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Kinder- und Jugendmedizin unter einem Dach

14.12.2011 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Abteilungen für Neonatologie und Kinderkardiologie / Angeborene Herzfehler des Universitätsklinikums Heidelberg ziehen in Neue Kinderklinik ein Die Neue Kinderklinik am Universitätsklinikum Heidelberg ist fast komplett: Bereits im November hat die Neonatologie dort ihren neuen Standort bezogen, und im Januar folgt die Abteilung für Kinderkardiologie/Angeborene Herzfehler. Damit sind alle Abteilungen des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin unter einem Dach vereint. Der neue Standort bietet die idealen Voraussetzungen zur Behandlung junger Patienten auf dem deutschlandweit höchsten Niveau.

Ein Beispiel sind die großzügig und freundlich gestalteten Patientenzimmer in der Neonatologie: An unserem neuen Standort können wir allen Eltern anbieten, in einem angenehmen Ambiente bei ihrem Kind zu übernachten, erklärte der Ärztliche Direktor Professor Dr. Johannes Pöschl auf einer Pressekonferenz am 14. Dezember 2011 in der Neuen Kinderklinik. Die Erfahrung zeigt, dass die Kinder dann früher und gesünder entlassen werden können.

Apartment-Charakter statt Krankenhaus-Atmosphäre

Apartment-Charakter statt Krankenhaus-Atmosphäre lautete die Zielsetzung für die Elternzimmer. Speziell für Mütter und Väter von sehr jungen Frühgeborenen, die mehrere Wochen auf Station liegen, bieten die Zimmer ein erstes Zuhause. Eltern und Kind so viel Kontakt zueinander wie möglich zu gewähren, ist Bestandteil des deutschlandweit einzigartigen Konzepts EFIB® (Entwicklungsfördernde familienzentrierte individuelle Betreuung), das sich die Neonatologie zu Eigen gemacht hat. Um die Neugeborenen vor einer Reizüberflutung zu schützen, können die Räume abgedunkelt werden; außerdem ist die Geräuschkulisse auf ein Minimum reduziert.

Wenn Anfang 2013 auch die Frauenklinik zusammen mit der Frühgeborenen-Intensivpflegestation (FIPS) neben der Kinderklinik ihren neuen Standort bezieht, liegt der Kreißsaal Tür an Tür zur Neonatologie. So entsteht ein europaweit einzigartiges Mutter-Kind-Zentrum. Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützte die Einrichtung dieses sogenannten Perinatalzentrums, in dem auch Frauen mit Hochrisikoschwangerschaften betreut werden, mit einer Spende in Höhe von 2,25 Millionen Euro. Zusätzlich fördert die Dietmar Hopp Stiftung den Bau der neuen Frauenklinik durch einen zinslosen Kredit in Höhe von 10 Millionen Euro.

Dietmar Hopp: Erste Lebensmonate besonders wichtig

Die vorgeburtliche Phase und die ersten Lebensmonate eines Kindes sind besonders wichtig und prägend, ergänzte Dietmar Hopp. Das Universitätsklinikum Heidelberg macht jetzt einen entscheidenden Schritt zu einer Behandlung von Neu- und Frühgeborenen nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, die zugleich die Eltern als die wichtigsten Partner beim Start ins Leben mit einbezieht. Insgesamt hat seine Stiftung Anschaffungen und Projekte am Universitätsklinikum Heidelberg nun mit über 35 Millionen Euro finanziert ein beispielloses Engagement, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Sie sollen wissen, wie sehr wir diese Unterstützung schätzen, sagte der Kommissarische Leitende Ärztliche Direktor Professor Dr. Peter Nawroth. Wir sind uns der Verpflichtung, die sich daraus ergibt, bewusst: Früh- und Neugeborene optimal zu versorgen.

