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Brücken spannen zwischen Technik und Betriebswirtschaft 40 Jahre Wirtschaftsingenieurwesen

26.10.2011 - (idw) Hochschule Esslingen

Die Hochschule Esslingen feierte am Donnerstag, den 20. Oktober 2011, das 40-jährige Jubiläum des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen. Der Studiengang bereitet Studierenden auf die Arbeit als Brückenbauer zwischen den technischen und betriebswirtschaftlichen Ebenen eines Unternehmens vor. Wirtschaftsingenieurwesen ist ein wichtiges Bindeglied zwischen den produktbezogenen und den kaufmännischen Bereichen. Jeder Schwabe weiß, dass der 40-jährige Geburtstag etwas ganz besonderes ist. So begrüßte der Prorektor für Lehre und IKT, Prof. Dr. Peter Väterlein, die zahlreichen Gäste: Studierende, Absolventen, Mitarbeiter und Professoren von heute und damals, sowie Vertreter aus den Unternehmen der Region. Vor 40 Jahren wurde der Aufbaustudiengang Wirtschaftsingenieurwesen als einer der ersten in Deutschland ins Leben gerufen. Heute ist er der meist gefragte Studiengang an der Hochschule. Auf 40 Plätze bewerben sich rund 1.480 Studierende, somit kommen 37 Bewerber auf einen Studienplatz. Auf dem zweiten Platz steht Soziale Arbeit mit 26 Bewerbungen auf einen Studienplatz.

Dass dieser Studiengang so erfolgreich geworden ist, konnte sich Dipl.-Ing. (FH) Heinz Illi, Beiratsmitglied des Vereins der Freunde der Hochschule Esslingen, kaum vorstellen. Vor 40 Jahren, so erzählte der ehemalige Maschinenbauabsolvent der Hochschule Esslingen und pensionierte Leiter des Produktbereichs Achsen in Kassel, gab es regelrechte Grabenkämpfe zwischen den Betriebswirtschaftlern und den Ingenieuren. Die Betriebswirtschaftler saßen auf dem Geld, die Ingenieure entwickelten das Produkt. Heute ist der Wirtschaftsingenieur die Schnittstelle der beiden Bereiche und wird von beiden Seiten anerkannt.

Das verdeutlichte Franziska Schmitt und Annelie Schwartz mit einem Einblick in ein studentisches Projekt. Die Wirtschaftsingenieur-Studentinnen waren für das Projektmanagement einer interdisziplinären Arbeit verantwortlich. Studierende des Maschinenbaus, Mechatronik und Elektrotechnik sowie Wirtschaftsingenieurwesen aus Esslingen und der Partnerhochschule in Jyväskylä, Finnland, erhielten von der Firma Festool in Wendlingen die Aufgabe, die Lautstärke eines neu entwickelten Akkuschlagschraubers zu reduzieren. Gemeinsam erarbeiteten sie eine Lösung, um bewegliche Teile zu fixieren. Neben der technischen und betriebswirtschaflichen Aufgabenstellung waren es aber besonders die weichen Faktoren, die das Projekt wertvoll machten. Mit einem Unternehmen an einer realen Problematik zu arbeiten, Sprachbarrieren abzubauen, nur in der Projektsprache Englisch zu kommunizieren und eine neue Kultur kennenzulernen, war eine tolle Erfahrung, berichtet Schwartz.

Kaum wegzudenken ist das WI-Fest der Hochschule Esslingen. Das vor 39 Jahren entstandene Projekt von Wirtschaftsingenieur-Studierenden ist inzwischen kult. Weit über die Region Esslingen hinaus lockt das WI-Fest rund 2.000 junge Menschen an die Hochschule. Jedes Jahr wird es von Studierenden im vierten Semester organisiert. Die Dimension ist inzwischen riesig. Wir müssen das Projekt finanziell auf die Beine stellen, Sponsoren finden, Sicherheitskonzepte erarbeiten, die ganze Einkaufslogistik planen und das alles in zwei Monaten, so Monika Kreisel aus dem Organisationsteam des WI-Festes.

Die Komplexität des Projektmanagements und das vernetzte Denken auf vielen Ebenen im globalen Umfeld könnte niemand besser erklären als Markus Sontheimer. Vor 19 Jahren hat Sontheimer die Hochschule als Wirtschaftsingenieur verlassen und ist seither zuerst bei Daimler dann bei der Deutschen Bank im IT-Bereich im Management zuständig.. Alles muss schneller und kostengünstiger gehen. Unterschiedliche Geschäftsbereiche werden größer und komplexer, berichtete der Leiter für Change Management der Deutschen Bank AG. Wie die Informationstechnik erfolgreich gemanagt werden kann, zeigte er an den Charts auf, die den Zuhörer fast schwindelig macht. Wir denken nicht in kleinen Ecken sondern front to back - aus der Funktion heraus. Die Datenflüsse zu betrachten ist ein wichtiges Kriterium, sagte Sontheimer, der jede Woche zwischen London und Frankfurt pendelt.

Für diese strategischen Aufgaben werden Wirtschaftsingenieurinnen und Wirtschaftsingenieure gebraucht. Überall trifft man die Wirtschaftsingenieure Esslinger Prägung, in Banken, in Wirtschafts-, Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. sagte der Dekan der Fakultät Betriebswirtschaft, Prof. Dr. Dr. h. c. (KNUTD) Helmut Kohlert und verweist dabei auf den zweiten Bachelorstudiengang Internationale Technische Betriebswirtschaft, der vor zehn Jahren an der Hochschule Esslingen etabliert wurde.

Info:
Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen gehört zur Fakultät Betriebswirtschaft der Hochschule Esslingen. Seit fünf Jahren schließen die Wirtschaftsingenieure mit dem Bachelor of Engineering (B. Eng.) ab. Der Studiengang Internationale Technische Betriebswirtschaft (Bachelor of Science, B.Sc.) und der Masterstudiengang Innovationsmanagement (Master of Science, M.Sc.) sind Teil der Fakultät Betriebswirtschaft. Dort sind 632 Studierende eingeschrieben: Wirtschaftsingenieurwesen 292 Studierende, Internationale Technische Betriebswirtschaft 283 Studierende, Innovationsmanagement 57 Studierende. Die Fakultät Betriebswirtschaft ist am Standort Esslingen-Flandernstraße angesiedelt.

Die Fakultät Betriebswirtschaft hat sich als erste Fakultät der Hochschule Esslingen nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifizieren lassen. In den Rankings der Wirtschaftswoche des Jahres 2011 erhielt der Studiengang den 2. Platz unter allen Fachhochschulen in Deutschland. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.hs-esslingen.de/bw

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