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Das Auge des Tigers als Laune der Natur

21.11.2011 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Neue Sonderausstellung In Hülle und Fülle ab 23. November in der Mineralogischen Sammlung der Friedrich-Schiller-Universität Jena Es gibt Mineralien, deren äußere Form nicht mit ihrer chemischen Zusammensetzung übereinstimmt. Sie kommen gewissermaßen im fremden Gewand daher. Der Fachmann nennt sie Pseudomorphosen, der Laie wundert sich. Dr. Birgit Kreher-Hartmann, Kustodin der Mineralogischen Sammlung der Friedrich-Schiller-Universität Jena, erläutert, wie eine Pseudomorphose entsteht: Wenn eine quarzhaltige Lösung ein vorhandenes Mineral ausspült, lagert sich der Quarz in den dabei entstehenden Hohlraum ein. Werde beispielsweise Krokydolith durch Quarz ersetzt, entsteht dabei das sogenannte Tigerauge, ein Mineral, das als Schmuckstein verwendet wird.

Schöne Pseudomorphosen werden vom 24. November an in einer neuen Sonderausstellung in der Mineralogischen Sammlung gezeigt. Die Schau trägt den hintersinnigen Titel In Hülle und Fülle und wird am Mittwoch (23. November) um 19.00 Uhr eröffnet. Hintersinnig ist der Titel, weil das Wort Hülle auf die äußere Erscheinung der Minerale anspielt. Fülle zeigt an, dass sich tatsächlich sehr viele Pseudomorphosen finden lassen, sagt Birgit Kreher-Hartmann.

Doch Vorsicht: Neben Pseudomorphosen kennen die Geologen auch Paramorphosen. Bei diesen Objekten handelt es sich um Substanzen, die in mehreren Modifikationen vorkommen. Als Beispiel nennt Dr. Kreher-Hartmann einen sechszähligen Hochquarz, der bei einer Temperatur von über 573 Grad Celsius entstanden ist. Dieser Quarz wandelt sich beim Abkühlen in die stabilere Struktur eines Tiefquarzes um, ohne die Gestalt als Hochquarz zu verlieren. Weil sich sogar viele Studentinnen und Studenten mit der genauen Zuordnung der Minerale schwer tun, werden die Besucher die Pseudomorphosen mit den jeweiligen Ausgangs- und Endprodukten vergleichen können. Natürlich sind die Besucher zunächst eingeladen, sich an den farbenfrohen Mineralen zu erfreuen.

Für die Wissbegierigen ist zur Vernissage, zu der die Öffentlichkeit bei freiem Eintritt herzlich eingeladen ist, am 23. November ein kleiner Vortrag zur Einführung ins Thema geplant. Die Gäste erfahren dabei zum Beispiel, dass sich in Jena Pseudomorphosen finden lassen, die beweisen, dass einst ein Urmeer in dieser Gegend schwappte. Wie Birgit Kreher-Hartmann sagt, handelt es sich dabei um ehemalige Halitkristalle also Meersalz , die durch Röt gefüllt wurden. Dieses Röt ist eine Formation des Oberen Buntsandsteins, die vor etwa 244 Millionen Jahren entstanden ist.

Die Ausstellung In Hülle und Fülle wird vom 24. November 2011 bis 23. März 2012 im Sonderausstellungssaal der Mineralogischen Sammlung (Sellierstraße 6) gezeigt. Geöffnet ist bei freiem Eintritt montags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr. Weitere Termine können vereinbart werden per E-Mail an birgit.kreher[at]uni-jena.de.

Kontakt:
Dr. Birgit Kreher-Hartmann
Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Mineralogische Sammlung
Sellierstraße 6, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 948714
E-Mail: birgit.kreher[at]uni-jena.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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