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Hand in Hand für den europäischen Denkmalschutz

16.12.2011 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Hand in Hand für den europäischen Denkmalschutz
Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik und die Universität Gotland schließen eine Forschungskooperation Energieeffizienz und Denkmalpflege sind Themen, die auch auf internationaler Ebene zu einem bedeutenden Forschungsgebiet geworden sind. Unterschiedliche Regionen und Klimazonen fordern auch individuelle Maßnahmen. Das Fraunhofer-Insitut für Bauphysik IBP stellt sich mit seinem Fraunhofer-Zentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege in Benediktbeuern den daraus resultierenden Herausforderungen. Gemeinsam mit seinen Partnern werden innovative und denkmalgerechte Lösungen erforscht. Das Fraunhofer IBP hat mit dem Zentrum für »Energieeffizienz in kulturhistorisch wertvollen Gebäuden« der Hochschule Gotland ein neues Kooperationsmitglied gewonnen und einen weiteren Schritt für den europäischen Austausch im Bereich »Denkmal und Energie« gemacht.

Nach Angaben des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz gibt es allein in Deutschland rund 1,3 Millionen Denkmäler. Für die Gebäudeerhaltung wendeten die öffentlichen Haushalte, beispielsweise im Jahr 2007, 476,9 Millionen Euro auf. Das Potenzial in Europa ist demzufolge um ein Vielfaches größer. Steigende Energiepreise, fortschreitender Klimawandel und ein gesteigertes ökologisches Bewusstsein erfordern zunehmend auch internationalen Handlungsbedarf in Bezug auf energetische Einsparmöglichkeiten. Doch gerade in den Bereichen Altbausanierung und Denkmalschutz stehen die Verantwortlichen vor großen Herausforderungen: wie können sie die gewünschten Energieeinsparungen erreichen und gleichzeitig Bauschäden oder massive optische Veränderungen am Gebäude vermeiden? »Natürlich sollen auch denkmalgeschützte Gebäude energetisch saniert werden, aber Solaranlagen auf Schindeldächern oder Dämmsysteme auf Stuckwänden können nicht die alleinige Lösung sein. Das Kompetenzzentrum im Kloster Benediktbeuern hat es sich zur Aufgabe gemacht, denkmal- und altbaugerechte Lösungen für den Markt zu finden und diese in anwendungsorientierte Demonstrationsprojekte umzusetzen. Die Zusammenarbeit mit der schwedischen Hochschule soll den europäischen Ansatz in unserem Kompetenzzentrum erweitern«, erklärt Prof. Dr. Klaus Sedlbauer, Leiter des Fraunhofer IBP, anlässlich der Unterzeichnung eines Memorandum of Understandings in Visby auf Gotland.

Von der Kooperation erwarten sich das Fraunhofer IBP und die Hochschule Gotland regen fachlichen Austausch für die Ausarbeitung neuer Ideen, Anträge und Technologien, eine grundsätzliche und bereichernde Zusammenarbeit beispielsweise in den Bereichen Energieeffizienz, Denkmalpflege oder präventive Konservierung sowie ein Austauschprogramm für die deutschen und schwedischen Wissenschaftler. »Es ist eines unserer Ziele, Kunst und Kulturgut vor den möglichen negativen Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. Dieser Diskussion und Forschung auf europäischem Niveau zu begegnen, bereichert unsere Arbeit enorm«, kommentiert Ralf Kilian, Dipl.-Restaurator am Fraunhofer IBP, die wissenschaftliche Kooperation.

Europäisches Kompetenzzentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege Benediktbeuern

Das Denkmalpflegezentrum Benediktbeuern ist eine fachkompetente Informationsstelle für alle Fragen zum Thema Altbausanierung und Denkmalpflege, insbesondere zu energetischem Bauen, Vermeiden von Bauschäden, Ökologie und Kosteneffizienz. Das Konzept beinhaltet eine modellhafte energetische und denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes der »Alten Schäfflerei« in Kloster Benediktbeuern sowie feste und thematisch wechselnde Ausstellungen, Messungen und Forschungen zu Materialien und Haustechnik. Die wichtigsten Ziele sind das Ineinandergreifen von Handwerk, Wissenschaft und Denkmalpflege sowie die Darstellung der Funktionsweisen innovativer Materialien und Techniken an historischen Gebäuden. Das Zentrum wird in Kooperation zwischen dem Fraunhofer IBP Holzkirchen, dem Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau IRB, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der WTA (Wissenschaftlich-technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege) betrieben. Zielgruppen sind Handwerker, Architekten und Planer, Ingenieure sowie alle Interessierten.


Aktuell erhalten Sie den Tagungsband »Developments in Climate Control of Historic Buildings« von Ralf Kilian, Tomas Vyhlidal and Tor Broström (Fraunhofer IRB Verlag, ISBN 978-3-8167-8637-5)
Dieser Tagungsband enthält die Beiträge der internationalen Konferenz »Climatisation of Historic Buildings, State of the Art« in Schloss Linderhof. Die Zusammenstellung präsentiert erste Ergebnisse der Zusammenarbeit zwischen der Universität Gotland, dem Fraunhofer IBP und der Tschechischen Technischen Universität im Rahmen des EU-Projekts »Climate for Culture«. Das Buch fasst die aktuellen Entwicklungen in der Klimatechnik für historische Gebäuden zusammen und berücksichtigt dabei auch die Aspekte der Energieeffizienz. Ein besonderer Wert wird auf die Wirksamkeit von low-tech-Lösungen und ihre geringen Auswirkungen auf das kulturelle Erbe gelegt. Unter den besprochenen Methoden finden sich das Feuchte stabilisierende Heizen, dezentrale Lösungen für Lüftung und Entfeuchtung, die spezielle Heizungssysteme für Kirchen oder die Wandtemperierung. Praxisbeispiele kombiniert mit innovativen Konzepten, Ergebnissen aus EU-Forschungsprojekten und Umweltsimulationen, zeigen neue Lösungen für die präventive Konservierung und Erhaltung von Sammlungen in historischen Gebäuden.



Das Buch ist im Fraunhofer IRB Verlag erschienen und auch als kostenloser Download erhältlich unter: http://www.forschungsallianz-kulturerbe.de/download/3-8167-8637-5-developments-i...





Ansprechpartner für weitere Anfragen:

Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP

Ralf Kilian
Tel.: +49 8024 643-285, Fax: +49 8024 643-366
ralf.kilian@ibp.fraunhofer.de


Dipl.-Journ. Janis Eitner
Leiter Presse und Öffentlichkeitsarbeit

janis.eitner@ibp.fraunhofer.de
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Weitere Informationen: http://Weitere Informationen finden Sie uner: http://www.ibp.fraunhofer.de/ Anhang
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