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§1601 - der Taschengeldschlachtruf

20.09.2003 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Kinder stürmten die Universität Münster


Die Kinder lernten als erstes eine der wichtigsten akademischen Traditionen: das Klopfen statt klatschen. Foto: Peter Grewer "Voll cool" fand Johannes, "fast" elf Jahre alt, die erste Vorlesung der Kinderuniversität Münster, eingerichtet von den Westfälischen Nachrichten und der Westfälischen Wilhelms-Universität. 650 Jungen und Mädchen zwischen acht und zwölf Jahre besuchten die Veranstaltung mit dem Thema "Wie verklage ich meine Eltern auf Taschengeld? Kinder und ihre Rechte". Viele, wie Justus, acht Jahre alt, begannen sofort nach der Vorlesung zu rechnen, denn seine Mutter schuldet ihm noch sieben Euro pro Monat - auf die hat er schließlich ein Recht!

Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Thomas Hoeren erklärte den Kindern eingangs so grundlegende Dinge wie "Was ist eigentlich eine Universität?", "Warum bin ich ein Professor und nicht ein Lehrer?" und zeigte den Kindern, dass in einer Vorlesung nicht geklatscht, sondern geklopft wird, denn "Klatschen tun nur die Proleten". Danach ging es sofort in seinen Lehrbereich. § 1601, auch der Taschengeldparagraf genannt, müsste nun jedes der Kinder, die an der ersten Veranstaltung der Universität für Kinder teilgenommen haben, kennen und bei Taschengeldverweigerung der Eltern einsetzen können. Und darüber hinaus wissen sie jetzt nicht nur, dass sie mit dem Geld nicht alles kaufen können, was sie wollen, da Eltern ein Mitspracherecht bei den Ausgaben ihrer Kinder haben, sondern auch, dass Kinder ebenfalls Pflichten haben. Die Ankündigung, dass sie, wenn sie 14 Jahre alt sind, ihren Eltern eine Stunde täglich bei der Hausarbeit helfen sollten, sorgte für viele lange Gesichter.

Die erste Vorlesung der Universität war ein voller Erfolg, der Ansturm der Kinder samt Eltern so groß, dass Prof. Dr. Thomas Hoeren die Gruppe teilen und aus einer Vorlesung kurzfristig zwei machen musste, damit niemand umsonst gekommen war. Aus diesem Grund wird die nächste Vorlesung, diesmal von Prof. Dr. Erwin-Josef Speckmann, unter dem Motto "Warum wir manchmal krank werden. Bauchschmerzen und Co." am Freitag, 24. Oktober 2003, um 16 Uhr auch im Hörsaal H1 am Hindenburgplatz stattfinden. Der H1 ist der größte Hörsaal der Universität - und falls das nicht reicht, kann die Vorlesung in Nebenräume auf die Leinwand übertragen werden. Marsmännchen, Schule vor 2000 Jahren, Geld verdienen und Mathematik ohne Rechnen sind die weiteren Themen im ersten Semester der Kinderuni, die bis Februar läuft.


Der Eintritt in die Kinderuniversität ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. Die Kinder erhalten einen Studierendenausweis, in dem sie sich die Teilnahme an den Veranstaltungen bescheinigen lassen können. Er ermöglicht ihnen auch den Besuch der Mensa, die einen Kinderteller bereit hält. Wer mindestens vier der bisher geplanten sechs Vorlesungen besucht hat, kann an einer Verlosung teilnehmen.
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