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Handballtalent wird messbar

17.11.2011 - (idw) Universität Flensburg

Das Institut für Bewegungswissenschaften und Sport hat einen so genannten Messplatz entwickelt, der Trainer bei der Suche nach Handballtalenten unterstützt und wichtige Daten liefert. Die Ergebnisse des Projekts werden nun im Verlag Flensburg University Press unter dem Titel "Motion Lab for talents" veröffentlicht. Prof. Dr. Nele Schlapkohl , Klaus Gärtner, Prof. Dr. Dr. Markus Raab und Janne Häger sind die Autoren des Buches. Im Rahmen eines vom Bundesinstitut finanzierten dreijährigen Forschungsprojektes konnte gezeigt werden, dass der Messplatz gerade bei Sichtungen von Talenten auf Landes- und Bundesebene wertvolle Dienste leisten kann. Junge Handballtalente werden auf Sichtungsturnieren entdeckt. Den Sichtungstrainern kommt dabei die Rolle zu, Spieler während eines Turniers zu beurteilen und Talente zu entdecken. Diese Sichtungen geschehen auf verschiedenen Ebenen - in der Region, landes- oder bundesweit. Doch während Trainer und Spieler im heimischen Verein sich wöchentlich sehen, kommen die Trainer auf Landes und Bundesebene weniger oft in Kontakt mit den Talenten, erläutert Prof. Dr. Nele Schlapkohl vom Institut für Bewegungswissenschaften und Sport an der Universität Flensburg. Hier kann das MotionLab for talents" wertvolle Hilfe leisten, indem es den Sichtungstrainern objektive Daten zu den taktischen Kompetenzen zur Verfügung stellen kann.

Der Messplatz ersetzt das übliche Sichtungsverfahren nicht, es dient der Ergänzung. Er misst, wie schnell sich ein Spieler entscheidet und beurteilt, wie gut diese Entscheidung aus taktischer Sicht war. Der Platz besteht aus drei Modulen. Modul 1 zeigt dem Handballspieler auf einer Leinwand eine Angriffsszene, die abrupt stehenbleibt. Der Spieler muss sich entscheiden und wählt eine der vorgegebenen Möglichkeiten. Im Modul 2 wird das taktische Wissen überprüft, in dem ein Video eine kurze Spielszene zeigt, die der Spieler anschließend nachstellen muss. Das letzte Modul fragt die Spielerfahrung ab, schließlich ist es wichtig zu wissen, ob ein Spieler schon nach einem halben Jahr oder nach beispielsweise fünf Jahren ein bestimmtes taktisches Leistungsniveau erreicht hat.

Der Messplatz wurde in enger Zusammenarbeit mit den Trainer verschiedener Ebenen entwickelt. Schon im Vorfeld fragten Prof. Dr. Schlapkohl und ihre Kollegen Trainer um ihre Meinung zu einem derartigem Messplatz. Die Trainer standen der Idee positiv gegenüber, das Verfahren sollte aber nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, da an einem Tag viele Talente getestet werden müssen, so der Trainerwunsch. Die notwendigen Spielszenen drehten Prof. Dr. Nele Schlapkohl und ihre Kollegen vom Institut für Bewegungswissenschaften und Sport in Flensburg selbst. Bestimmte Spielzüge bewusst nachzustellen war nicht einfach, "sie wirkten gestellt, waren nicht authentisch", resümiert Prof. Schlapkohl. So wurden unterschiedliche Möglichkeiten getestet, um realitätsnahe Videos zu erstellen. Diese wurden dann von Trainern mit A-Lizenzen bewertet, wichtig waren Authentizität und Aussagekraft. Das gesamte Verfahren wurde lokal, regional und überregional getestet. "Es zeigte sich, dass gerade auf Landes- und Bundesebene der Messplatz eine sinnvolle Ergänzung zum gängigen Sichtungsverfahren ist, da hier die Trainer nicht täglich mit den Spielern in Kontakt stehen und die Spieler nicht so gut kennen , das MotionLab hilft dann schnell zu vergleichbaren Ergebnissen ", sagt Prof. Dr. Nele Schlapkohl.



Schlapkohl, Gärtner, Raab und Häger: MotionLab for talents, erscheint in der Schriftenreihe Human Performance und Sport der Flensburg University Press jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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