Dank der Dietmar Hopp Stiftung verfügt auch die Abteilung Kinderkardiologie/Angeborene Herzfehler des Universitätsklinikums Heidelberg in der neuen Kinderklinik nun über ein hochmodernes Katheterlabor, mit dessen Hilfe Fehlbildungen am Herzen noch genauer untersucht und zum größten Teil auch korrigiert werden können. Sie zählen zu den Defekten, die am häufigsten bei Neugeborenen auftreten, machte Professor Dr. Matthias Gorenflo deutlich. Eines von 100 kommt damit zur Welt. Die Aussichten für die kleinen Patienten sind heute viel besser als noch vor 20 Jahren unter anderem wegen des Einsatzes von Herzkathetern.

Hochmoderne Technik zur Herzuntersuchung

Rund 300 sogenannte interventionelle Herzkatheteruntersuchungen werden am Universitätsklinikum Heidelberg jedes Jahr bei Kindern durchgeführt mit zunehmendem Anteil interventioneller Prozeduren. Dabei handelt es sich um einen minimal invasiven Eingriff, bei dem die Mediziner über eine kleine Öffnung in der Leiste einen dünnen Kunststoffschlauch durch ein Blutgefäß bis zum Herzen vorschieben. Das Kontrastmittel, das darüber in die Blutbahn gespritzt wird, macht dann auf dem Röntgenbild mögliche Fehlbildungen sichtbar, die der Ultraschalldiagnostik entgehen könnten.

Liegt beispielsweise eine Verengung von Herzklappen oder Blutgefäßen vor, kann diese gleich behandelt werden: mit einem kleinen Ballon, der über den Schlauch gefüllt wird und das Gefäß aufdehnt. Ein entfaltbares Gitterröhrchen, ein sogenannter Stent, sorgt dafür, dass sich die Stelle nicht wieder verengt. Die zukünftige Nähe des Labors zur Frauenklinik ermöglicht dann sogar eine medizinische Behandlung angeborene Herzfehler die bereits im Mutterleib diagnostiziert werden können unmittelbar nach der Geburt eines Kindes. Für Bau und Erstausstattung des Heidelberger Kinderherzzentrums hat die Dietmar Hopp Stiftung 3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Ansprechpartner für Journalisten:
Professor Dr. Johannes Pöschl
Ärztlicher Direktor der Abteilung Neonatologie
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Im Neuenheimer Feld 430
Tel.: 06221 / 56 19 83
Fax: 06221 / 56 56 02
E-Mail: Johannes.Poeschl@med.uni-heidelberg.de

Professor Dr. Matthias Gorenflo
Ärztlicher Direktor der Abteilung Kinderkardiologie/Angeborene Herzfehler
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Im Neuenheimer Feld 153
Tel.: 06221 / 56 46 06
Fax: 06221 / 56 57 90
E-Mail: Matthias.Gorenflo@med.uni-heidelberg.de

Weitere Informationen im Internet:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Presseunterlagen.22.0.html

Die Abteilungen im Internet:
http://www.neonatologie.uni-hd.de
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/kinderkardiologie

Über die Dietmar Hopp Stiftung
Die Dietmar Hopp Stiftung wurde 1995 gegründet, um die Umsetzung gemeinnütziger Projekte zu ermöglichen. Das Stiftungsvermögen besteht aus SAP-Aktien, die Dietmar Hopp aus seinem privaten Besitz eingebracht hat. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung, die zu den größten Privatstiftungen Europas zählt, über 290 Millionen Euro ausgeschüttet (Stand: 1. November 2011). Gefördert werden gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Sport, Medizin, Soziales und Bildung. Um kraftvoll und nachhaltig Nutzen in den vier Förderbereichen zu stiften, verwirklicht die Dietmar Hopp Stiftung ihre satzungsgemäßen Zwecke ferner durch gezielte Förderaktionen. Der Schwerpunkt der Förderaktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, mit der sich der Stifter besonders verbunden fühlt. Die Dietmar Hopp Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen, im Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar und in der Sportregion Rhein-Neckar e.V.

Dietmar Hopp Stiftung
Raiffeisenstraße 51
68789 St. Leon-Rot
Telefon: 06227 8608550
Fax: 06227 / 8608571

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http://www.dietmar-hopp-stiftung.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg

Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patiente
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