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Dokumentation des Niedersorbischen in Brandenburg

29.11.2011 - (idw) VolkswagenStiftung

Die Cottbuser Zweigstelle des Sorbischen Instituts startet den Aufbau eines digitalen Textkorpus niedersorbischer Dialekte, um diese nur noch von der ältesten Generation gesprochene Form des Niedersorbischen zu dokumentieren, bevor sie ausgestorben ist. Die VolkswagenStiftung unterstützt das Vorhaben in ihrer Förderinitiative "Dokumentation bedrohter Sprachen" (DoBeS) zunächst für ein Jahr. Die Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro für die Pilotphase sollen vor allem für Tonaufnahmen mit Muttersprachlern und für deren Verschriftlichung verwendet werden. Das so entstehende Textkorpus auf Audiobasis wird die noch heute im Alltag verwendeten niedersorbischen Dialekte dokumentieren und darüber hinaus in Zukunft als Grundlage für weitere Forschungen dienen.

Das Projekt unter der Leitung von Dr. Hauke Bartels, Leiter der Abteilung für niedersorbische Forschungen in Cottbus, ist Teil eines längerfristig angelegten umfangreichen Forschungsvorhabens zur möglichst vollständigen Dokumentation der stark bedrohten niedersorbischen Sprache. Mit der Bewilligung des Korpusprojekts durch die VolkswagenStiftung wurde erstmals eine deutsche Minderheitensprache in das renommierte DoBeS-Programm aufgenommen.

Bereits seit 2000 unterstützt die VolkswagenStiftung mit ihrer Förderinitiative Forscherinnen und Forscher unterschiedlicher Disziplinen und Länder bei der Dokumentation bedrohter Sprachen. Die gesammelten Daten wurden bisher am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen digital archiviert. Deren Bestände sowie große Sprachkorpora vieler anderer Wissenschaftler gehen in das neu gegründete "Language Archive" ein, das von der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Königlich-Niederländischen Akademie der Wissenschaften (KNAW) getragen wird. Mit derzeit etwa 80 Terabyte an Daten aus etwa 200 Sprachen ist es bereits jetzt das größte Sprachenkorpus der Welt.

Niedersorbisch ist eine westslawische Sprache, die seit dem 7./8. Jahrhundert in der Niederlausitz (im heutigen Bundesland Brandenburg, nördlich von Cottbus) gesprochen wird. Sie ist verwandt mit der in Sachsen heimischen obersorbischen Sprache, hat aber auch Ähnlichkeiten mit dem Polnischen und Tschechischen.

Weitere Auskunft und Kontakt
Sorbisches Institut
Zweigstelle für nieder-sorbische Forschungen
Cottbus
Dr. Hauke Bartels
Telefon: 0355 48576 480
E-Mail: bartels@serbski-institut.de

VolkswagenStiftung
Förderinitiative
Dr. Vera Szöllösi-Brenig
Telefon: 0511 8381 218
E-Mail: szoelloesi@volkswagenstiftung.de

Die Pressemitteilung steht im Internet zur Verfügung unter http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20111129. jQuery(document).ready(function($) { $("fb_share").attr("share_url") = encodeURIComponent(window.location); });

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