
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