Blütenpollen im Gletschereis - Wie lebte und starb "Ötzi" in der Steinzeit ?26.09.2003 - (idw) Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
Im Jahr der Chemie laden die UNION und die LEIBNIZ-GEMEINSCHAFT zu einem offenen Dialog über spannende Fragen der Menschheitsgeschichte ein, die durch den Beitrag neuester naturwissenschaftlicher Methoden in der Archäologie beantwortet werden. Am 2. Oktober 2003 stellen drei der an den Untersuchungen des "Ötzi" beteiligten Natur- und Geisteswissenschaftler ihre Forschungsergebnisse vor.
Im warmen Sommer 1991 gab das "ewige" Eis der Ötztaler Alpen die gut erhaltene Gletschermumie eines Mannes aus der Kupferzeit mitsamt seiner Kleidung und Ausrüstung frei. Überraschend bot sich die Möglichkeit, einen Menschen aus der Vorzeit archäologisch zu studieren, der direkt aus dem Leben gerissen und ohne Verzerrung durch Grab- oder Opferriten wieder zum Vorschein gekommen war. Der gute Zustand der Mumie ermöglichte zudem weitreichende naturwissenschaftliche Untersuchungen. "Ötzi" und seine Ausrüstung wurden zu einem der aufwändigst und intensivst erforschten archäologischen Funde überhaupt. An der Untersuchung dieses exzellent erhaltenen Fundmaterials wird der hohe Stellenwert sichtbar, den die verschiedenartigsten naturwissenschaftliche Analysen für die archäologische Forschung einnehmen. Der moderne Archäologe wird dabei zum Moderator und Interpreten der von verschiedensten Wissenschaftszweigen erarbeiteten Ergebnisse. In das Leben und Sterben in der Jungsteinzeit einführen und den Abend moderieren wird Prof. Dr. Markus EGG(Direktor der Vorgeschichtlichen Abteilung am Römisch-Germani-schen Zentralmuseum Mainz). Prof. Dr. Konrad SPINDLER (Ur- und Frühgeschichte sowie Mittelalter- und Neuzeitarchäologie, Universität Innsbruck) stellt den Mann im Eis als ein archäologisches Ereignis vor. Sein Universitätskollege Prof. Dr. Klaus OEGGL (Palynologie und Archäobotanik) deutet "Ötzis" Pflanzen als Spiegel der Lebensumstände in der Steinzeit. GEISTESWISSENSCHAFT IM DIALOG wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und steht unter der Schirmherrschaft des Staatssekretärs Wolf-Michael Catenhusen, der diesen Abend nach der Begrüßung durch den Präsidenten der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, Prof. Dr. Gerhard Gottschalk, mit einem Grußwort eröffnen wird. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei. Anmeldung erwünscht. Termin: Donnerstag, den 2. Oktober 2003, 19.00 Uhr Ort: Kunstmuseum Bonn (Auditorium) Infos und Anmeldung: Union der deutschen Akademien der Wissenschaften Dr. Katharina Weisrock Geschwister-Scholl-Str. 2, 55131 Mainz 06131/21 85 28 14 weisrock@mail.uni-mainz.de http://www.gidialog.de
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