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Die RAF Ein deutsches Trauma? Vortragsreihe zur Geschichte der RAF29.11.2011 - (idw) Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Arbeitsbereich Zeitgeschichte des Historischen Seminars organisiert fünf Abendveranstaltungen zum Thema des RAF-Terrorismus
An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wird im Wintersemester 2011/12 eine Lehrveranstaltungsreihe mit dem Themenschwerpunkt RAF angeboten. Parallel dazu haben die verantwortlichen Historiker um Professor Dr. Michel Kißener eine öffentliche Vortragsreihe organisiert, zu der staatliche Akteure, Wissenschaftler, Regisseure entsprechender Filme und Dokumentarfilme, Angehörige der Opfer und andere Betroffene eingeladen sind. Die Reihe besteht aus fünf Abendveranstaltungen zwischen Ende November 2011 und Anfang Februar 2012. Beleuchtet werden zentrale Aspekte der Geschichte der RAF und ihrer Bekämpfung aus den unterschiedlichen Perspektiven von Politik, Justiz, Zeitzeugen, Medien und Wissenschaft. Kooperationspartner der Reihe sind neben dem Arbeitsbereich Zeitgeschichte des Historischen Seminars der JGU die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, der Landtag Rheinland-Pfalz, der Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften (HKW) der Universität Mainz sowie der Verein der Freunde der Geschichtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz e.V. Die Öffentlichkeit ist zu der Veranstaltungsreihe herzlich eingeladen.
Das Thema des Terrorismus der Roten Armee Fraktion (RAF) wird bis heute höchst kontrovers diskutiert. Innerhalb weniger Jahre wurde eine kleine, radikale Splittergruppe der 68er-Bewegung zu den meistgesuchten Kriminellen der Bundesrepublik es war mit den Worten des Schriftstellers Heinrich Böll ein Krieg von 6 gegen 60.000.000. Die Geschichte der RAF begann im Mai 1970 mit der spektakulären Befreiung Andreas Baaders in Berlin. Die Journalistin Ulrike Meinhof später selbst RAF-Mitglied konstatierte angesichts dieser Ereignisse lapidar: Und natürlich kann geschossen werden. Die Welle von Anschlägen der RAF fand ihren Höhepunkt in der Entführung und Ermordung des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und der Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut im Oktober 1977. Der sogenannte Deutsche Herbst war nicht nur eine Episode der Geschichte, sondern stellte den Rechtsstaat und das Demokratieverständnis der noch jungen Bundesrepublik Deutschland auf die Probe.
Die teils heftig und emotional geführten Diskussionen um die Freilassung der ehemaligen RAF-Mitglieder Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt im Jahr 2007 sowie aktuell die Eröffnung eines neuen Prozesses gegen Verena Becker um ihre Mittäterschaft an der Ermordung des damaligen Generalbundesanwaltes Siegfried Buback im April 1977 machen deutlich, wie brisant die Thematik des RAF-Terrorismus noch heute ist.
Die einzelnen Veranstaltungen:
1. Die Geschichte der RAF Der Staat
Mittwoch, 30.11.2011, 19.00 Uhr, Landtag
Grußwort des Landtagspräsidenten Herrn Joachim Mertes
Grußwort von Prof. Dr. Michael Kißener (Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Leiter des Arbeitsbereichs Zeitgeschichte)
Vortrag und Moderation: PD Dr. Johannes Hürter (Institut für Zeitgeschichte, München): Die sozialliberale Bundesregierung und der RAF-Terrorismus in den 1970er Jahren
Zeitzeugen: Gerhart Baum (Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern a.D.)
Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger (württembergische Generalstaatsanwaltschaft und Anklagevertreter in mehreren Prozessen gegen die führenden RAF-Mitglieder)
Schlusswort von Dr. Dieter Schiffmann (Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz)
Empfang in der Lobby des Landtags
2. Die Geschichte der RAF Der Mythos
Mittwoch, 07.12.2011, 17.00 (!) Uhr, Landesmuseum (Forum)
Moderation: Ursula Nusser, Redaktionsleiterin der Reihe SWR2 Forum
Referent: Dr. Wolfgang Kraushaar (Hamburger Institut für Sozialforschung): Mythos RAF. Zur Entmythologisierung einer terroristischen Organisation
Zeitzeuge: Hans-Christian Ströbele, MdB (ehemals anwaltliche Tätigkeit für RAF-Mitglieder)
3. Die Geschichte der RAF Die Opfer und die Täter
Mittwoch, 14.12.2011, 19.00 Uhr, Landesmuseum (Forum)
Grußwort: Prof. Dr. Jörg Rogge (Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Sprecher des Forschungsschwerpunktes Historische Kulturwissenschaften)
Vortrag und Moderation: Prof. Dr. Gisela Diewald-Kerkmann (Universität Bielefeld): Herausforderung der bundesdeutschen Justiz: Strafverfahren gegen Mitglieder der Roten Armee Fraktion und der Bewegung 2. Juni
Zeitzeugen: Corinna Ponto (Tochter des ermordeten Vorstandssprechers der Dresdner Bank Jürgen Ponto)
Julia Albrecht (Schwester der am Mordanschlag auf Jürgen Ponto beteiligten Terroristin Susanne Albrecht)
Prof. Dr. Michael Buback (Sohn des ermordeten Generalbundesanwaltes Siegfried Buback)
4. Die Geschichte der RAF Die Medien
Ein Projekt von Studenten der Geschichtswissenschaft der Universität Mainz
Mittwoch, 25.01.2012, 19.00 Uhr, Landesmuseum (Forum)
Vortrag und Moderation: Dr. Hanno Balz, Universität Lüneburg: Die RAF und die Medien
Gäste: Andres Veiel (Regisseur der Filme Wer wenn nicht wir und Blackbox BRD)
Studierende der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
5. Die Geschichte der RAF Das Ende?
Donnerstag, 09.02.2012, 19.00 Uhr, Landesmuseum (Forum)
Moderation: Elmar Theveßen, stellvertretender Chefredakteur des ZDF und Leiter der Hauptredaktion Aktuelles
Referent: Dr. Alexander Straßner (Universität Regensburg): Auf ewig ,Phantom? Die ,dritte Generation der RAF
Zeitzeuge: Ulf G. Stuberger (damals Reuters-Presseagentur, einziger dauerhafter Prozessbeobachter des Stammheim-Verfahrens)
Weitere Informationen:
Dr. Caroline Klausing
Lehrkraft für besondere Aufgaben am Historischen Seminar der
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (Geschichtsdidaktik)
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-33503
E-Mail: c.klausing@uni-mainz.de
Dr. Verena v. Wiczlinski
Lehrkraft für besondere Aufgaben am Historischen Seminar der
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (Geschäftsleitung)
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-32880
E-Mail: wiczlins@uni-mainz.de
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Weitere Informationen:
http://www.geschichte.uni-mainz.de/zeitgeschichte/index.php
http://www.politische-bildung-rlp.de/
http://www.landtag.rlp.de/Startseite/
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