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Was freier Wille für Zwangspatienten bedeutet

24.11.2011 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) hat in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit sowie in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Philosophie und Wissenschaften der Psyche erstmalig den mit insgesamt 2.000 Euro dotierten DGPPN-Förderpreis für Philosophie in der Psychiatrie 2011 vergeben. Ausgezeichnet wurde die Medizinstudentin Ursula Spitzer. Der Preis wurde am 24. November 2011 im Rahmen der DGPPN-Jahrestagung verliehen. Was bedeutet freier Wille und Kontrolle über die eigenen Handlungen für Menschen mit Zwangsstörungen? Beeinflusst das Verfahren der Tiefenhirnstimulation zur Behandlung von Zwangsstörungen den freien Willen? Diesen Fragestellungen geht Ursula Spitzer in ihrer Masterarbeit From free will to freedom of agency nach, die nun mit dem DGPPN-Förderpreis für Philosophie in der Psychiatrie ausgezeichnet wurde. An einer Pilotstudie nahmen über zwanzig Patienten mit Zwangsstörungen teil, die entweder medikamentös oder mit der Tiefenhirnstimulation behandelt wurden. Bei der Tiefenhirnstimulation handelt es sich um ein relativ neues Verfahren, bei dem den Patienten Elektroden ins Gehirn gepflanzt werden und die regelmäßig elektrische Impulse abgeben. Dadurch sollen die Krankheitssymptome wie Zwangsgedanken und -handlungen wirksam unterdrückt werden. Ein Ergebnis von Spitzers Studie ist, dass das Verfahren der Tiefenhirnstimulation von den Betroffenen nicht als Eingriff in ihre Persönlichkeit, sondern im Gegenteil als befreiend und hilfreich bei der Ausübung ihres freien Willens empfunden wird. Durch ihre Masterarbeit hat die Absolventin des Studiengangs Philosophie an der Universität Amsterdam ihr Interesse für das Fach Medizin entdeckt. Die 26-Jährige studiert nun im fünften Semester Medizin an der Universität Witten-Herdecke.

Mit dem DGPPN-Preis für Philosophie in der Psychiatrie werden hervorragende wissenschaftliche Arbeiten im Grenzgebiet zwischen beiden Disziplinen ausgezeichnet. Die Themen des Wettbewerbs sind dabei jeweils so formuliert, dass aktuelle Grundsatzprobleme der Psychiatrie aufgenommen werden können. Die Beiträge sollen systematischen Anspruch und aktuelle Relevanz haben und zu einem Erkenntnisgewinn für beide Disziplinen beitragen. Die Wettbewerbsbeiträge sollen eine theoretische Verbindung von Philosophie und Psychiatrie vorlegen, die mit philosophischer Begrifflichkeit arbeitet und eine interdisziplinäre Fragestellung erkennen lässt. In diesem Jahr wurde der Hauptpreis nicht vergeben, jedoch erstmalig ein Förderpreis für Studierende mit einer Dotierung von 2.000 Euro. Mit der Durchführung des Wettbewerbs ist das DGPPN-Referat Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie betraut. Gestiftet wird der Preis von Janssen-Cilag GmbH.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Peter Falkai
Präsident DGPPN
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Göttingen
von-Siebold-Str. 5
37075 Göttingen
Telefon: 0551-396601
Fax: 0551-3922798
E-Mail: pfalkai@gwdg.de jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.dgppn.de/presse/pressemitteilungen/detailansicht/article/991/was-frei...
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