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Interkulturalität ins Bewusstsein bringen: "Baba zeigt Gesicht"

28.11.2011 - (idw) Hochschule Esslingen

Die Hochschule Esslingen ist Gastgeberin der Ausstellung Baba zeigt Gesicht Gleich im Foyer der Hochschule Esslingen am Standort Esslingen können sich Studierende, MitarbeiterInnen, ProfessorInnen und BesucherInnen mit einer ungewöhnlichen Ausstellung beschäftigen. Sie zeigt Porträts von 24 türkeistämmigen Vätern. Die Wanderausstellung Baba zeigt Gesicht Väterbilder Bilder über Väter des Sozialtherapeutischen Vereins in Holzgerlingen ist vom 23. November bis zum 22. Dezember zu besichtigen.

Die interkulturelle Öffnung ist ein Querschnittsthema an der Hochschule Esslingen, das wir auf unterschiedlichen Ebenen verfolgen, sagt Rektor Dr.-Ing. Bernhard Schwarz bei der Ausstellungseröffnung. So haben wir in der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege nun auch den Wahlbereich Soziale Arbeit in der Einwanderungsgesellschaft etabliert.

Dipl.-Päd. Petra Pfendtner, Absolventin an der ehemaligen Hochschule für Sozialwesen, beschäftigt sich seit 20 Jahren in der Sozialen Arbeit mit interkulturellen Themen und arbeitet seit 2005 als eine von vier Leiterinnen in dem Netzwerk interkulturelle Arbeit (Nika). Aus der Arbeit mit Eltern mit Migrationshintergrund entstand die Wanderausstellung. Es waren die Frauen, die den Anstoß dazu gegeben haben, doch etwas mit ihren Männern zu machen, berichtete sie.

Das Netzwerk Nika begab sich daraufhin auf die Suche nach zwei männlichen Sozialarbeitern mit und ohne Migrationshintergrund. 2008 startete die erste offene Vätergruppe mit türkeistämmigem Hintergrund in Böblingen. Im Laufe von zwei Jahren waren 42 Männer mit dabei. Die Männer haben sich zuerst mit Erziehungsfragen beschäftigt, mit der Pubertät, dann mit dem deutschen Schulsystem. Dann kam die Idee einen biografischen Fragebogen zu erstellen. So wurden die Männer befragt, wie sie ihren eigenen Vater sehen und wie sie ihre Kinderzeit erlebten. Ein Wochenende mit den Sozialpädagogen verankerte diese Arbeit. Das Ergebnis ist nun in Form der Bilderausstellung sichtbar. Es ist mutig, dass die Väter (ihr) Gesicht zeigen und somit öffentlich zum Ausdruck bringen. Sie finden es wichtig und bedeutsam, sich über Fragen ihres Väterseins mit allen Widersprüchen und soziokulturellen Brüchen auseinander zu setzen, sagte Pfendtner.

In ihrem Vortrag erläuterte sie den Wandel der Männer- und Väterrolle am Beispiel türkeistämmiger Väter in Deutschland. Väter sein ist eine Kategorie. Väter, die in einer fremden Kultur groß geworden sind, eine andere. Sie tragen eine größere Unsicherheit in sich als im eigenen Land. So kennen sie zum Beispiel das Schulsystem nicht so genau, weil sie es auch nicht durchlebt haben. Sie wissen nicht, wie sie sich bei bestimmten Dingen verhalten sollen. Diese Unsicherheit wird auch in der Erziehung deutlich. Die Einwanderungsfamilie muss sich dann das neue System anschauen, welche Regeln sie übernehmen will und welche Regeln sie aus dem Herkunftsland behalten bzw. übertragen möchte. Die Kompetenzen der Migrantengenerationen müsse als Chance ergriffen werden. Nur so werde die deutsche Gesellschaft zu einer offenen, vielfältigen Gesellschaft.

Mit der Fotoausstellung will die Hochschule die Offenheit gegenüber diesem wichtigen gesellschafts- und hochschulpolitischen Thema signalisieren und in alle Fakultäten der Hochschule hineintragen. Schwarz: In unserem Leitbild signalisieren wir den Aspekt der Vielfalt, in dem wir den internationalen und interkulturellen Austausch verwirklichen wollen.

Dr. Ulrike Zöller und Dr. Regine Morys, Professorinnen der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, haben die Ausstellung initiiert. Uns war es wichtig, mit den ausgestellten Bildern das Thema Interkulturalität an die Hochschule Esslingen und ins Bewusstsein unserer Studierenden und den Angehörigen der Hochschule zu bringen.


Die Ausstellung ist bis zum 23. Dezember im Foyer der Hochschule Esslingen, Flandernstraße zu sehen. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });
Weitere Informationen: http://www.hs-esslingen.de
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