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Aus zwei mach eins!

18.11.2011 - (idw) Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V.

Grenzüberschreitende Datenharmonisierung für Sachsen und die Tschechische Republik erfolgreich vorangetrieben

Die Vermessungsbehörden beider Länder und Nutzer aus Politik, Wissenschaft und Praxis können von nun an mit Geodaten auf einer gemeinsamen Grundlage arbeiten. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung hat gemeinsam mit dem Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN) und dem Landesvermessungsamt der Tschechischen Republik (Zemmický úad, ZÚ)die wissenschaftliche Basis dafür erarbeitet und auf einer internationalen Konferenz vorgestellt. Für Planungen zum Hochwasserschutz oder zur Infrastruktur eines Gebietes sind Geodaten unerlässlich. Das gilt selbstverständlich auch für grenzüberschreitende Vorhaben an der sächsisch-tschechischen Grenze. Doch die Ausgangslage der Daten ist vergleichsweise inhomogen. Beiderseits der Grenze existiert zwar eine sehr gute Grundlage, die die Vermessungsverwaltungen bereitgestellt haben. Allerdings beziehen sich diese Daten nur auf das jeweilige Staatsgebiet und weisen zudem unterschiedliche geographische Projektionen, Datenformate und -modelle, Sprachen, Bedeutungen der Inhalte (Semantik) und eine abweichende (Grenz-)Geometrie auf.

Vor diesem Hintergrund arbeiteten Behörden beider Länder unter Federführung des Leibniz-Institutes für ökologische Raumentwicklung Dresden (IÖR) an der grenzüberschreitenden Datenharmonisierung. Ziel war es, Methoden zu entwickeln, um die amtlichen Geobasisdaten beider Länder (ATKIS bzw. ZABAGED) entlang der Staatsgrenze geometrisch anzupassen und vergleichbar zu gestalten. Beteiligt waren der Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN) sowie das Landesvermessungsamt der Tschechischen Republik (Zemmický úad, ZÚ) Das Projekt wurde im Rahmen des EU-Förderprogramms Ziel 3/Cíl 3 aus Mitteln des Fonds für regionale Entwicklung und durch den Freistaat Sachsen gefördert.

Für viele planerische Anwendungen konnte eine praxistaugliche semantische Harmonisierung erzielt werden. Die geometrische Anpassung der Datensätze wird derzeit abgeschlossen. Insbesondere Planungsbehörden profitieren von den angepassten Datengrundlagen. Damit schaffen die Projektbeteiligten eine wichtige Grundlage für grenzüberschreitende Geoinformationsnetzwerke. Solche Netzwerke dienen als Basis für gemeinsame Planungs- und Monitoringaufgaben. Das Verfahren lässt sich auf andere Grenzräume übertragen.

Bei der Abschlussveranstaltung des EU-Projektes Grenzüberschreitende Homogenisierung von Geobasisdaten zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik am 10. November 2011 informierten IÖR-Wissenschaftler gemeinsam mit den Projektpartnern über die Projektergebnisse und Anwendungsmöglichkeiten. Hochrangige Vertreter der Vermessungsbehörden Tschechiens und Sachsens unterzeichneten eine Rahmenvereinbarung zur Fortführung der Projektinhalte über die Laufzeit hinaus. Die Veranstaltung richtete sich an Teilnehmer aus Politik/Verwaltung, Wissenschaft und Praxis.

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) ist eine raumwissenschaftliche Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft. Das IÖR erarbeitet wissenschaftliche Grundlagen für eine dauerhaft umweltgerechte Entwicklung von Städten und Regionen im nationalen und internationalen Zusammenhang. Die Ausrichtung der Forschung zielt auf Antworten für ökologische Fragen nachhaltiger Entwicklung. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

Weitere Informationen: http://geodat.ioer.info
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